Versorgung angespannt
Die Versorgung der Sägewerke ist speziell in Ostbayern und Südösterreich regional eher schlecht. Einerseits bremst die Witterung (hohe Schneelage und/oder Straßensperren), andererseits ist der Kleinprivatwald teilweise schon wieder auf den Feldern – beziehungsweise „war heuer gar nicht im Wald“. Letzteres soll speziell für Bayern gelten. Weit und breit fehlt der „Bauernbuckel“ (gehäufte Erntemengen vor Beginn des Frühjahres) und der Großprivatwald muss erst die Schadholzsituation 2021 abschätzen.
In Bayern gibt es die preisliche Nord-Süd-Teilung. Der Norden war 2020 erneut stärker von Käferholz betroffen. Dort dominiert das Schadholz noch die Preisgestaltung der Rundholzkäufer. Im Süden/Südosten Bayerns ist eine ähnliche Aufwärtsdynamik eingetreten wie etwa in Österreich. Die Wünsche der Waldbesitzer gehen parallel zu Österreich in Richtung einer Preisspanne von 90 bis 100 €/fm. Der Holzkurier macht für März eine Preisspanne von 81,5 bis 90 €/fm (+3,8 €/fm zu Februar) in Bayern fest. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bewegen sich derzeit noch am unteren Preisrand. Sie sind durch Langfristverträge gebunden und kaum am Spotmarkt vertreten. Durch das Forstschäden-Ausgleichsgesetz könnten die BaySF heuer überdies zu einer Einschlagsrücknahme gezwungen sein.
In Baden-Württemberg lag das Preisniveau im März zwischen 79 und 86 €/fm. Das ist zum Vormonat ein Anstieg um 2,5 €/fm. Das Schadholz im Bundesland soll weitgehend aufgearbeitet sein, die Nasslager wurden aufgelöst.
Die derzeit starke Nachfrage könnte in Mitteldeutschland die Schadholzbewertung etwas ändern. Eigentlich stehen gelassene Stämme dürften mitunter nun doch noch genutzt werden.
Plus 4 €/fm in Österreich
Um fast 4 €/fm ist im März der Preis für Fi/Ta-Rundholzpreis (B, 2b) in Österreich gestiegen. Die neue Preisspanne laut Holzkurier liegt nun im Mittel bei 85,8 bis 90,7 €/fm.
Knapp ist die Versorgung insbesondere in Südösterreich aufgrund der Straßensperren und der Schneelage im Hochgebirge. In den tieferen Lagen im Norden ist der Kleinprivatwald mit der Holzernte fertig. Daher wird der April von den Sägern hinsichtlich der Rundholzversorgung noch mit Sorge betrachtet.
Allfälliges Schadholz käme erst gegen Ende des 2. Quartals. Der Großprivatwald wird wohl erst nach Erkennen der ersten Schadholzeinschätzung 2021 aktiver im Wald werden. Nur wenn keine allzu großen Mengen befürchtet werden, kann man voll in den Frischholzeinschlag einsteigen.
Tschechien: weniger Angebot
In Tschechien, das prozentuell am stärksten von der Borkenkäferkalamität betroffen war und ist, steigen die Preise ebenfalls. „Die Zeit, wo man alles sofort bekam, ist vorbei“, heißt es von Einkäufern, die auf Tschechien spezialisiert sind.
Lang- statt Leimholz?
Angesichts der Auslieferverzögerungen und Preissprünge beim Leimholz scheint es in Österreich eine echte Langholzrenaissance zu geben. Die Langholznachfrage steigt – und damit steigen auch die Preise.
Für das 2. Quartal dürfte es in allen Regionen Süddeutschlands und Österreichs zu weiteren Rundholzpreissteigerungen kommen. Zu Redaktionsschluss gab es noch wenige Abschlüsse für das 2. Quartal.
Preisrutsch bei Spänen
Im März kam es zu einer drastischen Abnahmeverschärfung bei Sägerestholz in Österreich. Speziell bei Spänen gab es aufgrund des starken Angebots einen Preisrutsch. Der Holzkurier macht diesen mit 2 €/Srm bei den Spänen fest, Hackgut verlor im Mittel 50 Cent/Srm.
Es ist nicht unüblich, dass „zu viele“ Späne zu dieser Jahreszeit auf den Markt kommen. Doch heuer ist die Situation aus zwei Hauptgründen verschärft. Einerseits schneiden die Sägewerke saisonunüblich auf höchstem Niveau. Andererseits dämpft der vermehrte Altholzeinsatz in der Plattenindustrie den Späneabsatz. Die Hauptsaison für die Pelletsproduktion ist aber mittlerweile überdies vorbei.
Bei Hackgut ist der Einfluss der hohen Sägewerksproduktion ähnlich. Hier gibt es außerdem einen Minderbedarf, weil die Heizwerke in den Tourismusgemeinden weniger abnahmen.
Angespannte Situation hält weiter an
Die Situation beim Sägerestholz könnte sich im 2. Quartal aufgrund des starken Einschnitts der österreichischen Sägewerke noch verschärfen, denn abnahmeseitig ist von keiner großen Veränderung auszugehen.