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Schnittholz - nach Kundenwunsch im Lohnschnitt erzeugt - lagert zum Großteil in der offenen Halle, die an das Bürogebäude angeschlossen ist © Pachler

Gewusst wo

Ein Artikel von Administrator | 07.01.2003 - 00:00
Durch Zufall entstand die Kundenbeziehung des Ingolstädter Bauunternehmers und Baustoffhändlers DI (FH) Hermann Bacher zum Holzhändler Johann Burgstaller in Vöcklamarkt. Diese Begegnung führte 2000 dazu, dass Burgstaller, der keinen Nachfolger für sein Unternehmen hatte, Bacher den Betrieb zum Kauf anbot.
Nach reiflicher Überlegung stimmte Bacher zu und er bereut diesen Schritt keineswegs: „Ich möchte mich bei der Familie Burgstaller bedanken, für das große Vertrauen, dass sie mir entgegen gebracht haben”, so Bacher. Burgstaller steht dem Unternehmen mit seinem Fachwissen weiterhin als Konsulent beratend zur Seite.Wertholz, nicht Massenware. Das Unternehmen ist ein reiner Handelsbetrieb - und das soll er, laut Bacher, auch bleiben. Gehandelt wird vor allem Rundholz. „Nicht über die Masse, sondern über den Wert”, wie Bacher betont. Nur weniges davon wird im Lohnschnitt weiter verarbeitet und erst dann verkauft. Das Holz stammt aus Österreich und den umliegenden Nachbarländern.
Der Einkauf erfolgt durch die Mitarbeiter des Unternehmens. „Wir haben zwar Leute, die auf Provision Holz aquirieren, aber übernommen wird es immer von unseren Mitarbeitern. Die Definitionen für die unterschiedlichen Qualitäten stimmen in den Nachbarstaaten nicht immer mit denen in Österreich überein”, erklärt er.
Zuständig für die Holzübernahme ist vor allem der Förster Andreas Gamsjäger. Geleitet wird der Standort Vöcklamarkt vom Prokuristen Norbert Salfinger.
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Schnittholz – nach Kundenwunsch im Lohnschnitt erzeugt – lagert zum Großteil in der offenen Halle, die an das Bürogebäude angeschlossen ist © Pachler

Verstärkte Eichen-Nachfrage. Kunden in Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien werden von Burgstaller-Holz beliefert. „Einige Stammkunden geben schon ein Jahr voraus ihre Bestellungen auf. Wir übernehmen dann die Beschaffung für sie. Natürlich müssen wir uns aber auch um neue Kunden umsehen. Da sind die gewünschten Holzarten dann stark abhängig von den momentanen Trends - wie in der Mode”, gibt Bacher Auskunft.
Er nehme in dieser Saison eine verstärkte Nachfrage nach Eiche wahr, wohingegen diese bei Buche und Esche um einiges zurückgegangen sei. Insgesamt laufe Österreich gut.Gute China-Verbindung. Im Vorjahr ist es Bacher auch gelungen, Kunden in China zu beliefern. Dort hat er durch den Handel mit Natursteinen bereits gute Verbindungen und diese nützt er nun auch für das Holz. „Wir haben einen deutsch und chinesisch sprechenden Mann, der die Kontakte dort herstellt. Im Jänner möchten wir 1 bis 2 Holzhäuser nach China liefern”, so Bacher.
Das Bacher-Bauunternehmen in Ingolstadt/DE, das sich im Laufe von 100 Jahren aus einer Maurerei entwickelt hat, ist noch immer ein Familienbetrieb. Eine Zimmerei, ein Holzfachmarkt und ein Spezialbaustoff-Handel erweitern mittlerweile das Geschäftsfeld.
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Prokurist Norbert Salfinger am Rundholzplatz: Hier wird Wertholz aus ganz Europa gehandelt © Pachler

Kunden: Handel und Industrie. Burgstaller-Holz beliefert vorwiegend den Handel und die verarbeitende Industrie. „Kleine Tischlereien können wir aus logistischen Gründen nicht beliefern. Außer sie kommen aus der näheren Umgebung zu uns, sonst sind die benötigten Mengen zu klein”, erklärt der Unternehmens-Leiter. Die Zustellung erfolgt zum Großteil über Speditionen.Holz-Workflow-System. Da sich die umgeschlagenen Mengen erhöht haben und nicht mehr eine Person für das Holz zuständig ist - „Der Johann Burgstaller hat das alles im Kopf gehabt” - ist es nun nicht mehr so leicht, den Überblick über die verfügbare Ware zu behalten. So entstand im Vorjahr die Idee, gemeinsam mit Info-Data, Lichtenberg, und dem Möbel- und Holzbau-Cluster, Linz, ein Workflow-System für das Wertholz zu entwickeln.
Dieses wurde im Laufe des vergangenen Sommers schließlich in die Tat umgesetzt: Mittels Handheld-Computer werden bei der Übernahme des Holzes sämtliche Daten, wie Qualität, Dimension, Herkunft und Lagerplatz eingegeben. Das Holz wird mit einer Nummer versehen, der ein Barcode hinterlegt ist.
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Stämme sind jeweils mit Nummern versehen, die bei jeder Manipulation mittels Handheld eingelesen werden © Pachler

Inventur auf Knopfdruck möglich. Bei jeder weiteren Manipulation wird der Code per Hand-Scanner von Latschbacher, Kronstorf, eingelesen. So kann zu jedem Zeitpunkt der genaue Ort des Holzes überwacht werden. Die Daten aus dem Handheld können entweder direkt am zentralen EDV-System eingelesen, oder per E-Mail und Funk übertragen werden.
Fragen Kunden an, kann die vollständige Lagerliste eingesehen werden. Die Inventur ist auf Knopfdruck möglich. „Daraus ergeben sich auch in der Manipulation erhebliche Erleichterungen”, ist Bacher vom System begeistert, dass sich mittlerweile im 1. Praxiseinsatz befindet: „Die Info-Data-Mannschaft hat wirklich perfekt gearbeitet.”
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Rundholz-Übernahme im Handelsunternehmen direkt vom Polter © Pachler

Biomasse-Projekt. Burgstaller-Holz ist auch einer der Hauptgesellschafter am Linzer Unternehmen Solisolar. Dort läuft im Moment die Entwicklung eines Verfahrens für die Gewinnung von Strom aus Biomasse.
Dieses ist bereits patentiert und Bacher hofft nun auf die Zusammenarbeit mit dem FFF. Vor allem für Anlagen in einem Leistungsbereich von 100 bis 300 kW elektrisch soll das System eine wirtschaftlich attraktive Alternative darstellen.
Das Holzhandelsunternehmen an sich, soll in Zukunft in seiner Größe erhalten und ein reiner Handelsbetrieb bleiben. Die neue EDV-Lösung von Info-Data soll dabei unterstützen. Stolz ist Bacher auf seine Mitarbeiter: „Ich kann nicht dauernd in Vöcklamarkt sein. Da ist es wichtig, dass ich so verlässliche Leute habe.”
Wie Salfinger berichtet, ist das Unternehmen seit 15. Dezember nun offiziell nach den PEFC-Richtlinien zertifiziert.
Burgstaller-Facts
Gründung: 1985 durch
Johann Burgstaller
Übernahme: 2000 durch
DI (FH) Hermann Bacher
Standort: Vöcklamarkt/OÖ
Mitarbeiter: 5
Geschäftsfelder: Handel mit Rund-
und Schnittholz
Kunden: Handel und Holzindustrie
Umschlag: 20.000 fm/J, davon 40%
Laubholz und 60% Nadelholz
Märkte: Österreich, Deutschland, Italien,
Frankreich, China (Ausbau geplant)