Stolz auf die neue USNR-Sägelinie: Tommy Halldin, Produktionsleiter, gemeinsam mit Geschäftsführer Anders Wiberg und Tobias Hammerström, Instandhaltungsleiter bei Ingarps Trävaror (v. li) © Raphael Kerschbaumer
„Hier am Standort wurde in den 1960er-Jahren die weltweit erste elektronisch gesteuerte Bandsäge gebaut. Daraus entstand eine enge Beziehung zu Söderhamn Eriksson, die heute ein Teil von USNR sind. Als wir unsere Stammholzlinie erneuern wollten, war für uns damit von Beginn an klar, dass es wieder Maschinen vom selben Ausstatter und damit von USNR werden sollen“, erzählt Anders Wiberg, Geschäftsführer bei Ingarps Trävaror, beim Holzkurier-Besuch im südschwedischen Ingarps.
Seit dem Jahreswechsel ist die neue USNR-Bandsägenlinie nun in Betrieb. Zusätzlich verfügt Ingarps Trävaror noch über eine Schwachholzlinie für Stammdurchmesser von 10 bis 18 cm. Den gemeinsamen Output, wobei der Großteil auf die USNR-Linie entfällt, beziffert man mit rund 140.000 m3/J Schnittholz.
Aber auch in der Weiterverarbeitung ist das Familienunternehmen stark aufgestellt. Neben zwei Keilzinken- und einer Stababbundanlage verfügt man auch über ein leistungsstarkes Hobelwerk, dessen Output zuletzt über 90.000 m3/J betrug.
Abnehmer finden die vorwiegend Fichtenholzprodukte in unterschiedlichen Märkten. „Wir sind im Vertrieb sehr breit aufgestellt. Zum einen beliefern wir die skandinavische Bauindustrie, aber auch Baumärkte und Verpackungsproduzenten gehören ebenso wie internationale Schnittholzhändler zu unseren langjährigen Kunden“, informiert Wiberg. In durchschnittlichen Jahren liegt die Exportquote von Ingarps bei rund 50 %.
„Derzeit versuchen wir aufgrund schwächelnder Inlandsmärkte, diesen Anteil leicht zu erhöhen. Rückblickend betrachtet, hätten wir keinen besseren Zeitpunkt als den vergangenen Herbst für die Inbetriebnahme der neuen Sägelinie finden können“, spricht Wiberg die vergleichsweise schwache Marktlage in den vergangenen Monaten an.
Perfekt in Position
Die Installation der neuen Sägelinie war relativ aufwendig, da auch an der Halle teils größere Umbaumaßnahmen nötig waren. „Innerhalb von nur zehn Wochen konnten wir jedoch alle Bautätigkeiten und mechanischen Installationen der neuen Sägelinie abschließen“, berichtet Wiberg.
Präzise Stammeindrehung und Korrektur durch das automatische Kontrolltool PGLR © Raphael Kerschbaumer
Noch vor der upgedateten Sägehalle laufen die unsortierten und zwischen 18 und 55 cm starken Bloche durch einen USNR-Entrinder. Weiter im Sägewerk werden die Stämme in einem ersten Schritt von einem Scanner vermessen und anschließend präzise eingedreht. Ingarps Trävaror ist dabei das erste schwedische Sägewerk, dessen Drehvorrichtung mit dem PGLR-System (Precision Geometric Log Rotation) ausgestattet ist. Ein großes Upgrade für das Unternehmen, denn das von USNR entwickelte System überprüft nicht nur den optimalen Stammdrehwinkel, sondern korrigiert diesen selbst bei geringsten Abweichungen in Echtzeit. Durch die sofortige Optimierung der automatischen Stammeindrehung wird so bereits am Beginn der Linie sichergestellt, dass der maximal mögliche Output aus dem Rundholz erzielt werden kann. „Der Scanner in Kombination mit der Stammeindrehung und dem PGLR-System ist womöglich die wichtigste Stelle in der gesamten 110 m langen Sägelinie. Hier wird über Einschnitt und Ausbeute entschieden. USNR hat wirklich tolle Maschinen installiert, die uns eine größtmögliche Wertschöpfung ermöglichen“, zeigt sich Wiberg von der verbauten Technik überzeugt.
Qualitätskontrolle live
In einem Fluss: Jeweils vier Seitenwarenbretter können in den ersten beiden Maschinengruppen erzeugt werden. Diese laufen direkt weiter in Richtung Besäumanlage, die ebenfalls von USNR geliefert wurde © Raphael Kerschbaumer
In den ersten beiden Maschinengruppen der neuen Sägelinie sind jeweils zwei Spaner und ein Modeldreher verbaut, ehe die erste von insgesamt drei Bandsägegruppen folgt. Die Letzte in der Reihe wurde von USNR komplett überholt und mit etlichen neuen Komponenten ausgestattet. Teile der Baugruppe konnten so auch von der alten Sägelinie wiederverwendet werden, was sich wiederum positiv auf das Investitionsvolumen auswirkte. In den ersten beiden Bandsägegruppen können je nach Schnittbild bis zu vier Seitenwarenbretter erzeugt werden. Die dritte Sägeneinheit trennt das Model final bis zu fünfstielig auf.
Optimierung auf höchstem Niveau: Die neue Bandsägenlinie sorgt für maximale mögliche Ausbeute aus den schwedischen Holzstämmen © Raphael Kerschbaumer
Nach jeder Bandsägengruppe verbaute USNR zudem einen Scannerrahmen, ausgestattet mit präzisen Bioluma-Sensoren. Mit dem dazugehörigen Programm Sawsight wird jedes einzelne Brett nach dem Sägeprozess genau vermessen und mit den Solldaten aus der Produktionsplanung verglichen. Selbst kleinste Differenzen werden so zuverlässig erkannt und schon frühzeitig korrigiert. „Gemeinsam mit den beiden Kontrollsystemen Sawsight und PGLR sorgen wir damit für eine durchgängige Qualitätskontrolle schon während des Produktionsprozesses“, sagt Eric Blomstrand, Optimierungs- und Kontrollmanager bei USNR. „Für uns steht der Wert der erzeugten Produkte im Vordergrund. Durch die neue Bandsägenlinie können wir dies mit größtmöglicher Ausbeute optimal verbinden. Alle Maschinen wurden hier in Söderhamn gebaut – Technik, die uns bei Ingarps bereits seit vielen Jahrzehnten überzeugt“, fasst es Wiberg zusammen.