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Johannes Riegler und Andreas Kogler (v. l.) © Sprenger

Stockkauf steigern

Ein Artikel von Dipl.-Ing. Anton Sprenger | 23.11.2004 - 00:00
Seit 4 Jahren ist Stora Enso Timber, Brand, in Österreich im Stockkauf aktiv”, informiert DI Andreas Kogler, Leiter Wood Supply Europa Süd. Heuer bewältigte der Stockholzbeauftragte, Ofö. Ing. Johannes Riegler, bereits 100.000 fm - vorwiegend aus Ober- und Niederösterreich. Jetzt will man diesen Bereich personell verstärken, um die Mengenzuwächse bewältigen zu können und zugleich Beratungsleistungen und die Qualität der Holzerntelogistik zu steigern.
„Während Stockkauf in Österreich in den 1990er-Jahren praktisch kein Thema war, haben wir über die skandinavischen Erfahrungen hier ein Potenzial erkannt – mit der Neuorganisation von Stora Enso Wood Supply haben wir dann diese Dienstleistung verstärkt angeboten“, freut sich Kogler über die Entscheidung. „
Steigende Nachfrage. Vor allem in Kleinwald und mittleren Forstbetrieben, wo es kaum eigenes Personal gibt, haben wir steigende Nachfrage festgestellt. Die pauschalierten Betriebe nutzen dabei auch die steuerlichen Vorteile. Große Forstbetriebe nutzen unser Service immer wieder bei speziellen Projekten oder auch Kalamitätsnutzungen. Es gibt in der Branche Befürchtungen, dass Stora Enso damit Jobs von Forstpersonal gefährdet. Das ist aber sicher nicht der Fall“, stellt Kogler im Forstzeitungsgespräch klar.
Lieferanten entscheiden. „Wir bieten unseren Holzeinkauf mit den drei Möglichkeiten – frei Waldstraße, frei Werk oder ab Stock – an. Der Lieferant entscheidet“, so Kogler. „Mit dem Kauf ab Stock sprechen wir zu einem guten Teil Mehrmengen an, die etwa von Hof fernen Waldbesitzern nicht auf den Markt gebracht worden wären“, so Kogler.
Stockkauf ist Mehrarbeit. „Stockkauf ist Mehrarbeit“, weiß Oberförster Riegler. Nach fast 20 Jahren Revierdienst kam er 2000 zu Stora Enso, wo er sich zum Stockkauf-Experten mauserte und diese neu geschaffene Position seit Juli 2003 besetzt. Beginnend von der waldbaulichen Beratung (Auszeige) bis hin zur Einsatzplanung, Rundholzsortierung samt Qualitätsüberwachung der Schlägerungsunternehmer und Frächterdisposition liegt das Potenzial vor allem in der Steigerung der Maschinenauslastung und der Nutzung eines rationellen Holzflusses ins Werk. „Der Kauf ab Stock wird nur für Nadelholz angeboten. Im Schnitt sind die Partien über 400 fm groß, aber in Kombination mit eng benachbarten Einsatzorten können bis 50 fm kleine Partien übernommen werden“, so Riegler. Maschinenüberstellung und damit verbundene Zeitverluste sind große Kostenfaktoren in der Kalkulation.
Kernunternehmer. Regional eingesetzte Kernunternehmer sollen Jahresmengen von über 20.000 fm erhalten und haben damit eine Maschinenauslastung bis zu 2000 Betriebsstunden pro Jahr garantiert. Auf Wunsch der Lieferanten wird auch mit anderen Harvester-Unternehmern flexibel zusammengearbeitet.
„Im Schnitt können wir den Ernteeinsatz mit einem halben Jahr Spielraum frei disponieren. Der Abtransport von Blochholz in die eigenen Werke wird unter sieben Tagen bewältigt. Neben einem zweiten Stockkauf-Experten fällt in nächster Zeit die Entscheidung über eine Holzlogistik- Software.
„Langfristig wollen wir 20 bis 30% unserer Holzeinkaufsmenge in Österreich ab Stock erzielen“, so Kogler
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Johannes Riegler und Andreas Kogler (v. l.) © Sprenger