Das vor zehn Jahren gegründete größte mitteleuropäische Waldbiomasse-Kraftwerk Simmering versorgt 66.000 Haushalte und hat einen Brennstoffbedarf von 600.000 srm. „2013 wurden in 7800 Betriebsstunden 229.500 MWh Wärme und 131.500 MWh Strom erzeugt. Die Umsatzerlöse betrugen 18,6 Mio. € und haben sich in den vergangenen Jahren auf einem hohen Niveau eingependelt“, berichtete Wien Energie-Geschäftsführerin Dr. Susanne Zapreva bei einem Hintergrundgespräch am 16. Jänner vor Ort. Dies sei bemerkenswert, da mit der Einführung eines Systemdienstleistungs- und Netzverlustentgelts Abgaben in der Höhe von 350.000 €/J anfielen. Außerdem erhalte das Kraftwerk den niedrigsten Ökostromtarif bei Biomasse (10,2 Cent/kWh). „Trotzdem konnten wir im Durchschnitt ein positives EGT erreichen. Dies machte im Vorjahr 300.000 € aus“, informierte Zapreva.
Wirkungsgrad von 80%
Durch die Kraft-Wärme-Koppelung erreiche man in Simmering einen Wirkungsgrad von 80%. „Durch die ökologische Energieproduktion können wir 115.000 t Kohlendioxid-Emissionen einsparen. Außerdem liegen die werkseigenen Emissionsgrenzwerte bereits 50% unter den gesetzlich vorgeschriebenen Werten“, betont Zapreva. Rund 7% des österreichischen Ökostroms aus Waldbiomasse werden im Kraftwerk Simmering erzeugt. „Durch die energetische Nutzung der Waldbiomasse, bestehend aus Ästen, Wipfeln, faulen Stücken oder Bruchhölzern, wurde eine alternative Verwertungsmöglichkeit geschaffen. 45% der ÖBf-Flächen sind für Biomasse-Entnahmen geeignet“, erläuterte ÖBf-Vorstand Dr. Georg Erlacher. Außerdem diene die Waldbiomasse-Gewinnung der Waldpflege und dem Forstschutz. Die ÖBf arbeiten unter anderem bei der Rohstoffversorgung mit der ARGE Biomasse, bestehend aus den drei privaten Forstbetrieben Stift Heiligenkreuz, der Stiftung Liechtenstein und den Esterhazy-Betrieben sowie dem Waldverband NÖ, zusammen. Weiters wies Erlacher darauf hin, dass der überwiegende Teil der Waldbiomasse aus Qualitätsgründen für die stoffliche Verwertung (Holzwerkstoff-, Papierindustrie) nicht verwendbar sei. Bei der gesamten Holzerntemenge 2012 mit 18 Mio. Efm entfielen 13,3% (2,4 Mio. fm) auf Waldhackgut, wovon nur 5% (120.000 fm) disponibel für stoffliche oder energetische Nutzung wären.Kurze Transportwege
„Die durchschnittliche Transportentfernung beträgt 80 km. Ein Großteil der Waldbiomasse kommt aus der näheren Umgebung, wie Niederösterreich oder Burgenland, sowie bei gleicher oder kürzerer Entfernung aus den Nachbarländern Tschechien, Slowakei oder Ungarn“, erklärte Erlacher. Die Anlieferung erfolgt hauptsächlich mit Lkw. Weiters gibt es einen Bahnanschluss und über den Albener Hafen sind Transporte per Schiff möglich.Simmering-Facts 2013:
Gesellschafter: Wien Energie (66,6%) und ÖBf (33,3%)Produktion: 229.500 MWh Wärme, 131.500 MWh Strom
Brennstoffbedarf: 600.000 srm/J Waldbiomasse
Mittlere Transportentferung: 80 km
Umsatz: 18,6 Mio. €
EGT: 300.000 €
Einsparung: 115.000 t Kohlendioxid-Emissionen
Investitionsvolumen: 56 Mio. €