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Konjunkturbarometer Säge

Sägerstimmung hellt sich auf

Ein Artikel von Gerd Ebner | 09.04.2025 - 08:18

Klare Mehrheit zufrieden

Zum Jahreswechsel erwarteten lediglich 50 % eine „zufriedenstellende“ Geschäftslage für das 1. Quartal. Nun sehen bereits 60 % eine solche für das 2. Quartal voraus.

Die Zuversicht in der Geschäftslage korrespondiert sehr gut mit den Preiserwartungen beim Schnittholz. 60 % gehen von steigenden Preisen für die kommenden drei Monate aus. Vor einem Jahr konnten sich das nur 36 % vorstellen.

35 % erwarten eine konstante Schnittholzpreisentwicklung. Lediglich 5 % gaben diesmal an, dass die Preise sinken könnten.

Stabilisierung der Rundholzpreise

Exakt jeder zweite Befragte sieht die Rundholzpreise nun stabil für die kommenden sechs Monate. 39 % antizipieren steigende, 11 % sinkende Preise.

Mit der bisherigen Umsatzentwicklung 2025 zeigen sich 62 % „zufrieden“ und ordnen diese als „normal“ ein. Knapp die Hälfte (48 %) geht davon aus, dass die Lage so bleiben wird. 36 % sind hingegen zuversichtlich, dass sich der Umsatz weiter steigern lässt. 16 % sehen sinkende Umsätze voraus.

Normaler Lagerstand

64 % haben derzeit einen normalen Lagerstand. Für 23 % geht es mit einem hohen Bestand ins kommende Quartal und für 13 % mit einem niedrigen.

Fast ein Drittel erwartet nun, dass die Lagerstände ihres Unternehmens sinken werden. Hingegen können sich nur 15 % steigende Bestände im 2. Quartal vorstellen. 57 % erwarten keine Änderung des Lagers. Mit dem endgültigen Start der Bausaison wären sinkende Fertigwarenbestände zu erwarten: Das sehen auch knapp 30 % voraus.

Dieses Mal stellten wir erneut die Frage nach dem geplanten Einschnitt 2025. 62 % geben an, den Einschnitt unverändert zu belassen. 20 % wollen ihn erhöhen und 18 % absenken.

Investitionsbereitschaft verharrt im Keller

Selbst mit der Ligna vor der Türe wird die Investitionsbereitschaft der Branche weiter als niedrig (84%) beurteilt. Daran wird sich auch in den kommenden sechs Monaten nichts ändern, sagen 50% der Teilnehmer der Konjunkturerhebung voraus.

AKTUELL GRÖSSTE HERAUSFORDERUNGEN*

1. Rohstoffversorgung und -preise

Rundholz ist schwer verfügbar und stark im Preis gestiegen. Insbesondere das schwankende Angebot und die kurzfristige Mengenverfügbarkeit stellen ein Risiko dar.

Alternative Holzarten (z. B. Kiefer statt Fichte) werden zunehmend genutzt, sind jedoch ebenfalls preislich belastet.

Der Einkaufspreis für Rundholz nähert sich dem erzielbaren Verkaufspreis für Schnittholz – die Margen schrumpfen erheblich.

2. Energie- und Transportkosten

Energiepreise (v. a. Strom) und Transportkosten sind auf hohem Niveau, was die Produktion verteuert.

3. Absatzprobleme und Marktsituation

Schwache Baukonjunktur in der DACH-Region drückt die Schnittholzpreise.

Absatzmärkte stagnieren, insbesondere für schlechtere Qualitäten und Laubholz.

Internationale Wettbewerbsverzerrungen durch günstigere Produktionsbedingungen in Südeuropa und anderen Regionen.

Marktunsicherheit durch geopolitische Spannungen (u. a. US-Zölle).

4. Personal- und Arbeitskräftemangel

Es mangelt an qualifiziertem Fachpersonal.

Hohe Löhne und steigende Personalkosten belasten die Betriebe zusätzlich.

5. Bürokratie und Regulierung

Bürokratische Belastungen werden als massiv empfunden, insbesondere durch die Umsetzung von EUDR und Lieferkettengesetz, auch für kleinere Betriebe.

Aufwendige Dokumentationspflichten und mangelnde Unterstützung durch Behörden.

Kritik an fehlender Planbarkeit und politischer Unsicherheit auf nationaler Ebene.

6. Wirtschaftliche Gesamtlage und Standortprobleme

Österreich verliert laut mehreren Rückmeldungen an internationaler Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energie-, Lohn-, Steuer- und Abgabenkosten.

Liquiditätsengpässe.

Fehlende politische Unterstützung für den Holzbau wird beklagt.

7. Spezifische Herausforderungen

Reduzierung der Einschnittmengen zur Kostenkontrolle.

Fehlende Planungssicherheit erschwert strategische Entscheidungen. Forderung nach besserer Vermarktung der Branche und Anhebung der Schnittholzpreise.

 

* Leserantworten auf die Frage: Was sind derzeit Ihre größten Herausforderungen und wie gehen Sie damit um?