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Getrennte Holzblöcke werden zur Bildung von Bretterlagen zum Kallfass-Abblätterer transportiert © Kallfass

Juodeliai

Optimales Kurzholzhandling

Ein Artikel von Günther Jauk | 28.04.2022 - 08:45

In Marijampole/LT läuft das jüngste und zugleich auch größte Sägewerk der Juodeliai-Gruppe. Mit vier Standorten und einem Rundholzeinschnitt von über 1,3 Mio. fm/J handelt es sich um die größte Sägewerksgruppe des Landes (s. Holzkurier Heft 14, S. 14). 2022 möchte Juodeliai rund 650.000 m3 Palettenholz produzieren und damit über 200 Mio. € Umsatz erwirtschaften. Mit Kunden in über 40 Ländern ist man überaus exportorientiert, wobei man laut Geschäftsführer Andrius Zimnickas trotz der geografischen Nähe keinerlei geschäftliche Beziehungen zu Russland oder Belarus pflegt.

Die praktische, lösungsorientierte Herangehensweise ist der Hauptgrund, warum wir abermals mit Kallfass zusammenarbeiten.


Andrius Zimnickas, Geschäftsführer Juodeliai-Gruppe

Das Rundholz – es handelt sich um Fichte und Kiefer, aber auch um Laubhölzer – bezieht das Unternehmen zum Großteil aus Litauen, was Juodeliai auch zum größten Holzverbraucher des Landes macht.

Rund zwei Autostunden westlich der Hauptstadt Vilnius in Marijampole nahm das Unternehmen 2020 ein viertes Sägewerk in Betrieb. Ausgelegt auf 250.000 m3 Jahreskapazität, produziert Juodeliai dort ebenfalls Palettenholz für den Weltmarkt. Bei den Maschinenausstattern setzte man auf bewährte Anlagenlösungen, wie etwa jene von Linck, Holtec, Microtec oder Kallfass. Letztgenannter zeichnet dabei für die Mechanisierung, Sortierung und Stapelung der Haupt- und Seitenware verantwortlich.

Herausforderndes Projekt

Hinter den beiden Mehrblattsägen übernimmt Kallfass die Hauptware. Ein vertikaler Weitertransport bringt die aufgetrennten Holzblöcke im Ganzen zu einem Abblätterer. Dieser bildet mithilfe der Schwerkraft einen Bretterteppich. Nach einer optischen Begutachtungsstation erfolgen die Lagenbildung und beidseitige Stirnkappung, woraufhin die Stapelmaschine mit den Lagen beschickt wird.

Im Anschluss erfolgt die Stapelung, wobei Kallfass das Legen der Versandleisten automatisch über Leistenmagazine realisierte. Im letzten Schritt bringt Kallfass die gestapelten Versandpakete über einen Rollentransport zur Umreifungsanlage.

Ausreichend Kapazität

Die anfallende Seitenware sammelt Kallfass auf Pufferetagen. „Da wir für diese kurzen Dimensionen noch kaum Erfahrungswerte hatten, mussten wir bei der Auslegung zum Teil mit Annahmen arbeiten, die im Endeffekt aber sehr gut hinkamen“, berichtet Kallfass-Projektleiter Matthias Link.

Lösungsorientierte Herangehensweise

Für Kallfass und Juodeliai war es weder das erste noch das letzte gemeinsame Projekt. Bereits 2014 waren die deutschen Anlagenbauer bei einem Greenfield-Projekt der litauischen Holzindustrie beteiligt.

„Wir sind sehr froh, uns abermals für Kallfass entschieden zu haben. Sie versuchen, uns nicht vorgefertigte Lösungen anzubieten, sondern gehen konkret auf unsere Vorstellungen ein und setzen diese um. Diese praktische Herangehensweise ist der Hauptgrund, warum wir abermals mit Kallfass zusammenarbeiten“, betont Zimnickas und ergänzt, dass man bereits das nächste Projekt bei Kallfass – eine zweite Hauptwarenstapelanlage für Marijampole – in Auftrag gegeben habe.

Diese soll spätestens im 1. Quartal 2024 in Betrieb gehen.