Homann Holzwerkstoffe, München, ist einer der führenden europäischen Anbieter von dünnen, veredelten Holzfaserplatten für die Möbel-, Türen- und Beschichtungsindustrie. Das Unternehmen betreibt in Europa die vier Produktionsstandorte Losheim am See/DE, Karlino/PL, Krosno Odrzańskie/PL und das neue Werk in Pagiriai/LT. „Im Dünnplattenbereich können wir in Europa nicht mehr wachsen“, erklärte Fritz Homann, Geschäftsführer der Homann Holzwerkstoffe, am 30. April in einem Pressegespräch. Daher plant man nun den Markteintritt in den USA.
„In den USA erfinden wir das Rad nicht neu, wir machen im Grunde ein Copy & Paste von unserem Werk in Litauen. Das Werk in den USA wird ein Spiegelbild davon“, sagte Homann. Er kündigt an: „Wir werden sicherlich rund 200 Mio. US-$ investieren.“ Gleichzeitig könne das Unternehmen in den USA mit umfangreichen Förderpaketen rechnen. Die benötigten Anlagen und Maschinen werden aus Europa geliefert. Die geplante Produktionskapazität wird sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie die bestehenden Werke in Polen und Litauen, also bei etwa 250.000 bis 300.000 m³/J.
Jetzt startet das Genehmigungsverfahren, dieses wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. In der Zwischenzeit plant das Unternehmen, den Markt durch Lieferungen von Platten aus Europa zu erschließen und den Vertrieb aufzubauen. Aus wirtschaftlicher Sicht beurteilt Homann einen US-Standort als äußerst attraktiv. Er ist sich sicher, dass die Preisniveaus in den USA deutlich über denen in Europa liegen – das liege vor allem daran, dass derzeit niemand in den USA diese spezifische Technologie in dieser Form beherrsche.
Bei der Standortauswahl hat sich der Holzwerkstoff-Hersteller gezielt auf Regionen konzentriert, in denen das Holz schnell nachwächst und effizient geerntet werden kann. Daher fokussierte man sich ausschließlich auf den Südosten der USA – konkret wird es South Carolina sein. In Kürze werde man auch den genauen Standort des Grundstücks bekanntgeben können.