ASM 130: Besäumer bewältigt Schnitthöhen bis 130 mm bei dreistielig variablem Einschnitt © DI (FH) Martina Nöstler
2006 entschloss sich Birrer, einen neuen Besäumer und eine Sortier- und Stapelanlage zu errichten. Als Lieferant wurde H.I.T., Ettringen/DE, gewählt. „Mir haben die Lösungsansätze von H.I.T. gefallen. Die angebotene Lösung hat gepasst”, begründet der Geschäftsführer. Investitionssumme: 2,5 Mio. CHF (1,5 Mio. €).
Mitarbeiter beurteilt vor der Stapelung die Qualität des Schnittholzes hinter dem Sortierrad sind die Kappkreissägen installiert © DI (FH) Martina Nöstler
Haupt- und Seitenware bis 130 mm gelangt hinter dem Gatter zum ASM. Zwei Decks wurden installiert: einmal für den direkten Weg vom Gatter zum Besäumer. „Die obere Etage dient zur Fremdaufgabe zum Beispiel von trockener Ware oder zur Rückführung zum ASM, wenn etwa Fensterkantel produziert werden”, erläutert H.I.T.-Betriebsleiter Franz Anton.
Das Sortierrad trennt die verschiedenen Dimensionen aus einer Box, die nochmals nachsortiert werden © DI (FH) Martina Nöstler
Der Bediener kann das Schnittholz je nach gefordertem Sortiment entweder mittig zentrieren oder an der linken beziehungsweise rechten Waldkante ausrichten. Beim faserparallelen Schnitt wird das Reststück nochmals durch den Besäumer geführt. Die Daten (Qualität und Dimension) werden direkt an die Sortier- und Stapelanlage weitergegeben.
Ansicht auf die 30-Boxen-Sortierung mit Stapelanlage (Zuführung vorne links, Paketierug hinten rechts) © Birrer
Die Ware wird nach dem Transport in der Sortierung mit 30 heb- und senkbaren Boxen eingeteilt. Zusätzlich wurden drei Boxen für die Rücksortierung vorgesehen. „Das Besondere bei der Anlage sind die vielfältigen Dimensionen und Qualitäten, die bei Birrer anfallen”, ergänzt Anton. Eigentlich wäre aus diesem Grund eine Sortierung mit 100 Boxen oder mehr notwendig gewesen. In eine werden bis zu vier Qualitäten oder Querschnitte einsortiert. Ist eine Box voll, wird diese nach unten entleert und über eine Entzerrstufe nach oben zur Stapelanlage gefördert.
Eine Quer- und Längsvermessung ermittelt die Brettgröße. Die Ware, die nicht sortiert wird, wird mittels Sortierrad ausgeschleust und in eine der drei Boxen zwischengelagert, bis diese zur Stapelanlage gelangt. „Mit dem Sortierrad haben wir eine gute Lösung für unsere zahlreichen Querschnitte gefunden”, freut sich auch der Schweizer Unternehmer.
Vor der Stapelanlage wurden fünf Kreissägen für den Sauberkeitsschnitt an den Enden und/oder Trennschnitt installiert. Die Sägen lassen sich bis auf 600 mm millimetergenau zusammenfahren. Der Ausschuss fällt mittels Klappe nach unten. Der Schnittholz-Teppich wird am Paket sauber abgelegt. Bei der Lattenlegung fallen die Stapellatten nicht einfach auf die Ware drauf, sondern werden mittels Greifer sanft und an der richtigen Stelle positioniert. Aus Sicherheitsgründen wurden die Anlagen mit Videokameras und Lichtschranken ausgestattet.
Da nun der Flaschenhals im Sägewerk beseitigt ist, wird der Einschnitt künftig bei Birrer Holz auch etwas gesteigert. „Wir möchten aber klein und flexibel bleiben”, erläutert der Chef, der an einen maximalen Einschnitt von 20.000 fm/J denkt.
Genau gearbeitet: Ein Greifer legt die Stapellatten präzise am Schnittholzpaket ab © DI (FH) Martina Nöstler
Das Restholz wird an die Papierindustrie verkauft, die Sägespäne an die Spanplatten- oder Pelletsindustrie. Rinde oder trockenes Restholz wird an Heizanlagen geliefert oder selber thermisch genutzt. Damit werden etwa die Trockenkammern und Wohnungen be
Seit drei Jahren ist Birrer Holz auch nach FSC, Swiss-Quality und PEFC zertifiziert. „Den Rohstoff aus möglichst nachhaltiger Forstwirtschaft zu beziehen, ist ein Ziel, dass wir heute zu 90% erreichen”, freut sich der Geschäftsführer.
Birrer-Facts
Gegründet: 1925 von Alois BirrerGeschäftsführer: Lukas Birrer
Mitarbeiter: 15
Umsatz: 4 Mio. CHF (2,5 Mio. €)
Einschnitt: 12.000 fm/J (2007)
Technik: Gatter, Besäumer
Holzarten: Fichte, Tanne
Produkte: Rohware für Fensterkanteln, Bau- und Verpackungsholz, Palettenware
Absatz: ausschließlich regional an Tischlereien, Zimmereien, Paletten- und Kistenfabriken