BASF und Türmerleim nahmen 1945 die ersten Gespräche zur gemeinsamen Vermarktung von Leimen auf © BASF/Türmerleim
„Damals wurde Leim noch in Dosen verkauft. Eingesetzt für nicht tragende Anwendungen, fernab dessen, was wir heute unter konstruktivem Holzbau verstehen“, erklärt Dr. Jens Aßmann, Vice President Business Management Ammonia Value Chain & Operations Amino Resins von BASF. Und doch war schon früh klar: Wenn chemische Kompetenz und anwendungstechnisches Know-how zusammenkommen, entsteht mehr als ein Produkt. Es entsteht eine Lösung.
Bereits 1929 hatte BASF mit der Erfindung des Kaurit-Leims einen Meilenstein gesetzt, 1931 folgte die erste Leimproduktion. „Nach dem Krieg wurde 1952 die Produktion neu aufgebaut – ein klares Zeichen für unternehmerischen Mut in einer Zeit, in der Vieles ungewiss war“, erklärt Aßmann. Türmerleim brachte dabei von Beginn an das ein, was bis heute ihr Markenzeichen ist: Nähe zum Kunden, tiefes Verständnis für Holz und dessen Verarbeitung sowie die Fähigkeit, Chemie in reale Anwendungen zu übersetzen.
Arbeitsteilung, die verbindet
Türmerleim bringt die Klebstoffe in die Werkshallen, zu den Maschinen und in die Hände der Anwender © BASF/Türmerleim
Die Rollen waren klar – und sind es bis heute: BASF entwickelt und produziert die chemische Basis, Türmerleim bringt sie dorthin, wo sie wirken muss – in die Werkshallen, zu den Maschinen, in die Hände der Anwender. Diese Arbeitsteilung ist kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander. Denn die eigentliche Innovation entsteht im Dialog.
„Wir sind bei den Kunden vor Ort, sehen, was sie brauchen und geben das direkt an die Kollegen bei BASF weiter“, sagt Dr. Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer von Türmerleim. Diese enge Rückkopplung sorgt dafür, dass Entwicklungen nicht im Labor enden, sondern sich in der Praxis bewähren. Geschwindigkeit, Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit werden so zu gemeinsamen Werten.
Leime verändern den Holzbau
Ein prägnantes Beispiel für diese Zusammenarbeit ist die Entwicklung des Kauramin-Leims 690. Ein Flächenleim, dessen Vielseitigkeit selbst die Entwickler überraschte. Kaum im Markt, begannen Kunden Anwendungen in einer Bandbreite zu realisieren, an die zuvor niemand gedacht hatte.
„Ohne die modernen Leimsysteme wäre der Holzbau in seiner heutigen Leistungsfähigkeit nicht denkbar“, so Pfeiffer. „Sie haben auch zur Entwicklung des Holzbaus beigetragen. Heute ist dieser nicht mehr auf zwei Geschoße begrenzt. Projekte sind durch Hybridbauweisen, Brettsperrholz und großformatige Tragstrukturen in die Höhe gewachsen“, sagt Pfeiffer. Und mittendrin ein unscheinbarer, aber essenzieller Bestandteil – der Klebstoff.
Vom Produkt zur Beziehung
Was diese Partnerschaft jedoch wirklich besonders macht, sind nicht nur Produkte oder Meilensteine, sondern die Menschen dahinter. Über Jahrzehnte hinweg haben sich persönliche Beziehungen entwickelt – geprägt von Vertrauen, Offenheit und dem Wissen, sich aufeinander verlassen zu können. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Kunde, dessen Anforderungen die Zusammenarbeit bestimmen.
Innovation mit Verantwortung
Die industrielle Produktion von Leimen und Tränkharzen ist bei BASF seit 1952 ein wichtiger Bestandteil der Ammoniak‑Wertschöpfungskette am Standort Ludwigshafen © BASF/Türmerleim
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Holzbau rasant entwickelt. Neue Klebstoffsysteme wie Polyurethane kamen hinzu, Anwendungen wurden komplexer, Anforderungen an Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit stiegen. Seit einigen Jahren vertreibt Türmerleim auch die Elastan-Klebstofflinie von BASF für tragende Anwendungen – ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft.
Dabei bleibt eines konstant: Der Kunde steht im Mittelpunkt. Innovation ist kein Selbstzweck, sondern Antwort auf reale Herausforderungen. Genau hier liegt die Stärke dieser Partnerschaft, denn sie verbindet langfristige Perspektive mit operativer Nähe zum Markt.
Heute, 80 Jahre nach den ersten Gesprächen, blicken beide Unternehmen stolz auf das Erreichte zurück. Beide sind fest in der Region verwurzelt, beide tragen Verantwortung als Arbeitgeber, beide teilen Werte wie Verlässlichkeit, Respekt und Gestaltungswillen.
„Was vor 80 Jahren begann, bleibt auch künftig bestehen“ sagt
Aßmann. Dieser Satz ist mehr als ein Jubiläumsgruß. Er ist ein Versprechen – für Innovation, für Partnerschaft und für die Kraft, Dinge zusammenzubringen. „Denn wenn Dinge wirklich perfekt zusammenpassen, entsteht etwas, das trägt“, fügt Pfeiffer hinzu. Und das auch für die Zukunft.