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Einari Vidgrén lenkte 40 Jahre die Geschicke von Ponsse © Christa Feichtner

Einari Vidgrén †

Ein Artikel von Christa Feichtner | 27.10.2010 - 00:37
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Einari Vidgrén lenkte 40 Jahre die Geschicke von Ponsse © Christa Feichtner

Am 26. Oktober ist völlig überraschend Einari Vidgrén, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Ponsse im Alter von 67 Jahren verstorben. Im August feierte das finnische Familienunternehmen sein 40-jähriges Bestehen. Im Aufsichtsrat wurde nun sein Sohn Juha Vidgrén zum Vorsitzenden ernannt. Stellvertreter ist Heikki Hortling.

Einari Vidgrén wurde als Sohn eines Kleinbauern in der finnischen Provinz Nordsavonien geboren. 1957, im Alter von nur 14 Jahren, begann er als Holzfäller. Mit 27 beschäftigte Vidgrén bereits 25 Holzfäller, was ihn zu einem großen finnischen Unternehmer machte. Die damaligen Holzernte-Maschinen wiesen eine geringe Lebensdauer auf. 1969 entwickelte Vidgrén einen Tragschlepper zur eigenen Verwendung. Er nannte den Schlepper Ponsse nach einem Mischlingshund, der durch das Dorf streunte. Der Ponsse wurde zuerst auf dem Gelände des finnischen Forstunternehmens Tehdaspuu eingesetzt und nach einem Jahr bat Tehdaspuu Vidgrén, weitere Tragschlepper dieser Art zu bauen. Dies veranlasste Vidgrén, eine Forstmaschinenfabrik in Vieremä/FI zu gründen. Mit einer Mehrheit von nur einer Stimme entschied der Gemeinderat, ein Werk zu bauen, das an den Hersteller vermietet werden sollte. Das Gebäude wurde Ende 1970 fertig gestellt und Ponsse Oyj wurde gegründet.

Die erste von Ponsse in Serienproduktion hergestellte Forstmaschine war der Tragschlepper Paz. Der Beginn von Ponsse war von Problemen und Rückschlägen geprägt. Geldmittel standen begrenzt zur Verfügung und Kredite erhielt man nur schwer. Der Durchbruch in der Entwicklung der Forstmaschinen wurde schließlich in den Achtziger-Jahren erzielt. Ponsse wurde 1983 plötzlich bei Mitbewerbern und Kunden gleichermaßen bekannt, als der legendäre Tragschlepper Ponsse S 15 einführt wurde. Die teilweise aus Aluminium konstruierte Karosserie der Maschine war bedeutend leichter als die der Konkurrenten und erwies sich auf Waldböden als vorteilhaft.

Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des ersten Harvester-Aggregats, des H 520, im Jahr 1986. Dies war ein wichtiger Schritt bei der Erweiterung der Produktfamilie von Tragschleppern hin zu Harvestern. In den 1990er-Jahren wurde die Produktfamilie erweitert und Opti, ein fortschrittliches Mess- und Informationssystem für Forstmaschinen, auf den Markt gebracht. Zur Ponsse-Gruppe gehören inzwischen das Mutterunternehmen Ponsse Oyj und elf Tochterunternehmen sowie Epec, wo integrierte Maschinensteuerungssysteme gefertigt werden. Ponsse hat ein Netzwerk von 26 Fachhändlern aufgebaut. Alle Forstmaschinen und Harvesteraggregate werden in Vieremä konstruiert und gefertigt.

Die Unternehmensprinzipien und betrieblichen Abläufe basieren auf den ursprünglichen Regeln von Einari Vidgrén. Ausgangspunkt der Arbeit von Vidgrén war immer der Kunde: alle Innovationen wurden daran gemessen, wie die Kunden sie bewerten und wie sie bei ihrer Arbeit von ihnen profitieren können.