Laut dem Bundesamt für Wald (BFW) haben sich die Borkenkäferschäden 2022 um 90 % auf 3,75 Mio. fm erhöht. Das ist der dritthöchste, je in Österreich erfasste Wert. Die Bezirke Lienz und Spittal an der Drau waren am stärksten betroffen.
2022 war das zweitwärmste Jahr der Messgeschichte mit hohen Regen- und Schneedefiziten. Steigende Temperaturen bedeuten für Bäume eine stärkere Verdunstung und einen höheren Wasserbedarf. „Die Anzahl der Buchdruckergenerationen bestätigt diese günstigen Voraussetzungen für die Borkenkäferentwicklung. Meist bildeten sich drei Generationen heraus, selbst in höheren Lagen jedoch zwei, wodurch das Vermehrungspotenzial stark steigt“, sagt BFW-Leiter Peter Mayer (s. auch Kasten).
Der Winter 2022/23 fiel vor allem im west- und nördlichen Bergland schneearm aus. In den südlichen Landesteilen seien die Rahmenbedingungen für die Versorgung und Abwehrfähigkeit der Bäume ebenfalls alles andere als gut, meldet das BFW. Nicht aufgearbeitete Windwürfe des Vorjahres (die Windbrüche verdoppelten sich) und Stürme im März 2023 sorgen für zusätzliches Brutmaterial für die Käfer.
Borkenkäfer bis zur Waldgrenze
Oberkärnten entwickelt sich seit Vaia 2018 zu einem der Schadholz-Hotspots in Österreich. So folgten etwa im Mölltal auf Vaia (250.000 fm Schaden) in den beiden Folgejahre Schneebrüche mit vielen Einzelschäden. Trockene, heiße Sommer gab es 2021 und insbesondere 2022: Das erlaubt es dem Borkenkäfer, auf Höhen von 800 bis 1600 hm zu überleben und sich massiv auszubreiten.
2023 gab es leider erneut einen schneearmen, also trockenen Winter. Im Januar kam es in ganz Kärnten zu Schneebrüchen. Ende Januar sorgte ein Wintersturm für unzählige Kleinstwindwürfe. Die Forstschutzsituation hat sich also eher verschärft als entspannt.
Die lokalen Waldbesitzer waren und sind mit zahlreichen Problemen konfrontiert:
- sehr viele Einzelbrüche
- Probleme mit Infrastruktur
- Bei so viel Brutmaterial brechen Käferpopulationen nicht mehr zusammen.
- Käfer überwintert in allen Entwicklungsstadien.
- Es fehlen die tiefen Temperaturen im Winter …
- Rüsselkäfer in Aufforstung, autochthones Pflanzgut fehlt, hoher Wildstand …
Die Situation ist in Ost- und Südtirol (speziell im Pustertal) ähnlich.
Der Holzkurier filmte gemeinsam mit der Forstzeitung die Situation in Oberkärnten.