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Blick vom Heizkraftwerk auf den Rundholzplatz - insgesamt 900.000 fm/J werden umgeschlagen © Dr. Johanna Kanzian

Hohe Wertschöpfung

Ein Artikel von Dr. Johanna Kanzian | 25.01.2005 - 00:00
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Blick vom Heizkraftwerk auf den Rundholzplatz – insgesamt 900.000 fm/J werden umgeschlagen © Dr. Johanna Kanzian

Niemand hätte vor 20 Jahren geglaubt, dass die Holzwirtschaft durch die anfallenden Sägenebenprodukte mit den Pellets ein Konkurrenzprodukt zu Öl entwickeln wird“, so Geschäftsführer Michael Pfeifer. Pelletsboom – Unter den Ersten. 1996 war die Holzindustrie Pfeifer eines der ersten Unternehmen Österreichs, das im großen Stil in eine Pelletsanlage investiert hat. Derzeit werden 100.000 t/J Pellets und 25.000 t/J Briketts erzeugt. Hauptproduktionsstandort ist das Zweigwerk Kundl. Zu wenig Wärme für die Trocknung. Ende 2003 befand sich die Holzindustrie Pfeifer in der Planungsphase des Baues eines neuen Biomasse-Heizkraftwerkes. Im Dezember fand die Inbetriebnahme statt. Seit 7. Jänner wird Ökostrom in das Tiwag-Netz eingespeist. Der Wärmebedarf in Kundl ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die bestehende Kesselanlage konnte nicht mehr genügend Wärme zur Verfügung stellen“, erläutert Geschäftsführer Gebhard Dünser. Lkw-Bewegungen und Transportkosten senken. Ein weiteres Ziel war die Reduzierung der umfangreichen Lkw-Transporte. Alle Säge-Nebenprodukte werden nach Möglichkeit am Standort verwertet. Dies geschieht einerseits durch die Pelletierung der Sägespäne sowie die thermische Verwertung im Heizkraftwerk. Für Kundl bedeutet der Ausbau, dass kein frisches Schnittholz das Werk mehr verlässt. 27 t/h Biomasse-Verbrauch. Für das neue Heizkraftwerk werden 19 t/h Rinde benötigt. Im bestehenden Werk werden 8 t/h benötigt. Bis zu 25% Waldhackgut kommt zum Einsatz. Dazu wird das nicht sägefähige Holz am Werksgelände aufgehackt und beigemischt.
Vor dem Umbau versorgte ein Järnforsen-Kessel mit 5,8 MW Feuerungswärmeleistung sowie ein Vyncke-Kessel mit 13 MW Feuerungswärmeleistung das Wärmenetz von Pfeifer. Der Järnforsen-Kessel wurde bei der Inbetriebnahme der neuen Anlage stillgelegt.
Die neue Anlage mit einer Feuerungswärmeleistung von 26 MW sowie 5,8 MW elektrische Leistung, wird parallel mit der Vyncke-Anlage betrieben. Somit ergibt sich eine Feuerungswärme-Leistung von 39 MW sowie 7,8 MW elektrische Leistung. Die Turbine stammt von Siemens, Nürnberg/DE, die Kesselanlage von Kablitz, Lauda/DE.
Pfeifer-Facts
Gründung: 1948
Geschäftsführer: Fritz und Michael Pfeifer
Hauptsitz: Imst
Zweigniederlassung: Kundl
Tochterunternehmen: Holzindustrie Schlitz, Schlitz/DE, Konstrukto, Höchstädt/DE und Bobingen/DE, Holzindustrie Donau, Trhanov/CZ
Einschnitt: 1,2 Mio. fm/J
Produkte:
 • Schnittholz: 700.000 m³/J •
Platten: 2 Mio. m²/J (Massivholz), 6,7 Mio. m²/J (Schalung) 
• Holz-Schalungsträger: 4 Mio. lfm/J 
• BSH: 135.000 m³/J 
• Pellets: 115.000 t/J (100.000 t/J in Kundl und 15.000 t/J in Trhanov)Briketts: 25.000 t/J
Mitarbeiter: 937
Gesamtumsatz 2005: 205 Mio. €
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Gebhard Dünser ist Geschäftsführer in Kundl, Schlitz/DE und Thranov/CZ © Dr. Johanna Kanzian

Konstant hohe Wärmeabnahme gesichert. Ein großer Vorteil für das Kraftwerk ist die fast konstant abgenommene Wärmemenge durch die Trockenkammern und Bandtrockner. Diese liegt zwischen 17,5 MW im Sommer und 27,5 MW im Winter.
Um sämtliches Schnittholz trocken ausliefern zu können, wurde die Trocknungskapazität erhöht. Dazu sind sieben neue Mühlböck-Kammern errichtet worden. In Summe stehen jetzt 27 Trockenkammern zur Verfügung. Weiterveredelung am Standort Kundl. Im März soll das neue Hobelwerk in Betrieb genommen werden. Auf der Waco-Hobelanlage wird hauptsächlich Schnittholz für die Weiterverarbeitung gehobelt. „Dadurch wollen wir unsere Wertschöpfung weiter erhöhen. Nur die Hackschnitzel gehen noch ohne weitere Verarbeitung außer Haus“, erläutert Dünser. Pellets-Großproduzenten bauen weiter aus. „Wir sind wahrscheinlich die größten Pelletsproduzenten in Europa“, so Dünser. Die 6. Pelletspresse am Standort Kundl wird im Februar installiert. Die Mehrmenge soll zur Gänze in Italien abgesetzt werden. Derzeit werden 15.000 t/J Pellets in 15 kg-Säcken abgesackt. Mit der neuen Absackanlage wird die abgesackte Menge auf 30.000 t/J Pellets erhöht. „Durch die vielen Einzelöfen, wächst der Italienmarkt sehr stark“, so Dünser. Trocknung: 3000 srm pro Tag Späne. Derzeit sind zwei Bühler- und drei CPM-Pressen im Einsatz. Mit der Hammermühle werden die Späne auf die richtige Größe gebracht.
Zwei Swiss-Combi-Bandtrockner sind im Einsatz und werden durch das neue Heizkraftwerk versorgt. 3000 srm pro Tag Späne können somit getrocknet werden. Pelletierung neu am Standort Trhanov. Auch im Werk Holzindustrie Donau, Trhanov/CZ, wird eine Pelletspresse für die anfallenden Hobelspäne errichtet. Die voraussichtlich produzierten 15.000 t/J Pellets sollen ebenfalls nach Italien verkauft werden.
Für 2005 plant die Pfeifer-Gruppe einen Umsatz von 205 Mio. €. „Unser Metier ist Holz und frei nach dem Motto Schuster bleib´ bei deinen Leisten haben wir uns daran gehalten“, erklärt Geschäftsführer Michael Pfeifer.
Kundl-Facts
Einschnitt: 900.000 fm/J
Geschäftsführer: Gebhard Dünser
Lager- und Hobelhalle: 8000 m²
Hobelleistung: 350.000 m³/J
Kraft-Wärme-Kopplung: Feuerungswärme-Leistung: 39 MWElektrische Leistung: 7,8 MW
Pelletspressen: 6
Pelletsmenge: 100.000 t/J
Trockenkammern: 27