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Neuer Holtec-Rundholzplatz bei Schiller in Regen © Holtec

Holz Schiller

Präzision trifft Partnerschaft

Ein Artikel von Martina Nöstler (für holzkurier.com bearbeitet) | 28.01.2026 - 14:49

„Das Projekt bei Holz Schiller war für uns in mehrfacher Hinsicht besonders. Zum einen, weil es sich um Starkholz mit extremen Durchmessern handelt – nahezu 100 % des Materials erfordert eine Reduzierung. Zum anderen, weil Holz Schiller besonderen Wert auf eine schonende Behandlung des Wertholzes legt. Jeder Schritt, von der Beschickung bis zur Entrindung, wurde daher so geplant, dass höchste Oberflächenqualitäten gewahrt bleiben“, erläutert Holtec-Projektleiter Daniel Engel. Von Beginn an war klar: Hier zählt Präzision. Gemeinsam mit den Verantwortlichen bei Holz Schiller entwickelte Holtec ein Konzept, das den hohen Qualitätsanspruch und die Anforderungen an die Prozessautomatisierung miteinander vereint. Engel koordinierte sämtliche Abläufe – von der Konstruktion bis zur Inbetriebnahme – und sorgte dafür, dass auch kleine Details berücksichtigt wurden.

Das Gesamtpaket macht Holtec so schnell keiner nach.


Heinrich Schiller jun., Geschäftsführung Holz Schiller

Der Ablauf der Anlage

Die Rundholzstämme werden auf ein massives Annahmedeck entladen und anschließend mittels Stufenschieber schonend vereinzelt. Die Reduzierung der Abschnitte erfolgt über einen Erdstammreduzierer, der in einen Kegelrollengang integriert wurde. Diese Anordnung bietet dem Bediener optimale Sichtverhältnisse, um die Qualität der Abschnitte genau beurteilen zu können. Direkt im Anschluss übernimmt ein Metallsuchgerät die Kontrolle, erkennt metallhaltige Einschlüsse in den Stämmen und leitet diese gezielt aus. Anschließend gelangen die Hölzer über einen Messblockzug auf die neuen Pufferdecks, von wo aus sie kontrolliert weiter zur Entrindung geführt werden.

Ein besonderes Highlight sind diese neu entwickelten Pufferdecks: Sie ermöglichen nicht nur die Zwischenlagerung, sondern auch das gleichzeitige Vorsortieren und Beschicken der Säge. Der Clou: Der Auswerfer dient gleichzeitig als Zuteiler – eine Maschine übernimmt damit zwei Funktionen. Das spart Platz, reduziert Investitionskosten und macht die Lösung besonders effizient.

Mit insgesamt sechs Pufferdecks kann der gesamte Rundholzplatz von nur einem Bediener gesteuert werden – ein entscheidender Vorteil in Zeiten knapper Personalressourcen.

Umsetzung unter laufendem Betrieb

Die Montage erfolgte in zwei Baustufen, um den Produktionsstillstand so gering wie möglich zu halten. Zunächst wurde der komplette Beschickungsbereich aufgebaut und gestartet. Erst während des Betriebsurlaubs schloss Holtec die Lücke zum bestehenden Sägewerkseinlauf und nahm die gesamte Anlage in Betrieb. „Das war eine echte Teamleistung“, resümiert Engel. „Die Abstimmung zwischen unseren Monteuren, der Schiller-Mannschaft und den beteiligten Gewerken lief hervorragend.“

Qualität, die überzeugt

Das Ergebnis spricht für sich: Durch die neue Technik konnte nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die gesamte Rundholzlogistik optimiert werden. Dank großzügiger Pufferkapazitäten lassen sich Anlieferungen entzerren und der Materialfluss deutlich ruhiger gestalten. Außerdem wurde der Einsatz von Flurförderfahrzeugen reduziert und der Personalaufwand verringert. Das sind spürbare Vorteile im täglichen Betrieb. Und das Feedback des Kunden war knapp, aber eindeutig: „Das Gesamtpaket macht Holtec so schnell keiner nach“, sagt Holz Schiller-Geschäftsführer Heinrich Schiller jun.

Maßgeschneiderte Lösungen

Für Holtec ist die Zusammenarbeit mit Holz Schiller ein weiteres Beispiel dafür, wie individuelle Anforderungen, hohe Qualitätsansprüche und innovative Technik zu einer Lösung zusammenfinden, die perfekt zum Kunden passt. Das Projekt zeigt, dass der Schlüssel zum Erfolg in detaillierter Planung, smarter Technik und enger Abstimmung liegt – und dass Qualität und Effizienz Hand in Hand gehen können.