Triqbriq

Holzbau recycelt

Ein Artikel von Philipp Matzku (für holzkurier.com bearbeitet) | 17.04.2023 - 09:17
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Lewin Fricke von Triqbriq mit dem ersten Briq aus rückgebautem Concular-Holz © Trigbriq

Triqbriq verwendet dieses Holz nun erstmals zur Herstellung von standardisierten mikromodularen Holzbausteinen – den sogenannten Briqs. Möglich ist das aufgrund eines patentierten Verfahrens von Triqbriqs. Mit Industrierobotern fertigt das Unternehmen seine Briqs bisher hochpräzise aus Industrie- und Kalamitätsholz (s. Beitrag "Mauern mit Kalamitätsholz"). Die einzelnen Briqs werden auf der Baustelle im Verband aufeinandergesteckt und mit Buchenholzdübeln miteinander verriegelt. Auf diese Weise lassen sich laut Hersteller tragende Außenwände kosteneffizient, flexibel und in kurzer Zeit errichten.

Die Briqs können am Ende der Nutzungsphase eines Gebäudes sortenrein entnommen und vollständig wiederverwendet werden.

Dank der flexiblen Anpassung der Produktionsanlage und anspruchsvollen Qualitätskontrollen ist nun auch die Verwendung von rückgebautem Holz von dem ebenfalls aus Stuttgart kommenden Holzbau- und Softwareunternehmen Concular möglich. Dieses ist laut eigener Aussage der Marktführer für Materialengpässe und die Wiedereinbringung von Materialien. Die Concular-Software befähige Bauherren und Projektentwickler, das Potenzial ihrer Materialien über den gesamten Lebenszyklus zu optimieren sowie Emissionen und Abfälle aktiv zu reduzieren, betont man. Die fertigen Briqs werden im Triqbriq-System kreislauffähig im tragenden Rohbau eingesetzt. Damit lagern die beiden Unternehmen pro Quadratmeter Wandfläche rund 200 kg CO2 ein, das ansonsten beim Verbrennen des Holzes emittiert wird. Zusätzlich spart man erhebliche Mengen an Ressourcen, Energie und Emissionen ein, weil klimaschädliche Baumaterialien, wie Beton und Ziegel, substituiert werden.

„Der Holzbau ist die entscheidende Stellschraube im Kampf gegen den Klimawandel. Der Rohstoff Holz steht jedoch nicht unbegrenzt zur Verfügung. Gemeinsam mit Concular ermöglichen wir nun die Verwendung von rückgebautem Holz im seriellen und kreislauffähigen Rohbau“, erklärt Lewin Fricke, Leitung Öffentlichkeitsarbeit bei Triqbriq.

Obwohl ein großer Teil der Baumaterialien im Gebäude wieder eingebracht werden könnte, liegt die Wiedereinbringungsrate in Deutschland aktuell bei nur 1 %. Bei einer konsequenten Wiedereinbringung von Materialien könnten bis zu 20 % des gesamten CO2-Verbrauchs und 30 % des Abfallaufkommens eingespart werden.

Auf der Bau 2023 in München von 17. bis 22. April werden die Briqs präsentiert. Im Frankfurter Raum wird derzeit ein Einfamilienhaus mit dem Triqbriq-System gebaut. Teile des Projektes werden mit den Briqs aus Concular Holz umgesetzt.