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Bauwirtschaft in Dubai boomt – allerdings fast nur in Beton © Bernd Amschl

Beton größter CO2-Emittent nach China und den USA      

Ein Artikel von Vera Bauer (für holzkurier.com bearbeitet) | 18.12.2018 - 08:28

Zement ist laut Forschern der Denkfabrik Chatham House die Quelle für 8% der weltweiten CO2-Emissionen. Wäre die Zementindustrie ein Land, wäre sie nach China und den USA der drittgrößte Emittent der Welt. Sie trägt zu mehr CO2 bei als Flugkraftstoff (2,5%) und liegt nicht weit hinter der Landwirtschaft (12%).

Anlässlich der UN-Klimakonferenz COP24 in Polen diskutierten Vertreter der Zementindustrie, wie die Anforderungen des Pariser Abkommens hinsichtlich des Klimawandels erfüllt werden können. Dafür müssten die jährlichen Emissionen von Zement bis 2030 um mindestens 16% sinken. Trotz bekannter Dauerhaftigkeitsprobleme ist es weltweit nach wie vor das am meisten genutzte Baumaterial.

Asien und China machen seit den 1990er-Jahren den größten Teil des Wachstums aus. Die Produktion stieg seit 1950 um mehr als das Dreißig- und seit 1990 um beinahe das Vierfache. Zwischen 2011 und 2013 verbrauchte China mehr Zement als die USA im gesamten 20. Jahrhundert. Da der chinesische Konsum zurückgeht, wird erwartet, dass sich das größte Wachstum nach Südostasien und Afrika verlagert – getrieben von Urbanisierung und der wirtschaftlichen Entwicklung.

Forschungen zufolge soll sich die Grundfläche der weltweit errichteten Gebäude in den nächsten 40 Jahren verdoppeln. Es wird angenommen, dass dadurch die Zementproduktion bis 2030 um ein Viertel steige. Möchte der Sektor das Pariser Abkommen erfüllen, muss er sich mit der Überarbeitung der Zementproduktion befassen und nicht nur den Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren.

Es ist der Prozess der Herstellung der „Klinker" – des Hauptbestandteils von Zement –, der bei der Zementproduktion die größte Menge an CO2 ausstößt. 2016 erzeugte die weltweite Zementerzeugung rund 2,2 Mrd. t CO2.