„Die Idee, unsere Produktion zu modernisieren, bestand schon länger. Zunächst dachten wir über eine Konfiguration mit einem Elementierroboter nach. Aufgrund unserer individuellen Fertigung haben wir uns jedoch bewusst dagegen entschieden. Heute können wir sagen, dass wir mit der gewählten Ausstattung äußerst zufrieden sind“, erklärt Projektleiter Markus Meiberger.
Die rund 60 m lange Linie verfügt über zwei Wendeeinrichtungen und eine Einblasmaschine © Meiberger Holzbau
Früher entstanden die Holzriegelelemente an drei separaten Abbundtischen. Heute verfügt Meiberger Holzbau über eine durchgängige, rund 60 m lange Fertigungslinie, die eine deutliche Optimierung des Produktionsflusses ermöglicht. Nach rund einjähriger Planungs- und Evaluierungsphase begann im Dezember 2024 die Montage der Anlage, die Ende Januar abgeschlossen werden konnte. Technowood installierte die Linie während des Betriebsurlaubs. Der Besprechungs- und Kundenschauraum gewährt über eine großflächige Glasfront Ein- und Ausblicke in den strukturierten Fertigungsbereich.
Fertigungshalle statt Baustelle
Nach dem Abbund wird das benötigte Holz elementweise kommissioniert und für die Montage bereitgestellt. Zunächst erfolgt der Zusammenbau der Riegel. Um exakte 90°-Winkel sicherzustellen, fährt der Bediener den Rahmen über die TW-Flow X-Rollen gegen einen Anschlag und fixiert diesen mit Holzschrauben. Anschließend spannt das pneumatische TW-Clamp E-Spannsystem die Elemente. Eine Spannplatte ist starr, die zweite fährt automatisch gegen das Element und fixiert es. Danach erfolgt die Beplankung der Elemente, die bis zu einer Breite von 3,96 m produziert werden können. „In der Länge gibt es praktisch kein Limit. Hier begrenzt die Logistik die maximal möglichen Maße“, erläutert Meiberger.
Um die Wege zu minimieren, befindet sich die Plattenformatierung direkt neben der Linie. Zwei TW-Flip-Wendeeinrichtungen ermöglichen ein einfaches und rasches Wenden der Elemente – ein Arbeitsschritt, der davor mühselig mittels Hallenkran durchgeführt wurde. Die Technowood-Fertigungslinie verfügt zudem über eine halbautomatische Einblasmaschine von Isocell. „Damit steigern wir die Präzision und Effizienz beim Dämmen unserer Holzriegelelemente“, berichtet Wolfgang Aigner, bei Meiberger Holzbau verantwortlich für Marketing und Vertrieb. Am Ende der Fertigungslinie erfolgt die Verladung der Bauteile auf Wechselpritschen. „Seit Inbetriebnahme der Anlage zu Jahresbeginn sind wir bestrebt, unseren Vorfertigungsgrad permanent weiter zu steigern und so fertigen wir neben Wand-, Decken- und Dachelementen auch Fassadenelemente vor“, resümiert Meiberger.
Attraktive Arbeitsplätze
„Die neue Fertigungslinie ist für unsere Mitarbeiter eine spürbare Erleichterung. Spann- und Wendearbeiten erfolgen automatisiert. Gleichzeitig konnten wir Arbeitssicherheit und Ergonomie weiter verbessern“, betont Meiberger und ergänzt: „Gerade die jüngeren Mitarbeiter haben sich enorm rasch auf die neue Technik eingestellt und arbeiten sehr gerne auf der Linie“.
Meiberger Holzbau beschäftigt rund 45 Mitarbeiter, davon 34 in Produktion und Montage. „Wir verfolgen das Prinzip, dass jede Partie die Elemente, die sie vorfertigen, auch auf der Baustelle montieren. Das sorgt für Abwechslung, weniger Schnittstellen und hoher Qualität auf der Baustelle“, ergänzt Aigner.