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Quelle: Google Maps © Google Maps
Labe Wood      

Das neue 1 Mio. fm-Sägewerk

Ein Artikel von Gerd Ebner | 13.12.2018 - 15:36

Gebaut wird ein Millionensägewerk, das sich technologisch an dem orientiert, was die Holzindustrie Maresch in Retz praktiziert. Die Spanerprofilierlinie liefert daher Linck, Oberkirch/DE, die Sortierung und Mechanisierung kommen von der Maschinenfabrik Springer, Friesach. Alle Aufträge dieser Hauptlieferanten sind unterschrieben und werden im kommenden Jahr erfüllt.

Entsprechend dem Fortschritt der Bauarbeiten hofft man, 2020 starten zu können. Die karge Mitteilung der Aktiengesellschaft Mondi: „Die kommerzielle Produktion wird für die zweite Hälfte des Jahres 2020 erwartet."

Den Rundholzeinkauf erfolgt über Wood-Paper. Versorgen will man sich innerhalb Tschechiens. 

Sämtliches Sägerestholz wird von Mondi verwertet, das Schnittholz vermarktet Labe Wood selbst – mit entsprechender Unterstützung der Holzindustrie Maresch.

Labe Wood wird am Standort von Mondi Štětí 100 Mio. € (2.577 Mrd. CZK) investieren. Laut tschechischen Medien kann Labe Wood bis zu 18,9% der Kosten als Investitionsanreiz-Förderung in Anspruch nehmen. Das wären maximal 19 Mio. €. Im Vollbetrieb wird Labe Wood auf einen Jahresumsatz von 150 bis 200 Mio. € kommen. 160 Mitarbeiter sollen beschäftigt werden.

Labe Wood-Vorstandsvorsitzender ist Herbert Schlögl, Eigentümer der Holzindustrie Maresch. Im Aufsichtsrat sitzen Dr. Veit Sorger, Christian Skilich, Dr. Ernst Burger und Ernst Schlögl. Der größte Aktionär bei Labe Wood ist Eco-Invest, Prag, mit 37%. Es folgen die Holzindustrie Maresch mit 33%, Mondi Štětí mit 25% und Unitimber, Koper/SI, mit 5%.

Die Eco-Invest gehört Milan Filo, einem der reichsten Slowaken. Filo wurde durch die Beteiligung an der größten slowakischen Papier- und Zellulosefabrik, der SCP Ružomberok, laut slowakischen Medien zum Milliardär. Papier ist weiterhin das Rückgrat seiner Holding.

Zum Namen „Labe Wood“: Štětí liegt am Fluss Labe, tschechisch für „Elbe“.

Standort Mondi Štětí

2017 startete Mondi die jüngste Investition in den Standort Štětí: 470 Mio. € werden seither eingesetzt, um diese Niederlassung zu modernisieren. Die Maßnahmen umfassen einen Rückgewinnungskessel, den Wiederaufbau der Faserlinien, die Beseitigung von Engpässen bei den Papiermaschinen sowie eine Maschine für einseitiges, glattes Kraftpapier mit einer Kapazität von 90.000 t/J. Damit wolle man die stark wachsende Nachfrage nach flexiblen Verpackungen und Anwendungen in der Gastronomie decken, berichtet das Unternehmen.

Der neue Kessel und die Faserlinien gehen nun in Betrieb. Die Kraftpapiermaschine startet in der ersten Hälfte 2019.

Durch die Maßnahmen erhöhe sich zudem die Zellstoffproduktion auf 130.000 t/J bei gleichzeitig geringeren Produktionskosten pro Tonne.

Holzindustrie Maresch

Labe Wood ist ein zumindest seit 2012 köchelndes Sägewerksneubau-Projekt, das von der Holzindustrie Maresch maßgeblich vorangetrieben wurde. Lang kämpfte man um eine Baubewilligung. Zuletzt wurde eine neu eingeführte Umwidmungssteuer beklagt (s. holzkurier.com-Link).

Die Holzindustrie Maresch zählt zu den erfolgreichsten Sägewerksunternehmen in Europa. Am Standort Retz werden heuer 1,2 Mio. fm eingeschnitten. 2019 plant man, 1,3 Mio. fm einzuschneiden.

Als eines der wenigen Großsägewerke Europas verzichtet man auf die technische Holztrocknung. Mit dieser Unternehmensstrategie ist man überaus erfolgreich. Die Jahreszahlen der Holzindustrie sind in der Branche viel diskutiert, weil sie so gut sind. Beispiele: Der Bilanzgewinn kletterte von 20 Mio. € 2013 auf zuletzt fast 29 Mio. € (+45%; Bilanz 2016/17). Der Umsatz stieg im selben Zeitraum von 118 Mio. € auf 133 Mio. € (+13%), das EBITDA von 5,9 Mio. € auf knapp 10,8 Mio. € (+83%).

Die Eigenkapitalquote pendelt um die 90%. Der Mittelwert des EGT lag zwischen 2013 und 2017 bei 13%.

Labe Wood-Facts

Baubeginn: Dezember 2018

Hauptausrüster: Linck, Oberkirch/DE, Maschinenfabrik Springer, Friesach

Einschnitt: 1 Mio. fm/J (Vollbetrieb)

Holzarten: Nadelholz

Mitarbeiter: 160

Investitionssumme: 100 Mio. €