Mit dem System Calibrook stellt Brookhuis ein vorkalibriertes System zur Verfügung, das rund 80 % der Kalibrierarbeit übernimmt. „Dadurch sinkt der Zeitaufwand für die Inbetriebnahme beim Kunden erheblich. In wenigen Arbeitsstunden kann der gesamte Querschnittsbereich kalibriert werden“, erklärt Brookhuis-CTO Pieter Rozema und ergänzt: „Vor Ort müssen für die Optimierung beziehungsweise Verifizierung der Kalibrierung lediglich einige Dimensionen nachgemessen werden.“
Ein Kernprodukt von Brookhuis ist das Inline-Messsystem FMI-5, das die Holzfeuchte von bis zu 300 Brettern pro Minute im Quertransport sowie 1200 m/min im Längstransport ermittelt. Schrittweise ersetzt dieses das vielfach seit mehr als 20 Jahren bewährte System FMI-3. Die Umrüstung auf neue Sensoren und Verkabelungen nimmt dank vollständiger Rückwärtskompatibilität nur wenige Stunden in Anspruch. Diese ermöglicht, selbst bei älteren Systemen softwaretechnisch stets auf dem neuesten Stand zu sein.
Um diesen Anspruch zu garantieren, erfolgt bei jedem Service der Brookhuis-Anlagen zunächst ein Softwareupdate: „Dadurch arbeiten unsere Kunden stets mit einem optimalen Produkt und profitieren von verbesserten Funktionen“, erläutert Rozema, der gleichzeitig auf die robuste Ausführung der Systeme sowie deren zuverlässige Messergebnisse verweist. Die kontinuierliche Weiterentwicklung für die industriellen Anforderungen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit renommierten Forschungsinstituten. Trotz der hohen Komplexität der Hightech-Messgeräte legt man Brookhuis zufolge großen Wert auf eine einfache Bedienbarkeit und Servicefreundlichkeit der Systeme.
Gesamter Querschnitt gemessen
„Da die Feuchtemessung über ein elektrisches Feld erfolgt, basiert der Messwert auf dem Durchschnitt des gesamten Querschnitts. Anwender erhalten dadurch deutlich präzisere Ergebnisse als bei oberflächlichen Verfahren“, sagt Dieter Martinek, Geschäftsführer von Martinek, Götzis, der die exklusive Brookhuis-Vertretung für Österreich innehat.
Kombinierte Feuchte- und Festigkeitsmessung
Für Anwendungen, bei denen zusätzlich die Festigkeit ermittelt werden muss, bietet Brookhuis ebenfalls passende Systeme. Da die Holzfeuchte die Festigkeit maßgeblich beeinflusst, ist eine Messung der Feuchte stets Teil der Festigkeitsbestimmung. Die Lösungen sind als Durchlauf- oder Stop-&-Go-Systeme verfügbar.
Die Festigkeitsbestimmung erfolgt über die Messung der Eigenschwingungsfrequenz. Gemeinsam mit Brettdichte und Holzfeuchte wird daraus der dynamische E-Modul berechnet. „Diese Kombination sorgt für äußerst präzise Messwerte. Anlagen mit integrierter Gewichtsmessung nutzen die Dichte zusätzlich für eine noch genauere Feuchtemessung“, betont Rozema. In Österreich setzt Handlos im Werk Summerau bereits auf dieses System. Eine weitere Installation erfolgt derzeit im Rahmen eines Projekts von TC Maschinenbau.
Lösungen für jede Betriebsgröße
Das Produktportfolio umfasst Systeme für die Großindustrie ebenso wie skalierbare Einstiegsanlagen. „Bestehende Feuchtemessanlagen können durch zusätzliche Sensoren oder höhere Geschwindigkeiten erweitert werden und sind damit flexibel anpassbar. Zudem ist eine herstellerunabhängige Vernetzung mit vorgeschalteten Scannern möglich“, erklärt Martinek. „Durch den modularen Aufbau konfigurieren wir jedes System projektspezifisch. Sollten wir für die geforderte Anwendung nicht die passenden Lösungen bieten, wird das von uns klar kommuniziert“, ergänzt Rozema. Sowohl Feuchte- als auch Festigkeitsmesssysteme stehen als Inline- oder Handmessgeräte zur Verfügung. Die Handgeräte zur Festigkeitssortierung verfügen über die notwendige Zertifizierung, um Bretter als maschinell sortiert klassifizieren zu können.
„Immer mehr Weiterverarbeiter erwarten bereits sortierte Qualitäten von ihren Lieferanten. Brookhuis bietet dafür Lösungen für jede Betriebsgröße“, ergänzt Martinek. Auch Rozema bestätigt eine steigende Nachfrage nach Systemen zur maschinellen Festigkeitssortierung.
Mehr aus Daten machen
Die Messdaten werden direkt in einer Cloud gespeichert und stehen Anwendern jederzeit für Qualitäts- und Durchsatzauswertungen zur Verfügung. Für das kommende Jahr kündigt Rozema ein neues Analysetool von Brookhuis an. Über Schnittstellen lassen sich die Daten nahtlos in nachgelagerte Produktionsprozesse integrieren. Die ISO-27001-Zertifizierung garantiert dabei einen sicheren Umgang mit Daten und Cloudsystemen.
Innenrisse frühzeitig erkennen
Eine der neuesten Entwicklungen ist ein Scanner zur Detektion von Innenrissen. Besonders für die Möbel- und Fußbodenindustrie liefert dieser wertvolle Informationen über das eingesetzte Rohmaterial. „Damit verlagert sich die Qualitätskontrolle an den Beginn des Produktionsprozesses und reduziert den Ausschuss an Endprodukten deutlich“, erklärt Rozema.
Auf Expansionskurs
Mit 1. Januar bezog Brookhuis seine neue Unternehmenszentrale in Almelo/NL nahe der deutschen Grenze. Dort sind Vertrieb, Service und Entwicklung unter einem Dach vereint, verbunden mit weiteren Plätzen für zusätzliche Mitarbeitende.
Mit dem laufenden Jahr zeigt sich Rozema sehr zufrieden: „Wir verfolgen einen klaren Wachstumsplan, den wir konsequent umsetzen.“ Zahlreiche Projekte in Europa, den USA, Kanada und Asien unterstreichen dies. Martinek berichtet für den österreichischen Markt 2025 ebenfalls von einer stabilen Nachfrage.