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Zufrieden mit der Jahresbilanz: Egger-Gruppenleitung Walter Schiegl, Thomas Leissing und Ulrich Bühler (v. li.) vor dem Egger-Stammhaus in St. Johann in Tirol © Dagmar Holley

Egger

Erneut verbesserte Zahlen

Ein Artikel von Dagmar Holley | 03.08.2016 - 09:20
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Zufrieden mit der Jahresbilanz: Egger-Gruppenleitung Walter Schiegl, Thomas Leissing und Ulrich Bühler (v. li.) vor dem Egger-Stammhaus in St. Johann in Tirol © Dagmar Holley

Am Stammsitz St. Johann in Tirol präsentierte die Egger-Gruppenleitung Ende Juli die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres. Mit einem neuerlichen Höchstwertwert im Jahresergebnis sieht man sich in der eigenen Investitions- und Innovationsstrategie bestätigt.
Mit den zusätzlichen Kapazitäten des ausgebauten Werkes in Gagarin/RU den Umsatz zu steigern, ist keine große Kunst. Daran, dass sich alle wesentlichen Kennzahlen positiv entwickelten, sieht man den Erfolg des Konzerns. Das operative Ergebnis (EBITDA) mit 349,6 Mio. € lag 9,8 % über dem Wert der Vorperiode. Die mengenunabhängige EBITDA-Marge übertraf mit 14,9 % ebenso das Niveau der Vorjahre. Die Eigenkapitalquote von 38,9 % zeigt die gute Bonität des Familienunternehmens.

Zuwächse in allen Bereichen

Die Investitionen der vergangenen Jahre machen sich laut Egger-Management bezahlt.
Der Produktmix mit Innovationen wie den PerfectSense-Lackplatten oder die Feelwood-Synchronporen-Oberflächen wurde vom Markt gut angenommen und mit der Verleihung eines German Design Awards belohnt.

Alle Produktbereiche konnten Zuwächse verzeichnen, die Umsatzanteile blieben gleich: 75 % wurden im Bereich Möbel- und Innenausbau erzielt, 13 % bei Fußböden und 12 % im Segment Bau.

Besonders in Westeuropa liefen die Geschäfte gut. „Wir konnten die positive Nachfrageentwicklung nützen und unsere Marktanteile ausbauen. Es ist uns gelungen, in einem schwierigen Marktumfeld zusätzliche Umsätze in Spanien, Italien, Deutschland und Benelux zu erwirtschaften“, freut sich Ulrich Bühler, Gruppenleitung Vertrieb und Marketing.
In Osteuropa verlief die Entwicklung weitgehend stabil. Rückgängen in der Ukraine und Russland stehen Zuwächse in anderen Ländern gegenüber. In Zentral- und Osteuropa wurden 28,6 % des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Eine wachsende Rolle spielen auch außereuropäische Märkte mit einem Anteil von 6,6 %.

Mit den zusätzlichen Kapazitäten eines neu ausgebauten Werkes den Umsatz zu steigern, ist keine große Kunst.

Dr. Thomas Leissing, Egger-Gruppenleitung

Weiter investieren

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Der Ausbau des Egger-Werkes in Gagarin/RU war der größte Investitionsposten des vergangenen Geschäftsjahres © Egger

Das erwirtschaftete Geld bleibt im Unternehmen und wird für weiteres Wachstum genutzt. Die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres weist ein Investitionsvolumen von 302,7 Mio. € auf, für dieses sind rund 280 Mio. € geplant. 80% davon sind für Erweiterungen vorgesehen.

Der Ausbau des Standortes Gagarin/RU nahm in der vergangenen Periode den größten Posten ein. Das Werk wurde 2011 übernommen und laufend ausgebaut. Die MDF/HDF-Produktionsanlage mit einer Jahreskapazität von 350.000 m³ ging im I. Quartal in Betrieb. Daneben wurden eine Fußbodenproduktionsanlage, Beschichtungs- und Veredelungsanlagen, Lager- und Verwaltungsflächen sowie eine Biomasseanlage errichtet.
Obwohl man nicht an eine kurzfristige Erholung der russischen Lage glaubt, will man weiter investieren „Wir sehen Russland als starken Wachstumsmarkt und möchten die durch den regionalen Bedarf geforderten Materialien direkt vor Ort herstellen. Darauf sind auch unsere Investitionstätigkeiten ausgerichtet“, erklärt Thomas Leissing, Sprecher der Gruppenleitung und zuständig für Finanzen, Verwaltung und Logistik.

Weitere wichtige Investitionen wurden in Westeuropa vor allem in den Bereichen Logistik, Veredelungsanlagen und Elemente-Fertigung getätigt. Mit der neuen Polypropylen-Kantenfertigung im Werk Brilon/DE deckt man nun das vollständige Kantensegment ab. Das Egger-Sägewerk dort hat sich gut entwickelt, läuft mittlerweile im Dreischichtbetrieb und wird im Herbst um einen Kanaltrockner erweitert. Die erste industrielle Digitaldruckanlage des Konzerns soll ebenfalls im Herbst in Brilon in Betrieb gehen, weitere Anlagen in Wismar/DE und Gifhorn/DE sind für 2017 geplant.
Im laufenden Geschäftsjahr will man verstärkt in Logistik, Digitalisierung und Veredelung investieren.

Märkte ändern sich

Für das laufende Geschäftsjahr erhofft man sich die Fortsetzung des Erfolgskurses. Die für Westeuropa prognostizierte Konjunkturentwicklung und Konsumbereitschaft stimmen positiv. Doch an Entwicklungen wie in Russland, der Türkei und England wird deutlich, dass sich politische Rahmenbedingungen schnell ändern können.
Die beiden britischen Werke produzieren für den lokalen, englischen Markt, was Leissing als Vorteil gegenüber Wettbewerbern sieht. Im Werk in der Türkei, das seit 2010 zur Gruppe zählt, gäbe es derzeit keine Probleme, man wolle sich aber dort mehr auf den Export konzentrieren. Währungsschwankungen und lokalen Markteinbrüchen hofft man zu begegnen, in dem man „möglichst breit aufgestellt ist“, so Leissing.
Fürs vergangene Geschäftsjahr ist die Rechnung aufgegangen.