11054698525852.jpg

DI Winfried Eberl, Holzcluster Steiermark und Waldverband Steiermark © Heidelbauer

Neue Transportideen

Ein Artikel von Administrator | 20.05.2003 - 00:00
Innovative technische und logistische Lösungen für den Schienen-Güterverkehr wurden beim Fachsymposium der FH Joanneum am 7. Mai in Graz erörtert und vorgestellt. Mit der Anlieferung von Säge-Hackgut zu den Papierfabriken im kombinierten Verkehr befasst sich das Projekt Hako, welches gemeinsam mit Papierholz Austria betreut wird, so Projektverantwortlicher Mag. Hannes Pichler, FH Joanneum.
Es sollen verschiedene Container- und Umschlagsysteme auf ihre Effizienz, Flexibilität (Stra-ßen- und Schieneneinsatz) sowie Praxistauglichkeit geprüft werden. Zur Auswahl stehen 20 ft-Container, 7,82 m-Wechselaufbauten, lichtraumoptimierte oder verdichtbare Behälter sowie Bodenentlade-Systeme. Die Untersuchungsergebnisse sollen im September vorliegen.Konzentration der Holzverladestellen. Rund 25% der gesamten Holztransporte werden von der Bahn erledigt, so Mag. Peter Seebacher, Rail Cargo Austria. Die beförderte Holzmenge betrug im Vorjahr 9,5 Mio. t und wies damit einen Anstieg von 87% gegenüber 1993 auf. Für den Nahverkehr gibt es unter 150 km Transportentfernung Probleme, da der Lkw meist wirtschaftlicher fährt.
Als durchschnittliche Beförderungsdistanz nennt Seebacher 220 km. Geplant ist eine deutliche Reduktion der 600 Güterabfertigungs-Stellen auf 150. Kombinierter Verkehr ist zu forcieren.Logistikfeind Road-Pricing. Mit der Optimierung der Logistikkette vom Wald bis zur Holzindustrie könnten 7 bis 9 Euro/fm eingespart werden, erklärt DI Winfried Eberl, Holzcluster und Waldverband Steiermark. Diese Anstrengungen werden durch das Road-Pricing aber wieder zunichte gemacht. Laut einer Logistik-Studie des Holzcluster Steiermark betragen die Kosten bei 79 km mit 30 km Autobahnanteil und leerer Retourfahrt bis zu 58 C/fm. Für eine Einzelfuhr auf 126 km Autobahn ergibt das Road-Pricing eine Kostenbelastung von 2,43 Euro/fm.
11054698525852.jpg

DI Winfried Eberl, Holzcluster Steiermark und Waldverband Steiermark © Heidelbauer

Umweltfreundliche Bahn forcieren. Obwohl die Forstwirtschaft dezentrale Produktionsstätten aufweist, möchte man die Bahn aus Umweltgründen mehr einbinden, so Eberl. Derzeit wird rund 10% des Holztransports auf der Schiene abgewickelt. Die mittlere Distanz vom Wald bis zur Holzindustrie be-trägt nach der steirischen Logistik-Studie deutlich unter 150 km. In einem gemeinsamen Pilotprojekt mit der ÖBB werden geeignete Standorte für die Holzverladung untersucht. Dort sollen die Holzströme gebündelt und zielgerichtet an die Abnehmer gebracht werden. Für die Verlade-Terminals benötigt man eine Gleislänge von 250 bis 300 m (gleichzeitiges Beladen von 10 bis 12 Waggons), ein befestigtes (nicht asphaltiertes) Pufferlager für mindestens 500 fm und eine effiziente Waggon-Bereitstellung und -steuerung.Universeller Tragwagen. Innovative Holztransportideen zur Stärkung des Schienenverkehrs möchte man mit dem Wood-Railerkonzept von Innofreight, Krieglach, und TVT Nova, Marburg/SI, verwirklichen, so DI Peter Wanek-Pusset von Innofreight. Der neue Tragwagen soll für den universellen Transport von Rund- und Schnitthölzern, Containern sowie Wechselbehältern einsetzbar sein und damit Leerfahrten vermindern. So können Holzstämme ins Sägewerk geliefert und Schnittware oder Hackgut bei der Rückfahrt mitgenommen werden. Dafür wurde ein neues Rungensystem mit drehbar gelagerten Rungen entwickelt.
11054698525854.jpg

Leicht lässt sich die Runge beim Wood-Railer herunterklappen – multifunktioneller Tragwagen für Rund- und Schnittholz sowie Container © Heidelbauer

Drehbolzen geschont. Entscheidend ist, dass die Runge oberhalb des Drehbolzens einen längsverschiebbaren Rungenschuh besitzt, der eine allseitige Abstützung ermöglicht. Damit wird der Bolzenverschleiß we-sentlich reduziert, so Wanek-Pusset. Durch Anheben des Rungenschuhs lässt sich die Runge leicht händisch umklappen und fixieren. Für die Beladung von Schnittholz werden die Rungen umgelegt und danach wieder aufgestellt. Bei der Container-Aufnahme werden nach innen klappbare Riegel verwendet. Weiters ist der Wood-Railer für den kombinierten Verkehr konzipiert. Im August ist die internationale Markteinführung geplant.Wald bis Übersee. Um die Transportkette vom Wald bis zum Empfänger in Übersee ohne Unterbrechung zu durchlaufen, wurde der LogRac-Container entwickelt, so Dfkm. Kay Petersen, Ahrenkiel Shipmanagement, Hamburg/DE. Bei einer Tragfähigkeit von 35 t können bis zu 12 m lange Stämme aufladen werden. Für den Leertransport lassen sich 4 LocRacs aufeinander stapeln.
Mit der operativen Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette vom Wald bis zum Handel wird der Spediteur im Holztransport zukünftig befasst sein, so Herbert Wied, Schenker, Graz. IT-Lösungen und logistische Netzwerkarchitektur sollen dabei helfen.Dreiecksverkehr mit Italien. Die Optimierung des Schnitt-holztransportes nach Italien wurde im Projekt „Combiwood” un-tersucht, so Mag. Elke Nuspl, FH Joanneum. Aus der Marktanalyse ließ sich der Wagenbedarf und seine Erfordernisse sowie die Retourfracht ableiten. Für den Dreiecksverkehr Österreich, Italien, Deutschland werden 4 Ganzzüge pro Woche vorgeschlagen. Nachdem das Schnittholz in Italien abgeliefert wurde, könnten Fliesen aus dem Raum Modena nach Deutschland (Hannover) transportiert werden. Von Deutschland nach Österreich (Graz) würden sich Autoteile als Retourwaren anbieten.