Bayern

Fortschreibung der Schleifholzpreise in bayerischen Privatwäldern

Ein Artikel von Michael Fehrle | 28.04.2025 - 10:24

Die damit zu den ersten drei Monaten des Jahres unveränderten, skontierbaren 29,50 €/rm ab Waldstraße für Fichte ISN beziehungsweise 28 €/rm Auszahlungspreis an den Waldbesitzer gelten aber nur noch für 4000 rm. Die Einkaufsmenge wurde damit im 2. Quartal gegenüber dem Zeitraum Januar bis März halbiert. Der Schleifholzeinkauf über forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse erfolgt seit der Schließung der Papierfabrik in Plattling ohnehin nur noch in den Regierungsbezirken Oberbayern und Schwaben.

Halbjahres- und Jahresverträge

Abgesehen von diesen neuen Vorverträgen werden die Schleifholzlieferungen zu den Papier- und Kartonfabriken in Bayern und Baden-Württemberg basierend auf den im 2. Halbjahr 2024 oder am Jahresende 2024 geschlossenen Vorverträgen abgewickelt. Die Laufzeiten werden mit sechs und zwölf Monaten angegeben. Verhandlungen über Anschlussverträge stehen damit im kommenden Juni und Juli sowie im Herbst an. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ergeben sich in diesen laufenden Vereinbarungen abhängig von den Vertragsmengen und Lieferentfernungen zu den Werken Preise zwischen 27 €/rm und 32 €/rm ab Waldstraße ohne Skonto. Bei Vorverträgen, die auf Basis Tonne atro vereinbart wurden, werden 105 € bis 106 € ab Waldstraße genannt. Bei Lieferanten einer nordwestdeutschen Papierfabrik liegen die Preise oftmals noch bei rund 40 €/rm ab Waldstraße. Infolge des Insolvenzverfahrens ist es dabei aber teilweise zu Zahlungsausfällen gekommen.

Im Verlauf des bisherigen Jahres haben sich die Einkaufsaktivitäten von baden-württembergischen Papier- und Kartonfabriken in Frankreich unterschiedlich entwickelt. Trotz eines zumindest mit Südwestdeutschland vergleichbaren Preisniveaus in Frankreich wollen sich Holzeinkaufsorganisationen von dort zurückziehen. Der Schritt wird mit der seit Jahresbeginn gültigen, aus Käufersicht aufwendigen Rückerstattung der Mehrwertsteuer begründet.

Nur eine Papierfabrik mit Vollauslastung

Die Produktion in den süddeutschen Papier- und Kartonfabriken läuft mit einer Ausnahme auf einem gedrosselten Niveau. Es kommt immer wieder zu marktbedingten Unterbrechungen. Die Holzschliffproduktion erfolgt nur zu Zeiten mit sehr niedrigen Industriestrompreisen, beispielsweise an Feiertagen. In dem nordwestdeutschen Werk produzieren die beiden Papiermaschinen nach dem durch den Insolvenzantrag bedingten vorübergehenden Stillstand seit März wieder im Wechsel.

Alternativ zu Papier- und Kartonfabriken können vor allem Waldbesitzer im Südwesten Fichtenindustrieholz in Schleifholzqualität in einem zunehmenden Umfang auch an Dämmplattenwerke verkaufen. In dem nach der Insolvenz der Ziegler-Gruppe übernommene bayerischen Dämmplattenwerk in Grafenwöhr/Oberpfalz werden dagegen weiterhin kein Rundholz, sondern Hackschnitzel in TMP-Qualität als Rohmaterial eingesetzt. Aus dem Südosten Bayerns werden Möglichkeiten von Ferntransporten zu OSB-Werken getestet. Die regional bedeutsamen Lieferungen von Fichte ISN zur Produktion von Tiereinstreu werden aber nach der Ankündigung zur Schließung eines Standorts zurückgehen.