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Jung Trans-Mannschaft mit Geschäftsführer Hans Jung (re.) © Jung

Jung mit 100

Ein Artikel von Dr. Johanna Kanzian | 06.12.2004 - 00:00
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Michael Pfeifer mit Dipl.-Betr.-Wirt Georg Jung (re.): Profi meets Profi © Jung

Den 100. Geburtstag hat Jung Holz, Maishofen, im Salzburger Pinzgau bereits hinter sich. Man gehört zu den Italienspezialisten und ist seit vielen Jahrzehnten auf diesem Markt tätig.
Aufbauend auf einem soliden Fundament, das vom Seniorchef Komm.-Rat Ing. Georg Jung geschaffen wurde, ist es den Söhnen, Dipl.-Betr.-Wirt Georg Jung mit Jung Holz und seinem Bruder Hans Jung mit Jung-Trans gelungen, die Unternehmen kräftig auszubauen und vor allem eine gut funktionierende Kooperation zu schaffen. So steht dem Holzexport-Unternehmen Jung Holz ständig eine Lkw-Flotte von 20 Fernzügen zur Verfügung, die laufend im In- und Ausland zur Beladung verfügbar sind.
Organisation, Kooperation und Service sind für Jung ohnehin die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bestehen in einer Zeit, in der die Qualität des Produktes Selbstverständlichkeit ist und die Preise vom Markt vorgegeben sind. Ein Paradebeispiel: Jung Holz beliefert laufend große Verarbeiter, die wiederum einen Großteil der hergestellten Produkte exportieren. Diese Exportlogistik erledigt Jung-Trans für den Kunden und so wird Holz Just-in-time bei Tor 1 angeliefert und bei Tor 3 wird derselbe Lkw für den Export wieder beladen. „Bei einem dermaßen geschnürten Servicepa-ket hat die Konkurrenz dann oft das Nachsehen”, erläutert Georg Jung. Knappe Spannen. Ein Italienexporteur wird es wohl schwer haben, nur Massenware anzubieten, da hier die Spannen einfach zu knapp sind. So ist Jung ständig auf der Suche nach Kunden, denen man Service mitverkaufen kann - ob das nun Logistik, Schnelligkeit oder Sonder-dimensionen sind. Man hat daher die Kundenstruktur in den vergangenen Jahren zunehmend in Richtung Verarbeiter verschoben, bei denen Pünktlichkeit, Qualitätsgarantie und ein maßgeschneidertes Servicepaket mehr zählen als jede Woche ein neuer Lieferant mit noch niedrigerem Preis.Starke Marktpräsenz im Süden. Ebenso ist es gelungen, die Marktpräsenz in Sizilien und Sardinien kräftig auszubauen. Die gute Marktkenntnis im Süden und die vielen persönlichen Kontakte zu den dortigen Kunden ließen Jung einen weiteren, zukunftsweisenden Coup landen, indem er der Holzindustrie Pfeifer in Imst angeboten hat, den Markt für deren Leimbinder in Sizilien aufzubereiten.
Nach einem viel versprechendem Start hat Pfeifer Jung Holz die Generalvertretung für Sizilien übertragen. Jung: „Sizilien ist mit seinen über sieben Millionen Einwohnern ein äußerst interessanter und aufnahmefähiger Markt und besonders hat der Leimbinder bei den dortigen klimatischen Verhältnissen viele Probleme gelöst und ist voll im Trend. Leimbinder und Platten sind eine Er-gänzung zu unserer Angebotspalette.”
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Jung Trans-Mannschaft mit Geschäftsführer Hans Jung (re.) © Jung

Zusammenarbeit mit Säger. Ein weiteres Beispiel für optimale Kooperation ist der Stand-ort Bruck an der Glocknerstraße. Dort hat Jung Holz eine neu erbaute Halle im Lärchensägewerk Hermann & Müller angemietet, in der verarbeitungstrockene Ware gelagert wird, um die Kunden jederzeit prompt bedienen zu können. Zusätzlich profitiert man von einem Anschlussgleis, das bis zur Lagerhalle reicht - für Importe aus dem Osten und Waggonlieferungen in den Süden ein besonderer Vorteil. Synergetischer Nebeneffekt des Lagers - Lärchenschnittholz wird vom Vermieter bezogen, der wiederum bedient sich im Schnittholzlager von Jung mit Fichte für seine Tischlerkunden. Bedeutung des Handels gestiegen. Dass der Handel nach wie vor seine Berechtigung hat, ja sogar in den vergangenen Jahren seine Bedeutung stark gestiegen ist, liegt laut Jung an Folgendem:
•ständige persönliche Präsenz an der Verkaufsfront, daher gute Markt- und Kundenkenntnis
•große Flexibilität und Schlagfertigkeit auf Grund eines großen Lieferantenstocks vom Kleinsägewerk bis zu den großen Holzindustrien im In- und Ausland
•enorm angewachsene Produktionskapazitäten verlangen nach zusätzlichen Vertriebswegen
•seriöser Abnehmer und Skontozahler für den Lieferanten
•Konsulent, Problemlöser und Partner für den Kunden, ohne immer auf einen Vertreter angewiesen zu seinLangfristige Partnerschaften. Jung: „Produzenten, die bei ihren Angeboten an den Händler heute noch nur die Provision und Fracht abziehen, agieren unprofessionell und kennen offensichtlich ihre Nebenkostenstruktur nicht. Erfolgreiches Arbeiten setzt langfristige, gut funktionierende Partnerschaften voraus, für die ich mich auf diesem Weg bei unseren vielen Lieferanten bedanken möchte.”