Holz Schmidt

Daten ersetzen Bauchgefühl

Ein Artikel von Jakob Wassermann | 19.08.2026 - 09:52

Mit einer Jahresproduktion von bis zu 160.000 m³ zählt Holz Schmidt, Cölbe/DE, zu den größten KVH-Einzelstandorten Deutschlands. Am Standort betreibt das Unternehmen zudem ein Nadelholzsägewerk mit einer Kapazität von rund 100.000 fm/J (Planeinschnitt 2026: 70.000 fm). Hinzu kommt ein Biomasseheizkraftwerk mit einer Leistung von 1 MW elektrisch und 5 MW thermisch. Seit 2015 gehört Holz Schmidt zur Jost-Haas-Gruppe mit Sitz in Luxemburg. Diese ist auch Eigentümerin der Sägewerke IBV & Cie, Vielsalm/BE, und IBH Harperscheid, Schleiden/DE.

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Mit der Installation der Avian-Kameras konnte Holz Schmidt die Verfügbarkeit der überwachten Anlagen deutlich erhöhen © Holz Schmidt

Nach einem Artikel im Holzkurier bestellte Nico Oppermann, technischer Betriebsleiter von Holz Schmidt, vor rund einem Jahr drei Wärmebildkameras von Avian. Zunächst überwachten sie die Zinkenfräse und die Hobelanlage. Aufgrund der positiven Erfahrungen investierte Holz Schmidt in zwei weitere Kameras. Diese kontrollieren seither die Spänebunker.

Insbesondere bei der vorausschauenden Wartung sieht Oppermann große Vorteile für die Maschinenverfügbarkeit. „In der Vergangenheit haben wir die Lager standardmäßig nach drei Monaten getauscht. Drei- bis viermal pro Jahr kam es durch frühere Lagerschäden zu plötzlichen, mehrstündigen Maschinenstillständen. Seit wir die Avian-Kameras installiert haben, sind diese Vorfälle auf null zurückgegangen“, zieht Oppermann ein positives Fazit.

Seit der Installation des Avian-Systems hatten wir keine ungeplanten Stillstände mehr.


Nico Oppermann, technischer Betriebsleiter Holz Schmidt

Seither tauscht Holz Schmidt die Lager auf Basis der erfassten Temperaturdaten. Ein KI-Algorithmus analysiert die Messwerte der Wärmebildkameras. Neben der höheren Maschinenverfügbarkeit ermöglicht das System, Werkzeuge und Lager bis zu ihrer tatsächlichen Verschleißgrenze zu nutzen. „Im Dashboard sieht man genau, wie rasch die Temperatur ansteigt. Je nach Dringlichkeit können wir die Wartungsarbeiten einplanen und, falls notwendig, vorziehen“, erklärt Oppermann.

Klar geregelte Alarmlogik

Holz Schmidt hat festgelegt, wer bei einem Temperaturanstieg informiert wird. Ein Voralarm dient als Hinweis auf einen notwendigen Wartungseinsatz und benachrichtigt den Schichtleiter. Überschreitet die Temperatur einen kritischen Wert, der auf einen Brandfall schließen lässt, alarmiert das System zusätzlich den Betriebsleiter, den Schlosser und den Brandschutzbeauftragten. „Alarmierungen, Benachrichtigungskanäle und Zugriffsrechte lassen sich sehr einfach anpassen. Auch die Installation der Kameras funktioniert dank des Plug-and-Play-Prinzips unkompliziert“, lobt Alexander Winkler, Brandschutzbeauftragter bei Holz Schmidt.

„Das Unternehmen kann die Temperaturschwellenwerte entweder selbst definieren oder von unserem Algorithmus festlegen lassen. Über die thermische Ansicht lassen sich die betroffenen Bauteile exakt identifizieren“, ergänzt Avian-Vertriebsleiter Raphael Kerschbaumer. Seit dem jüngsten Update wird im Dashboard der Temperaturwert jedes einzelnen Pixels angezeigt.

Stärkere Integration geplant

Noch passt Holz Schmidt die Maschineneinstellungen bei steigenden Temperaturen manuell an. Bereits in wenigen Monaten sollen sich die Absaugung und die betroffene Maschinengruppe automatisch abschalten, sobald kritische Werte überschritten werden, berichtet Winkler, der die konstruktive Zusammenarbeit mit Avian hervorhebt.

Eine Ausweitung auf zusätzliche Produktionsbereiche in Cölbe sowie auf die weiteren Standorte der Unternehmensgruppe ist laut Oppermann bereits angedacht und in Planung.

Auf der internationalen Holzmesse in Klagenfurt steht Avian in Halle 1, Stand E03 für persönliche Gespräche zur Verfügung.