Baden-Württemberg

Schadholzaufkommen weiterhin hoch

Ein Artikel von Philipp Matzku | 30.10.2023 - 06:32
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Trockenschäden im Bergmischwald mit Buche, Tanne und Fichte im Südschwarzwald © Jürgen Bahus

„Die Niederschläge im Frühjahr sowie im Juli und August haben trotz des warmen Sommers zur Regeneration der Wälder in Baden-Württemberg beigetragen“, erklärt der baden-württembergische Landwirtschaftsminister, Peter Hauk, im Vorwort des Waldzustandsberichts 2023. Der Blatt- und Nadelverlust sind um 1,5 Prozentpunkte auf 26,9% zurückgegangen und auch der Anteil von deutlich geschädigter Waldfläche (Schadstufen 2 bis 4) hat sich um 2 Prozentpunkte auf 44% reduziert. Das Schadholzaufkommen, vor allem bei der Fichte, mit der massiven Verbreitung des Borkenkäfers ist aber weiterhin sehr hoch.

Vor allem bei jüngeren Bäumen unter 60 Jahren zeigen sich ein geringer Blatt- und Nadelverlust und ein Rückgang um 2,5 Prozentpunkte auf 17,3%. Die Kronenverlichtung bei älteren Bäumen (>61 Jahre) blieb mit 35,7% konstant. Der Kronenzustand wurde ferner durch die wiederholt starke Fruchtausbildung beeinträchtigt.

 

Die Selbstheilungskräfte der Natur sind wichtig, reichen aber bei Weitem nicht aus, um den Wald an das neue Klima anzupassen und seine vielfältigen Funktionen zu erhalten.


Forstminister Peter Hauk anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des Waldzustandsberichts 2023: Quelle Forstkammer BW
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Vor allem Buche und Eiche, aber auch Fichte haben trotz leichter Regeneration einen hohen Schadholzanteil in Baden-Württemberg © Forst BW

Bis auf Fichte (mittlerer Nadelverlust 24,9%), Buche (32,3%) und Esche (42,6%) hat sich der Kronenzustand bei den häufigsten Baumarten positiv entwickelt: Eiche +4,5 Prozentpunkte auf 29,4%, Tanne +2,6 Punkte auf 23,5%, Douglasie +2,4 Punkte auf 19,2%, Kiefer +1,6 Prozentpunkte auf 31,4% sowie Bergahorn +1,3 Prozentpunkte auf 17,2%.

38% der Fichtenfläche Baden-Württembergs gelten laut dem Waldzustandsbericht 2023 als deutlich geschädigt, bei der Tanne sind es 42%, bei Kiefer 52%, bei Buche 60% sowie bei Eiche 32%.

Die Buche ist im Südwesten Deutschlands nach der Fichte die zweithäufigste Baumart (22% der Waldfläche). Die Vitalitätsschwächung aufgrund der Trockenheit und Hitze bereitet weiterhin große Sorgen. Vor allem in den Landkreisen Tübingen, Enz, am Oberrhein sowie entlang des Neckars im Norden Baden-Württembergs ist die Kronenverlichtung wegen des schlechten Gesamtzustandes beim Laubholz sehr hoch. Im südlichen Schwarzwald trifft es, auch infolge der Käferproblematik, vor allem die Fichte. Die Kiefer fällt im Oberrheingraben flächenmäßig aus. Der Kronenzustand bei der Eiche hat sich in allen Altersstufen im Vergleich zu den Vorjahren sichtbar verbessert, regional kommt es aber weiterhin zu stärkeren Blattverlusten durch Raupenfraß verschiedener Schmetterlingsarten.