„Pfeifer verfolgt weiterhin eine klare Wachstumsstrategie. Dafür braucht es Systeme, die dieses Vorhaben optimal unterstützen. Wir wollten bewusst auf einen weltweit etablierten Partner setzen“, erklärt Stefan Hammerl, Head of Group IT bei Pfeifer, eingangs den Grund für den Umstieg auf SAP. Mit der Einführung des ERP-Systems S/4HANA erwartet sich das Unternehmen zudem eine weitere Verbesserung seiner Geschäftsprozesse. „SAP bietet für alle Unternehmensbereiche integrierte Anwendungen. Alles aus einer Hand und basierend auf einer einheitlichen Plattform. Für unsere Wachstumsambitionen war eine skalierbare Lösung entscheidend“, ergänzt Hammerl.
SAP schafft eine einheitliche Datenbasis in der gesamten Gruppe. Mit Optinex erhält das Management aggregiert jene Informationen aus der Produktionsplanung, die für Geschäftsentscheidungen benötigt werden.
Zur Unterstützung von Planungs- und Entscheidungsprozessen kommt künftig das Softwaretool Optinex des schwedischen IT-Dienstleisters ForestX zum Einsatz. Dazu entwickelt Pfeifer ein unternehmenseigenes Optinex-Template. Bis Sommer 2026 wird dieses an den Pölkky Standorten implementiert. Mit den dortigen Erfahrungen erfolgt anschließend ein konzernweites Ausrollen der Anwendung. Planungsprozesse können dadurch gruppenintern vereinheitlicht werden. Nach dem Prinzip der schrittweisen Implementierung erfolgte bereits der Umstieg auf SAP.
Einheitliche Datenbasis
Im Reporting-Layer von SAP sind sämtliche Prozessdaten verfügbar. Von der Rohmaterialbeschaffung über Auftragsstände bis hin zu Lagerbeständen. „So stellen wir sicher, dass alle Reports auf einer einheitlichen Datenbasis beruhen. Damit sind die Daten verlässlich nutzbar und Zweifel an ihrer Validität ausgeschlossen“, betont Hammerl im Gespräch mit dem Holzkurier. Ab 2020 wurde SAP innerhalb von zwei Jahren in der gesamten Pfeifer Group implementiert.
„Wir sind bei Pfeifer sehr prozessorientiert. Die Übernahme von Pölkky 2022 zeigte deutlich, wie wichtig ein einheitliches ERP-System ist. Heute können wir in allen Werken, egal ob in Österreich, Deutschland, Tschechien oder Finnland, eine SAP-konforme Arbeitsweise sicherstellen“, erklärt Hammerl.
Im Rahmen der Integration von Pölkky erkannte man, dass die dortigen Planungsprozesse bis dahin überwiegend ohne Systemunterstützung erfolgten. „Wir haben die Planung als einen Bereich mit Verbesserungspotenzial identifiziert und sind an Optinex herangetreten“, erklärt der IT-Leiter. Die SAP-Integration der Anwendung funktioniert nahtlos. Optinex ist die einzige von SAP zertifizierte und im offiziellen SAP-Store verfügbare Lösung für die Holzindustrie. Neben SAP ist Optinex auch in sämtliche in der Holzindustrie gängige ERP-Systeme integrierbar. Das erste gemeinsame Projekt mit ForestX realisierte Pfeifer bereits zwei Jahre vor der Pölkky-Übernahme.
Planungsaufwand deutlich reduziert
Nachdem SAP für die BSH-Produktion in Imst zunächst keine passende Lösung anbot, war ursprünglich angedacht, eine eigene Anwendung zu entwickeln. 2020 entstand erstmals der Kontakt zum schwedischen IT-Dienstleister ForestX. „Unser Planungs- und Optimierungstool Optinex ist gezielt auf die Anforderungen der Holzindustrie zugeschnitten und unterstützt die Planung auf sämtlichen Ebenen“, erläutert Carl Barck, Gründer und CEO von ForestX. Das Cloud-basierte System überzeugte sofort, weshalb Pfeifer die Anwendung in der BSH-Produktion sehr erfolgreich einführte. „Die Produktion konnte weiter optimiert und der Aufwand in der Produktionsplanung deutlich reduziert werden“, erklärt Hammerl zufrieden. „Auf Basis der Auftragsdaten liefert Optinex den Produktionsplanern konkrete Vorschläge, wann welche Charge produziert werden soll“, präzisiert Barck.
Vereinfachte Entscheidungsfindung
Optinex unterstützt sowohl die operative als auch die taktische und strategische Ebene. „Künftig erhält das Pfeifer-Management aggregiert die für die Geschäftsentscheidungen notwendigen Daten“, erläutert Hammerl. „Auf Basis der daraus abgeleiteten Maßnahmen generiert Optinex mittelfristige Produktionspläne. Diese dienen anschließend der operativen Ausführung bis hin zur Schnittbildgenerierung“, ergänzt Barck. Die Ergebnisse aus der Produktionsplanung in Optinex sind SAP-konforme Produktionsaufträge, die direkt in das ERP-System integriert werden.
In die Produktionsplanung fließen Verfügbarkeiten von Rohmaterial und Maschinen, Lagerbestände sowie finanzielle Informationen ein.
Digitalisierung als Erfolgsfaktor
„Mit Optinex erreichen wir eine maximale Transparenz in der Produktion. Das erleichtert unserem Management die Arbeit und schafft mehr Zeit für strategische Entscheidungen“, ist Hammerl überzeugt.
Darüber hinaus gewährleistet ein zentrales Datenmanagement, dass Wissen nicht bei Einzelpersonen verbleibt, sondern innerhalb der Organisation geteilt wird, was operationelle Risiken erheblich reduziert.