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Entwicklung von Rund- und Schnittholzpreis (rot) in Österreich (100% = Januar 1989) mit Sturmereignissen © Holzkurier

Preisschere wie vor Windwurf-Katastrophen

Ein Artikel von DI Hannes Plackner (für Timber-Online bearbeitet) | 04.07.2012 - 09:58
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Von 1965 bis 1989 folgte der Schnittholzpreis exakt dem Rundholzpreis - dann kamen die Windwürfe © Schwarzbauer
Die Rundholz-Schnittholzpreis-Schere nähert sich mittlerweile einem Niveau an, das es seit 1989 erst zwei Mal gegeben hat – „langfristig aber dem Niveau der 1960er- bis 1980er-Jahre ähnelt“. In der von Univ.-Prof. Peter Schwarzbauer (Universität für Bodenkultur, Wien) aufbereiteten Statistik (s. Grafik oben) sind die Rund- und Schnittholzpreise seit Januar 1989 (=100) als Indexwerte aufgetragen.

Der Startpunkt liegt vor den großflächigen Windwürfen in Österreich (s. Tabelle). Das damalige Rund- und Schnittholzpreisverhältnis blieb über Jahrzehnte konstant. Denn, wie Schwarzbauer statistisch nachwies, folgte der Schnittholzpreis dem Rundholzpreis von 1965 bis 1989 so gut wie ohne Abweichungen (s. Grafik li. unten). Dieses Verhältnis änderte sich in nach 1989 zugunsten der Sägewerke aufgrund des günstigeren Windwurfholzes. Nur zwei Mal wurde das Vor-Windwurf-Verhältnis kurz erreicht: Ende 1997 und im Januar 2008.


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Entwicklung von Rund- und Schnittholzpreis (rot) in Österreich (100% = Januar 1989) mit Sturmereignissen © Holzkurier
Als Basis für den Schnittholzpreis wurde die Außenhandelsstatistik herangezogen. Diese notiert seit 1989 monatlich Exportvolumen und -Wert, woraus sich der durchschnittliche Kubikmeterpreis berechnen lässt. „Der Preis von Nadelschnittholz wird ohnehin am Weltmarkt gemacht“, erklärt Schwarzbauer.

Nachdem nun über mehrere Jahre keine Groß-Windwürfe aufgetreten sind, scheint sich die Rundholz-/Schnittholzpreis-Schere wieder dem „Normalniveau“ vor 1989 anzunähern. Tatsächlich verzeichnet man seit neun Monaten (Daten liegen bis März 2012 vor) ein Rundholz-/Schnittholzpreis-Verhältnis, das ±5 % dem von 1989 – und der üblichen Relation der 25 Jahre davor – entspricht. Rein statistisch gesehen ist der aktuelle Rund- beziehungsweise Schnittholzpreis somit ein Zurückkehren auf ein Niveau wie es von 1960 bis 1990 herrschte.

Aktuell liegt der Schnittholzpreis-Index mit 113,9 Punkten (Januar 1989=100) unter dem Rundholzpreis-Index mit 114,6 Punkten. Das war zuletzt von Dezember 1997 bis Februar 1998 der Fall.

Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Rund- und Schnittholzpreise heute um 15 % höher als vor 23 Jahren notieren. Auch andere Einflussgrößen (Transport-, Energie- und Arbeitskosten) haben sich verteuert.
Die größten Windwurfschäden von 1990 bis 2010
Nr.JahrNameSchadschwerpunktAusmaß
11990Vivian, WiebkeMitteleuropa>100 Mio. fm
21999LotharFrankreich, Deutschland, Schweiz180 Mio. fm
32002UschiÖsterreich, Tschechien6 Mio. fm
42005Erwin, GudrunSkandinavien, Baltikum85 Mio. fm
52005SilvioSlowakei8 Mio. fm
62007PerSchweden12 Mio. fm
72007Kyrill, OlliMitteleuropa>55 Mio. fm
82008PaulaÖsterreich6,3 Mio. fm
92008AnnetteSchweden>1,2 Mio. fm
102008EmmaÖsterreich, Deutschland, Tschechien9,5 Mio. fm
112009KlausFrankreich40 Mio. fm
122010XynthiaDeutschland, Frankreich4,7 Mio. fm

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