Fachtagung Biomasse

Schlüsselressource Energieholz

Ein Artikel von Philipp Matzku | 03.09.2025 - 10:59
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Die Fachtagung zum Thema Logistik des Österreichischen Biomasseverbandes war sehr gut besucht © ÖBMV

Bereits in seiner Einleitung betonte der ÖBMV-Präsident Franz Titschenbacher, dass eine Einschränkung der Waldwirtschaft keine Option darstelle und die Forstwirtschaft sich klar einer nachhaltigen, klimafitten Waldbewirtschaftung verschrieben habe. Angesichts des zunehmenden Drucks auf Waldbesitzer durch den Klimawandel und wiederkehrende Schadereignisse hob er den Waldfonds als wichtiges Instrument zur Unterstützung der Bewirtschafter hervor.

Energieholzproduktion in Österreich stark verankert

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Im Osten Österreichs fällt rund zwei Drittel der Holzernte größerer Forstbetriebe auf Energie- und Brennholz. Die größten Erträge werden aber landesweit mit Sägerundholz erzielt © Land & Forst Betriebe Österreich, BFW

Huber unterstrich die große wirtschaftliche Bedeutung von Energieholz in Österreich. „Gerade im Kleinprivatwald unter 200 ha besteht eine enge Bindung zum Wald und zum Brennstoff Holz – man ist stolz darauf, Brennholz aus dem eigenen Bestand zu gewinnen.“ Am Beispiel Bayerns zeigte Huber, dass im Kleinwald der Energieholzanteil am Einschlag über 53% beträgt, während er bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) rund 10% erreicht. Auch zwischen den forstlichen Wuchsgebieten bestehen deutliche Unterschiede bei den geernteten Sortimenten: Im laubholzreichen Östlichen Hügelland Österreichs entfallen zwei Drittel der Erntemenge auf Energieholz und nur 12% auf Sägerundholz. In den Zentralalpen hingegen, wo Laubholzbetriebe lediglich 1% aller Betriebe ausmachen, liegen die Anteile bei 10% Energie- sowie 65% Sägerundholz. Der Sortimentsanfall bei Fichte (Ertragsklasse 10, Umtriebszeit 100 Jahre) liegt bei Energie- und Industrieholz durchschnittlich bei 310 fm/ha (max. 550 fm/ha) sowie bei Sägerundholz bei 695 fm/ha, rechnete Huber vor.

Erstdurchforstungen liefern viel Energieholz

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Christoph Huber strich die Bedeutung der Erstdurchforstung zur Energieholzgewinnung hervor © ÖBMV

Der Waldumbau wird künftig noch mehr Energieholz auf den Markt bringen, weil im Zuge des schrittweisen Übergangs zu klimafitten Beständen zahlreiche junge Wälder in den nächsten Jahrzehnten erstmals durchforstet werden“, prognostizierte Huber. Diese Eingriffe seien für die Forstwirtschaft unverzichtbar, da ohne sie kein hochwertiges Wertholz erzeugt werden könne. Aus den Erstdurchforstungen fielen kontinuierlich größere Energieholzmengen an. Den Fäll- und Rückekosten von 15 bis 25 €/srm stünden Erlöse von rund 25 €/srm bei Hackschnitzeln guter Qualität gegenüber. Mittelqualitative Hackschnitzel erzielten etwa 20 €/srm, schwächeres Hackgut mit hohen Feinanteilen werde dagegen für unter 10 €/srm gehandelt und sei teilweise gar nicht absetzbar, berichtete Huber. „Auch der Baumartenwandel bringt mehr Energieholz: Während der Blochholzanteil bei Nadelholz rund 60% beträgt, liegt er in gepflegten Laubholzbeständen bei 30 % und in ungepflegten Laubholzbeständen nur bei 15 bis 20%“, erklärte Huber. Allerdings seien mit Laubholzblochen deutlich höhere Erträge möglich. Besonders bei Furnierholz lassen sich, wie am Beispiel der Esche gezeigt, Preise von 260 bis 380 €/fm erzielen.

Schwierige Ertragslage für Waldbesitzer

Die wirtschaftliche Situation vieler Waldbesitzer bezeichnete Huber als angespannt. Im Kleinwald seien Aufwand und Ertrag nahezu ausgeglichen, während Forstbetriebe je nach Holzpreislage immerhin leicht positive Ergebnisse erzielen können. Abhängig von der Professionalität bestünden zudem große Unterschiede in den Produktionskosten von Brennholz. So zeigte Huber ein Beispiel aus einem Bauernwald mit Vollkosten von 104 €/rm frei Hof, während ein professioneller Brennholzbetrieb die Kosten auf 79,50 €/rm senken konnte.

Huber rechnet folgendermaßen: Der Preis für Buchenfaserholz liegt bei 45 €/rm. Die Gesamtkosten betragen im Bauernwald 54,10 €/rm und im Profibetrieb 29,50 €/rm. Die Lohnkosten beliefen sich im Bauernwald auf 27,10 €/rm, im Profibetrieb dagegen nur auf 8 €/rm. Für das Spalten mit dem Scheitholzspalter fielen im Bauernwald 20 €/rm an, im Profibetrieb 10 €/rm. Holzmanipulation ist in beiden Fällen rund 3 €/rm. Hinzu kommen in beiden Fällen noch 5 €/rm an allgemeinen Kosten.PM