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UPM Biochemicals

Glykol-Produktion in Leuna erst im 1. Halbjahr 2026

Ein Artikel von Michael Fehrle (für holzkurier.com bearbeitet) | 03.11.2025 - 16:35

Dies geht aus dem Geschäftsbericht für das 3. Quartal hervor. Im Bericht für das 2. Quartal hatte UPM-Kymmene noch den Produktionsstart in allen drei Bereichen zum Jahreswechsel angekündigt. Eine Fertigung im industriellen Maßstab konnte bisher jedoch nur im Bereich „Hydrothermal Breakdown“ zur Aufspaltung des eingesetzten Buchenindustrieholzes in die Hauptbestandteile Zellulose, Hemizellulose/Holzzucker und Lignin erreicht werden, nicht jedoch in den weiteren Schritten des „Sugars-to-Chemicals“-Prozesses. Aus dem Lignin werden Füllstoffe (Renewable Functional Fillers, RFF) für die Kunststoff- und Gummiproduktion hergestellt. Mit der Vermarktung der ligninbasierten Produkte will UPM Ende des Jahres beginnen. Zusätzlich ist der Verkauf industrieller Zucker geplant, da diese noch nicht zu den gewünschten Bio-MEG und Bio-MPG weiterverarbeitet werden können.

Der Zeitplan für den Regelbetrieb in allen Bereichen wurde von UPM bereits mehrfach angepasst. Beim ersten Spatenstich für die Bioraffinerie am 7. Oktober 2020 gingen Unternehmensvertreter noch von einer Fertigstellung 2022 und einem Vollbetrieb 2023 aus. Im Halbjahresbericht 2024 war das Jahresende 2024 als geplanter Termin angegeben. Im Geschäftsbericht für das 1. Quartal 2025 wurde dann das 2. Halbjahr genannt.

Da die Produktion bislang nur in einem Teilbereich läuft, liegt der Bedarf an Buchenindustrieholz des Werks in den kommenden Monaten deutlich unter den Erwartungen der Forstbetriebe. Bei einem Regelbetrieb werden jährlich rund 600.000 fm Buchenindustrieholz benötigt. Auf Anbieterseite wird befürchtet, dass für die Bioraffinerie vorerst lediglich ein Viertel bis ein Drittel dieser Menge eingekauft wird.