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Der Ladenhüter Buchenindustrieholz ist möglicherweise im 2. Halbjahr wieder knapp und gesucht  © Michael Fehrle

Laubindustrieholz

Weitere Leitabschlüsse in Süd- und Mitteldeutschland

Ein Artikel von Michael Fehrle | 10.12.2025 - 07:49

Nach dem Abschluss im Herbst einigte sich ein weiterer Zellstoffhersteller mit einem südwestdeutschen Forstbetrieb auf eine Senkung des Buchenindustrieholz-Preises auf 80 €/t atro ab Waldstraße. In der Mitte Deutschlands wurden die Einkaufspreise im Rahmen eines Mehrjahresvertrags auf 82 €/t atro ab Waldstraße reduziert.

Mit diesen Preisen werden die Berichte über ab November 2026 gültige Verträge bestätigt, die ein Preisniveau von 65 bis 68 €/fm ausgewiesen hatten.

Bei Buchenindustrieholz nahm die Nachfrage im Verlauf des Spätherbstes weiter ab. Zellstoffwerke im Inland und in Nachbarländern reduzierten ihre Produktion oder erhöhten den Nadelindustrieholz-Anteil. Von UPM in Leuna gibt es einzelne positive Signale zu Prozessabläufen für Chemierohstoffe. Auf die Holzbeschaffung des Konzerns wirkt sich dies nicht aus. Der Holzbedarf des Werks bleibt gering. UPM Leuna beeinflusst den Laubindustrieholz-Markt stärker durch den Verkauf überlagerter Mengen als durch den eigenen Holzeinsatz. Diese Faktoren führen dazu, dass der mitteleuropäische Buchenindustrieholz-Markt weiterhin ein Überangebot aufweist.

Zusammen mit der schwierigen Lage beim Buchenstammholz-Absatz führt der stockende Industrieholzverkauf dazu, dass Forstbetriebe Holzerntemaßnahmen aufschieben. In Mischbeständen wird die Laubholzernte zunehmend unterlassen. Holzeinkaufsorganisationen der Zellstoffindustrie schließen eine im 2. Halbjahr mögliche Verknappung nicht mehr aus.

Laub- statt Nadelindustrie

Holzwerkstoff-Hersteller kehren im Gegensatz zur Zellstoffindustrie schrittweise auf die Laubholzmärkte zurück. Dies geschieht teils gezwungen, da Forstbetriebe den Nadelindustrieholz-Verkauf an die Abnahme von Laubindustrieholz koppeln. Für viele Plattenproduzenten ist ein höherer Laubholzeinsatz zur Senkung der Produktionskosten notwendig. Der Preisanstieg beim Nadelindustrieholz, der sich in den ab 2026 gültigen Verträgen fortsetzt, schafft einen deutlichen Preisabstand zu Laubholz. Gleichzeitig fehlt es an Sägerestholz. Nadelindustrieholz ist zwischen den Pelletswerken, der Zellstoffindustrie und den Holzwerkstoff-Herstellern stark umkämpft. Folglich setzen zumindest Spanplattenhersteller wieder verstärkt auf Laubholz. Neben den traditionell Laubholz nutzenden OSB-Werken erweitern weitere Betriebe ihr Rohstoffspektrum. Regional zeigt sich seit Ende November eine steigende Nachfrage von Heizkraftwerken nach Laubindustrieholz. Wie stoffliche Verarbeiter müssen Anlagenbetreiber fehlende Nadel- und Restholzmengen ersetzen.