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Einen guten Überblick in der hellen Halle verschafft die hochgelegene Kabine, die noch in der Position verstellbar ist - rechts im Hintergrund ist das Gatter zu sehen © Schneider

In die 4. Generation

Ein Artikel von Administrator | 06.09.2001 - 00:00
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Einen guten Überblick in der hellen Halle verschafft die hochgelegene Kabine, die noch in der Position verstellbar ist – rechts im Hintergrund ist das Gatter zu sehen © Schneider

Marlin-Facts
In Familienbesitz: seit 1875
Inhaber: Elmar Marlin
Mitarbeiter: 3
Firmenareal: 10.000 m²
Einschnitt: 6000 fm/J
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Bretter zur Fensterkantelproduktion: hinter der Blockbandsäge gesammelt und anschließend dem Spannwagen zugeführt © Schneider

Um die Flexibilität zu erhalten, die ein Einschnitt ohne Stärkensortierung verlangt, setzt Elmar Marlin, Gortipohl, gemeinsam mit seinem Sohn Marcel, der jüngst in die Firma eingetreten ist, auf Blockbandsägen-Technologie von Primulitini, Marano Vicentino/I.Verdoppelung des Einschnitts. Durch die neue Anlage verspricht sich Marlin eine Verdoppelung des jährlichen Einschnitts. Die Erhöhung des Qualitätswarenanteils sollte den Kundenstamm verändern. Das Hauptprodukt sind Fensterlamellen und -kantel. Der Rest (30%) wird als Bauholz oder für die KVH-Herstellung verkauft. Die Häfte der produzierten Ware verbleibt im Land, alles andere exportiert Marlin nach Italien.
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Positionierung des Stammes am Spannwagen © Schneider

Unabhängige Spannböcke. Die Blockbandsäge von Primultini ist mit einem hydraulischen Spannwagen CFI ausgestattet, der mit unabhängigen Spannböcken arbeitet. Somit kann der Stamm nach dem Einspannen waldkanten- oder kernparallel ausgerichtet werden. Vor der Hauptmaschine ist eine Kappsäge installiert, die vertikal ablängen oder horizontal auftrennen kann. Zudem ist die Anlage mit einer Vorritzkreissäge für Rinde ausgerüstet. Unterschiedliche Holzdichten werden mit einer elektronisch gesteuerten Blattabweichung immer wieder ausgeglichen.
Die Förderanlagen wurden von PriBo, Laradaro/I, einer Tochterfirma von Primultini geliefert. Im Zuge des Umbaus automatisierte Marlin die Restholzent- sorgung mit Hilfe einer Vibro-Rinne. Die anfallenden Holzreste werden in einer verganges Jahr angeschafften Hackanlage zerkleinert und von einem Frächter entweder zur Spanplattenproduktion in die Schweiz oder ins Heizkraftwerk nach Lech am Arlberg transportiert.
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Schwenkbare Kappsäge beim horizontalen Trennschnitt © Schneider

Gatter und Blockbandsäge nebeneinander. Die neue Anlage wurde parallel zur Gatterlinie installiert, somit ergibt sich eine gemeinsame Nutzung der Stammaufgabe.
Dem Gatter von Bögli wird in Zukunft die Aufgabe einer kostengünstigen Nachschnittsäge zukommen. Die Projektierung wurde maß-geblich von Primultini-Vertreter Ing. Ewald Fischer, Kappel/Krappfeld, vorgenommen.Fichte aus dem Montafon. Das Fichten-Starkholz bezieht Marlin überwie-gend aus Wäldern, die sich im Umkreis von 30 km befinden. Ein geringer Anteil wird aus Deutschland importiert. Neben Fichte (80%) wird noch Tanne in Gortipohl eingeschnitten. Die Stämme werden extern lohnentrindet.
„Aufgrund von KVH und BSH ist die Nachfrage nach langen Bauhölzern zurückgegangen”, berichtet Marlin. „Um sich in der heutigen Marktlage behaupten zu können, ist Flexibilität und Qualität bei unserer Betriebsgröße wichtiger denn je.”