Im Gespräch sind als Käufer unter anderem die Stadtwerke Wittenberg.
Als Grund für die Stilllegungs- und Deinvestitionsentscheidung gilt für beide Werke der seit Jahren defizitäre Betrieb. Wegen der unzureichenden Wärmeabnahme konnten für die Stromeinspeisung oftmals nicht die gewünschten Erlöse erzielt werden. Darüber hinaus war es in beiden Werken immer wieder zu länger andauernden, außerplanmäßigen Abstellungen gekommen.
In einem ersten Schritt wird das Kraftwerk Bischofferode Ende des Jahres stillgelegt. Die Holzlieferverträge wurden zum 31. Oktober gekündigt. Das Werk Piesteritz wird voraussichtlich Ende des 1. Quartals folgen.
Der Holzbedarf liegt sowohl in Bischofferode als auch in Piesteritz bei Vollauslastung bei jeweils rund 100.000 t atro/J. Einer der Hauptlieferanten war seit der Inbetriebnahme der Landesforstbetrieb ThüringenForst, Erfurt. In einem nennenswerten Umfang wurde von den Forstbetrieben und Forstunternehmen Laubindustrieholz in die beiden Werke geliefert.
Das Heizkraftwerk in Bischofferode wurde im Dezember 2005 in Betrieb genommen, Piesteritz ist seit Dezember 2008 am Netz. Beide Werke haben eine Feuerungswärmeleistung von 56 MW. Die elektrische Leistung liegt bei jeweils 20 MW. Neben Strom wird in Piesteritz Prozessdampf für die benachbarten, zur tschechischen Agrofert, Prag, gehörenden SKW Stickstoffwerke Piesteritz produziert. Die Investitionskosten in Bischofferode lagen bei 53 Mio. € und in Piesteritz bei 57 Mio. €.