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Großangebot an Exotenholz

Ein Artikel von KG | 09.08.2010 - 10:18
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Am 3. Juli 1960 schloss die Internationale Messe Triest nach zweiwöchiger Dauer ihre Tore. Damit ging auch die 9.Internationale Holzausstellung zu Ende. Neben der traditionellen Beteiligung Österreichs und Jugoslawiens stellte erstmalig in Westeuropa die Exportles, die sowjetische Außenhandelsorganisation für Holz und Holzprodukte, als bedeutender Mitbewerber in Italien und auf den Mittelmeer-Märkten aus.
Die große Messe-Überraschung vor 50 Jahren war aber das erstmalige Großangebot an Exotenholz durch das Triestiner Holzimporthaus Bino Barbi, ergänzt durch die Beteiligung der damals jungen afrikanischen Republiken Gabun, Kamerun, Elfenbeinküste und Ghana sowie Malaysia aus Südostasien, mit den in Italien gefragten Fensterhölzern der dortigen Mahagoni-Gruppe.
Der Hafen Triest, der sich auch erfolgreich um Schiffsverbindungen mit den Herkunftsländern gekümmert hat, wollte dazu beitragen, dass neben den damaligen wichtigsten Importhäfen für tropische Hölzer Rotterdam, Hamburg und Bordeaux auch im Süden Mitteleuropas eine neue Destination eingeführt werden kann, die auch für Österreich frachtgünstig liegt.
Im Holzkurier las man damals: „Es scheinen jene Kreise recht zu behalten, welche die Ansicht vertreten, dass unserer Holzexportwirtschaft zwar da und dort eine Schiffsladung der Exportles Kummer bereiten kann, dass aber als ernste Konkurrenz auf längere Sicht, nur das Tropenholz eine Markteinbuße bringen wird können.“ So ändern sich eben die Märkte innerhalb eines halben Jahrhunderts …
Auch aus der andiskutierten Errichtung von Holzlagern aus Brasilien und der UdSSR in Triest (oder anderswo) wurde nichts. Allerdings stieg die italienische Einfuhr von Tropenholz 1960 in Italien von 417.000m³ (1959) auf 500.000m³ – 96% als Rundholz und 4% als Schnittholz.
Die 28. Forstliche Hochschulwoche der Boku in Wien stand 1960 im Zeichen der Preis-Kosten-Schere. Als Ursache „für das beginnende Unbehagen in der Forstwirtschaft“ nannte Boku-Prorektor Univ.-Prof. Kuhn, vormals Forsteinrichtungschef der Bundesforste, dass der Forstmann weder die Höhe der Löhne noch den Holzpreis nach seinen Wünschen ändern könne und bei nachhaltiger Wirtschaft auch das Angebot nicht dauernd erhöhen kann. Es gelte daher, Kosten zu sparen durch Bestverfahren bei der Holzernte – vor allem mit verbesserter Organisation und verstärktem Wegebau. Ein Zahlenbeispiel der Schäden infolge zu hoher Wildstände zeigte schon vor einem halben Jahrhundert starke und rasch wirksame Kostensenkung.
Mit Durchlässen statt Brücken bei der Trassenführung zeigte Univ.-Prof. Dr. Franz Hafner damals neue, heute schon selbstverständliche, vorgefertigte Beton- und flexible Wellblechdurchlässe sowie Gewölbeschalen. Alles mit exakten Daten, die statische Berechnungen überflüssig machen und raschen Einbau ermöglichen – ein Quantensprung im Kostensparen beim Forstwegebau! Zu Sommerbeginn 1960 kam der Schah von Persien, Mohammed Reza Pahlevi, im Rahmen eines Besuches mit Fachministerium nach Österreich. Ein Privatbesuch führte den Schah in die Gutsherrschaft Mayr-Melnhof Frohnleiten. Graf Goess-Saurau mit Gemahlin Maria geleiteten ihren Gast im Puch-Haflinger zum Jagdhaus auf der Hochalm. Unterwegs führte Forstdirektor Gröller zu Waldarbeit-Einsätzen.
„Nach dem Mittagsmahl begab man sich in einem Geleitzug, der ausschließlich aus Puch-Haflingern bestand, nach Leoben-Göss zur Besichtigung des Novopan-Werkes zur Erzeugung der 19mm-Spanplatten und zum benachbarten Sägewerk, dem modernsten Österreichs.“