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KONJUNKTURBAROMETER SÄGEINDUSTRIE

Säger massiv unter Druck

Ein Artikel von Günther Jauk | 02.05.2024 - 09:26

Dass er mit diesen Einschätzungen keineswegs alleine ist, zeigen die Ergebnisse und zahlreichen Kommentare (s. unten) der jüngsten Säger-Konjunkturumfrage des Holzkurier. Immer wieder ist von zu hohen Rundholz-, Produktions- und Transportkosten sowie von einer zu geringen Nachfrage und nicht auskömmlichen Verkaufspreisen von Haupt- und Nebenprodukten die Rede.

Konstante Preisentwicklung?

Für das laufende Quartal geht jeweils gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer von gleichbleibenden Rund- und Schnittholzpreisen aus. 36 % rechnen im 2. Quartal indes mit steigenden Schnittholzpreisen, während lediglich 10 % von sinkenden Verkaufspreisen für das Hauptprodukt ausgehen.

Genau umgekehrt verhält es sich mit den Rundholzpreisen. Hier kalkulieren 36 % mit sinkenden und 13 % mit steigenden Werten, was auch den vorläufigen Ergebnissen der Holzkurier-Konjunkturumfrage unter den Forstbetrieben entspricht: 50 % der befragten Waldbesitzer gehen von „gleichbleibenden“, 30 % von „sinkenden“ und 20 % von steigenden Rundholzpreisen aus.

Geringfügig bessere Lageeinschätzung

Die Umsatzsituation sowie die Geschäftslage haben sich gegenüber dem Vorquartal etwas verbessert, wobei immer noch mehr als doppelt so viele Betriebe (37 %) von einer „schlechten“ als von einer „guten“ (17 %) Lage im 1. Quartal berichten. Bei den Umsätzen melden lediglich 5 % ein hohes Ergebnis, während 60 % „zufriedenstellende“ und 35 % „niedrige“ Umsätze einfuhren.

Schlecht, aber besser werdend

Zieht man bei der erwarteten Entwicklung der Geschäftslage den Anteil jener Betriebe, die eine „schlechte“ Entwicklung vorhersagen, vom Teil der Unternehmen, die eine „gute“ Lageentwicklung prognostizieren, ab, ergibt sich bereits das achte Quartal in Folge ein negativer Wert (s. Seite 3), wobei sich die Kennzahl im abgelaufenen Quartal mit –25 das zweite Mal in Folge verbesserte. Seit dem Start des Holzkurier-Konjunkturbarometers vor zehn Jahren war die Erwartungshaltung der Branche im 1. Quartal 2018 mit 67 Punkten am positivsten und am Beginn der Coronapandemie mit –80 Punkten am schlechtesten. Für das laufende Quartal erwarten 36 % eine „schlechte“ und 11 % eine „gute“ Entwicklung ihrer Geschäftslage, wohingegen 50 % von einer „zufriedenstellenden“ Entwicklung dieser globalen Stimmungsvariable ausgehen. 

Kaum Investitionen erwartet

Besonders deutlich zeigt sich die negative Stimmung auch bei der Investitionsbereitschaft. 84 % schätzen die Investitionsbereitschaft der Sägeindustrie ihres Landes derzeit als „niedrig“ ein, wobei 67 % davon ausgehen, dass diese in den kommenden sechs Monaten noch weiter sinken wird. Lediglich 3 % rechnen mit einer steigenden Investitionsbereitschaft. 

Aktuell größte Herausforderungen*

  • Schere zwischen Rundholzeinkauf – Produktionskosten – Verkaufspreis stark volatile Preisentwicklung bei Resthölzern (z.B.: Späne 33 – 35 €/Srm auf derzeit 8 – 10 €/Srm); Zahlungsmoral auch in Österreich (Versicherung); fehlende Perspektive/Planbarkeit; starke Unsicherheiten vieler Beteiligter; Bürokratiemonster EU: Entwaldungsverordnung, RED 2/3 – so nicht umsetzbar bzw. handelbar
  • nach wie vor hohe Energiepreise, hohe Rundholzpreise für vergleichsweise niedrige Schnittholz- und Restholzpreise.
  • Absatz (Produktionsrücknahme); Energie (Wärme und möglichst viel Strom selbst produzieren); Versicherung (alternativlos hohe Prämien bezahlen)
  • Steigende Rundholzpreise passen nicht zu den schlechten Schnittholzpreisen. Wir beabsichtigen, die Schnittholzpreise um ca. 20 bis 30 €/m3 anzuheben. Verhaltene Nachfrage auf dem Schnittholzmarkt, dementsprechend wird der Einschnitt aktuell gesteuert. Pelletspreis am Boden, wir planen aktuell, die Produktion zu drosseln.
  • Inlandsnachfrage, Preisverfall
  • Energiekosten => Montage PV-Anlage mit 325 kWel; Rundholzlogistik => Bahnstreik; Rundholzversorgung => Witterung behindert Arbeiten im Wald.
  • hohe Preise für Langholz. Schlechte Absatzmöglichkeit für Sägenebenprodukte
  • Der RH-Preis passt nicht zum SH-Preis.
  • Die vergangenen 18 Monate waren, wirtschaftlich gesehen, eine Katas-trophe: Rundholz zu teuer. Schnittholz und Fertigprodukte zu günstig. Restholz zu günstig. Wenn sich die allgemeine Wirtschaftslage für die Holzindustrie nicht rasch verbessert, werden Betriebe sterben. Beim nächsten Aufschwung brauchen wir jedoch jeden einzelnen Betrieb!
  • voraussichtlich starke Lohnkostensteigerung. Weitergabe nur bedingt möglich
  • Gewinne zu erzielen 
  • Die notwendige Umsetzung von Preisanpassungen im Verkauf ist neben der Steigerung der Produktivität die größte Herausforderung.
  • Personal, Absatz im Bereich Bauwirtschaft 
  • Energiepreise sind viel zu hoch! Zu wenig Baugenehmigungen! 
  • keine Planbarkeit im Ein- und Verkauf
  • Logistik Rundholzsortierung
  • Preisentwicklung. Viele Kundengespräche und Hoffnung auf Verständnis; immer mehr Bürokratie. Können wir nicht mit umgehen, müssen wir so hinnehmen. Versuchen. Gespräche mit der Politik zu führen, wo es nur geht.
  • Personalmangel
  • Weitere Anhebung der Schnittholzpreise ist unbedingt notwendig!
  • Wirtschaftspolitik mit unsicheren Anforderungen, steigende Bürokratie in Europa/Deutschland, Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, steigende Energie und damit verbundene Produktionskosten, lahmende Wirtschaft … Wir prüfen, ob der Produktionsstandort ins Ausland verlegt werden kann, um weiterzuexistieren und somit wieder als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben und eine Weiterentwicklung des Unternehmens zu sichern. 
  • Nervosität am SNP-Markt
  • Mitarbeiter finden. Umsatzziele aufgrund fallender Preise erreichen. Seitenware verkaufen
  • Margen nicht vorhanden – Produktionsrücknahmen
  • Absatzkrise -> Liquidität/Kreditlinie schaffen
  • die produzierte Ware mit vernünftigen Preisen an den Kunden zu verkaufen! Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist angespannt und nicht einschätzbar!
  • die Schnittholzpreise wieder auf ein zufriedenstellendes Niveau zu bekommen, vor allem bei Massenprodukten
  • kostendeckend zu produzieren
  • schlechte Auftragslage, hohe Rundholzpreise, niedrige Schnittholzpreise, verfallende Restholzpreise
  • Löhne, Energiekosten, Transportkosten; Lösung: Die Schnittholzpreise müssen bei gleichbleibenden Rundholzpreisen deutlich in die Höhe (mind. 50 €/m3), Senkung der Fixkosten durch Einführung einer zweiten Schicht
  • geringere Nachfrage von Kunden durch inländische Ausweichmärkte kompensieren. Rundholzeinkauf/Rundholzmengen dosieren, um die Lager nicht zu überfüllen
  • schlechte Restholzpreise bei hohem Rundholzpreis 
  • Energiekosten, event. Absatzpro-bleme am Bau

 

* Antworten auf die Frage: Was sind derzeit Ihre größten Herausforderungen und wie gehen Sie damit um?

Holzkurier-Konjunkturbarometer Säge

Wie war die Geschäftslage in den vergangenen Monaten und welche Entwicklung erwarten sich die Unternehmen in der nächsten Zeit? Von welchen Rund- und Schnittholzpreisen geht die Branche aus? Und wie verlief die Umsatzentwicklung?

Das sind Fragen, die der Holzkurier mittels Onlineumfragen zu beantworten versucht. Hierfür kontaktierte die Redaktion Sägewerke in Österreich und Deutschland. Je mehr Betriebe mitmachen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, weshalb wir Sie an dieser Stelle um Ihre Unterstützung bitten: Nehmen Sie sich ein Mal im Quartal zwei bis drei Minuten Zeit und beurteilen Sie Ihre Geschäftslage. Sofern Sie von uns noch keine Einladung erhalten haben, nehmen wir Sie gerne in unseren Verteiler auf. 

Kontaktieren Sie uns bitte unter: g.jauk@holzkurier.com.