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Innovativ am Posch-Schneidspalter SPK-500 ist das Greifervorschubsystem und die Vorwahlmöglichkeit der Scheitholzlänge © Sprenger

Forsttechnik und IT

Ein Artikel von Administrator | 09.07.2002 - 00:00
Interforst-Facts
Aussteller: 402 (gegenüber 414 im Jahr 1998), davon 111 (127) aus dem AuslandBesucher: 45.000 (43.000)Aussteller aus Österreich: 38
Informationsmanagement und Controlling für Forstbetriebe waren die Schwerpunkte der Interforst in München vom 3. bis 7. Juli. Der Trend dabei geht hin zu Komplettlösungen aus einer Hand von der digitalen Forsteinrichtung, der Nutzungsplanung, dem Materialbuch bis hin zu Schnittstellen für den Holzverkauf an die Sägeindustrie.
Dabei fehlt noch ein gemeinsamer Standard für Forstinformationssysteme auf GPS-Basis sowie einheitliche Schnittstellen zur Sägeindustrie. Auf der Messe traten nicht nur private Kommunikationsdienstleister auf, auch deutsche Staatsforstverwaltungen sowie die ÖBf präsentierten ihre Lösungen, die für mittelgroße Privatforstbetriebe und große Forstbetriebsgemeinschaften adaptierbar sind.
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Innovativ am Posch-Schneidspalter SPK-500 ist das Greifervorschubsystem und die Vorwahlmöglichkeit der Scheitholzlänge © Sprenger

Arbeitstechnik und Sicherheit. Die Sonderschauen und Foren stellten die praktische Umsetzung von Arbeitssystemen am Stand der Technik auch mittels Simulation in den Mittelpunkt. Arbeitssicherheit und Umweltschonung aber auch Rationalisierungsmöglichkeiten wurden den zahlreichen Forstunternehmern vermittelt. Die Lehren aus der Sturmholzaufarbeitung nach „Lothar” brachten wie vor 10 Jahren („Vivian” und „Wiebke”) einen deutlichen Erkenntnisschub.
Die Qualitätssicherung bei der Waldarbeit ist dabei nicht nur ein Thema des KWF oder der forstlichen Ausbildungsstätten sondern auch des Deutschen Forstunternehmerverbandes.
KWF-Innovationspreise Forst
Am 4. Juli überreichte der bayerische Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, die KWF-Neuheiten-Medaille an 12 innovative Firmen:
--HSM Hohenloher Spezialmaschinenbau - Tragschlepper HSM 208 M
--Konrad Forsttechnik - Laufwagen Woodliner 3000
--Partek Forest - Kettenharvester Valmet 911.1
--Rudolf Rancke Fahrzeugbau - Deichsel-Tiefladeanhänger
--Welte Fahrzeugbau - Konstantzugwinde
--Alumatec - Hubarbeitsbühne
--Guntamatik Heiztechnik - Biomassekonverter
--HDG Bavaria - Pellets-Heizanlage
--Posch - Schneidspalter
--Grube Forstgerätestelle - Sicherheitssschuh
--Pfanner Schutzbekleidung - Schnittschutzjacke
-Karl Schlegel - Herkunftsüberprüfbare Forstpflanzen
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Für heuer kündigt Pfanner noch weitere Innovationen bei der Forstarbeiter-Schutzbekleidung an © Sprenger

Logistik im Forst. Die Optimierung der Logistikkette umfasst nicht nur den Waldbau, die Holzernte, den Holztransport und die Vermarktung sondern auch die Ausschöpfung aller Nebennutzungen. Große Holzerntedienstleister, die mit dem Kauf ab Stock bis zum Werk auftreten, stehten derzeit in Deutschland in starker Mengen- und Preiskonkurrenz zu spezialisierten Unternehmern und Holzhändlern um die Marktvormacht.
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Seiltechnik ist nur ein Standbeinvon Konrad Forsttechnk: Unterberger, Konrad, Stuber (Vertrieb Frankreich), Konrad (v. l.) © Sprenger

Motor Biomasse. Vor allem die Nutzung von Holz zur Energiegewinnung erhielt ein starkes Echo. Die neue Generation großer Hack-, Spalt- und Heizanlagen setzt dabei voll auf den rationellen, gemeinschaftlichen Einsatz. Mit der zunehmenden Zahl an Biomasse-Fernwärmenetzen ist die Zerkleinerung von Altholz auch in Östereich wieder gefragt.
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3 Neuheiten zeigte Silvia Koller: Neue Funksteuerung von Gross-Funk, den selbstfahrenden Laufwagen MSK 10 und das erste funkferngesteuerte Chokersystem in Österreich © Sprenger

Harvester versus Seilkran. Waren in den vergangenen Jahren die großen Innovationen bei der hochmechanisierten Holzernte mittels Harvester und Rückezügen zu orten, so gaben die Seilgeräteproduzenten jüngst wieder starke Lebenszeichen von sich.
Größere Masten mit höheren Laufwarengeschwindigkeiten und Anhängelasten sowie funkferngesteuerte Chokersysteme spielen ihre Vorzüge vor allem im Bergwald und bei stärkerem Holz wieder stärker aus. Die verbesserten Steuerungen erreichen höhere Reichweiten und sind gegen Funkstörungen besser gewappnet. Noch kein Thema für die Praxis sind die vielfach verfügbaren, automatischen Notrufsysteme.Mut zur Größe. Die Seilwinden im Bodenzug wuchsen bei höheren Anhängelasten (teilweise nun auch Stirnradgetriebe) und setzen auf eine höhere Reichweite. Auch Harvester-/Forwarderkräne wurden bereits bei einigen Herstellern verlängert und erreichen nun je nach Aggregat bis 12 m Reichweite.