Der BaySF-Vorstand Rudolf Plochmann, Martin Neumeyer sowie Manfred Kröninger (v. li.) präsentierten zusammen mit Staatsminister Hubert Aiwanger (2. v. li.) am 13. Oktober das Geschäftsjahr 2025 der BaySF © StMWi Bastian Brummer
Die BaySF haben im Geschäftsjahr 2025 rund 4,64 Mio. fm Holz verkauft. Das sind 200.000 fm mehr als im Vorjahr. Der im Geschäftsjahr 2025 gebuchte Holzeinschlag lag mit 5,05 Mio. fm rund 1 Mio. fm unter dem Zuwachs von 6,1 Mio. fm.
Mit rund 1,42 Mio. fm lag die Schadholzmenge im Geschäftsjahr 2025 bei der Hälfte des Vorjahrs (2024: 3,06 Mio. fm). Mit 900.000 fm halbierte sich ebenso der Käferholzanteil im Jahresabstand. „Wir hatten praktisch keine Winterstürme, nur ein einziges größeres Schneebruchereignis und fast keinen Platzregen. Die rasche Aufarbeitung und Vermarktung des Käferholzes habe trotz des frühen Schwärmflugs im April zur geringen Ausgangspopulation beigetragen“, erklärte BaySF-Vorstand Rudolf Plochmann.
Mit der Fichte und dem Mischwald in die Zukunft
„Die Gewinner des Klimawandels sind leider nicht die Bäume, sondern Schädlinge. Selbst Bäume, die als besonders widerstandsfähig gelten, bekommen Probleme“, führte Plochmann weiter aus. Bei Eiche, Buche, Kiefer sowie der Tanne werden zunehmend stärkere Schadentwicklungen durch Insekten und Parasiten festgestellt, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Die BaySF verfolgen ein Waldbaukonzept mit mindestens vier Baumarten in einem Bestand. Das Investitionsvolumen für Pflanzungen, Saaten, um einen zukunftsfähigen Mischwald zu erzielen, betrug im Geschäftsjahr 2025 21,7 Mio. €. Auf 16.000 ha wurde Jungbestandspflege durchgeführt und 5,5 Millionen Jungbäume gepflanzt.
Die BaySF setzt weiterhin auf die Fichte und will den „Brotbaum“ auch in den nächsten Jahrzehnten professionell auf den Markt bringen. „Die Fichte hat Zukunft, aber nicht mehr auf allen Standorten und nicht mehr im Reinbestand", informierte Plochmann.
Heimische Baumarten, wie Tanne, Kiefer, Eiche, Buche sowie Buntlaubhölzer, wie Speierling, Elsbeere und Spitzahorn, sollen künftig eine größere Bedeutung erhalten. Ergänzt wird dies durch nicht heimische Arten, wie Douglasie oder Tannenprovenienzen aus Rumänien, Italien und Griechenland. Weitere Anbauversuche erfolgen unter anderem mit Zedern und der Baumhasel.
Neue Nadelholzsortimente für die Holzindustrie
Trotz der Rohstoffknappheit am heimischen Markt plant die BaySF keinen nennenswerten Anstieg des Fichteneinschlags und begründet dies mit Nachhaltigkeitsaspekten. Gerade auch größere Holz verarbeitende Unternehmen würden zunehmend auch Kiefer sowie Fichtenstarkholz abnehmen. In beiden Fällen könnten die BaySF ihren Einschlag anpassen und „erwarten, dass diese Sortimente ebenfalls abgenommen werden", stellte BaySF-Vorstandsvorsitzender Martin Neumeyer klar.
Im Kerngeschäft, dem Holzvertrieb, profitieren die BaySF von stabiler Nachfrage, rückläufigen Borkenkäferzahlen und günstigen Vermarktungsmöglichkeiten – zusätzlich unterstützt durch die Investitionen der Sägeindustrie in hochwertige Produkte für nationale und internationale Märkte, fasste Neumeyer die Situation zusammen.
Zur Mobilisierung weiterer Holzreserven verweisen die BaySF-Vorstände auf den Privatwald, der im Gegensatz zu den BaySF (320 Vfm/ha) bis zu 470 Vfm/ha aufweist. „Wir können den Holzhunger der Industrie nicht alleine aus dem Staatswald bedienen“, formulierte es Staatsminister Hubert Aiwanger.
Gewinne: das vierte Jahr in Folge
Die BaySF erzielten im Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 501,8 Mio. € (+36,4 Mio. €; 2024: 465,4 Mio. €). Der Gewinn stieg im Jahresabstand von 20,2 Mio. € auf 43,7 Mio. € im Geschäftsjahr 2025. Der Holzumsatz summiert sich auf 432,7 Mio. € (+30 Mio. €). Die weitere Umsatzstruktur gliedert sich auf die Bereiche Jagd (8,4 Mio. €; +0,8 Mio. €), Weitere Geschäfte (41,1 Mio. €; +4,1 Mio. €), die Besonderen Gemeinwohlleistungen (15 Mio. €; –0,1 Mio. € ) sowie sonstige Umsatzerlöse (4,6 Mio. €; +0,9 Mio. €).
Hart am Wind
Die sogenannten „Weiteren Geschäfte“ sollten perspektivisch neben dem volatileren Holzgeschäft zu einem zweiten Standbein ausgebaut werden. Dabei geht es vor allem um Windenergieanlagen im Wald. 104 Windanlagen sind in Betrieb, acht weitere in Planung. Das Ausbauziel bis 2030 sind 500 Anlagen. Bis zum 1. Quartal 2026 sollen 300 Anlagen errichtet, im Bau oder vertraglich gesichert sein.
Der Klimawaldfonds ist auf 150 Mio. € angewachsen und dient der finanziellen Absicherung für schwierige Zeiten, wobei die Gewinne seit vier Jahren in den Staatswald und das Unternehmen reinvestiert werden. Ziel ist es, im kommenden Jahr 200 Mio. € zu erreichen. Laut BaySF-internem Risikomanagement sollte der Klimawaldfonds 340 Mio. € beinhalten, gab BaySF-Vorstand Manfred Kröninger zu verstehen.