Die europäische Parkettbranche hat mit steigenden Kosten zu kämpfen, insbesondere für Weichholz, Energie und Löhne. Der Sektor sieht sich außerdem mit vielen Unsicherheiten konfrontiert. Die Situation mit den USA scheint sich vorerst zu stabilisieren. Es werden 15% Zoll auf alle in die USA exportierten EU-Parkettprodukte erhoben. Die jüngsten Änderungsvorschläge der Europäischen Kommission zur EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), mit denen die am 23. September angekündigte weitere Verschiebung aufgehoben wird, sorgt indes für große Unsicherheit. Zudem sind die Umsetzungsfristen unrealistisch.
Zusammen mit anderen betroffenen europäischen Verbänden fordert die FEP die EU-Kommission daher dringend auf, einen „Stop-the-Clock”-Mechanismus einzuführen, der es den politischen Entscheidungsträgern ermöglicht, eine angemessene und umfassende Bewertung der Auswirkungen und der Umsetzung der Verordnung vorzunehmen. Eine solche Neubewertung sollte darauf abzielen, echte Vereinfachungsmaßnahmen zu identifizieren und die EUDR-Verpflichtungen wirklich umsetzbar zu machen. Das legitime Umweltziel der Verordnung, das die FEP nachdrücklich unterstützt, sollte uneingeschränkt gewahrt bleiben.
Was die Auswirkungen der Mitte Juli veröffentlichten endgültigen Antidumpingmaßnahmen auf mehrschichtige Holzfußböden mit Ursprung in China betrifft, so ist in den vergangenen Monaten ein deutlicher Rückgang der Parkettimporte aus China zu verzeichnen. Besorgniserregend ist jedoch, dass die chinesischen Exporteure bei diesen rückläufigen Mengen nun häufig noch niedrigere Preise als vor der Antidumpinguntersuchung anbieten. Es werden auch zunehmend Parkettprodukte aus anderen Ländern angeboten, die zuvor keine großen Mengen in die EU geliefert haben, heißt es. Die FEP verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und wird nicht zögern, sich mit neuen Beweisen und Informationen an die Europäische Kommission zu wenden, um eine weitere Bewertung dieser jüngsten Entwicklungen durch die Europäische Kommission im Rahmen neuer Untersuchungen zu beantragen.
Die Parkettmärkte im Detail
Der österreichische Parkettmarkt sieht sich mit hohen Kosten für Fichte, Arbeitskräfte und Energie sowie mit administrativem Aufwand konfrontiert. Der Markt ist schwach oder dank kleiner Renovierungsarbeiten in Privathaushalten leicht im Aufschwung. Projekte stehen unter Druck, da Mietobergrenzen eingeführt wurden und die Investitionen zurückgehen. Die Talsohle ist erreicht, aber der Markt bleibt flach.
Der kroatische Parkettmarkt ist positiv, aber anspruchsvoll, und ohne Ausblick auf 2026. Das Baugewerbe entwickelt sich weiterhin gut, die Preise für Wohnungen sind stabil, obwohl die Inflation bei +4,5 % liegt. Die Kosten für Rundholz steigen, während die Qualität sinkt, ebenso wie die Kosten für Sperrholz.
Der deutsche Parkettmarkt scheint die Talsohle erreicht zu haben. Die Baugenehmigungen nehmen zu, es herrscht eine positivere Stimmung. Dennoch kommt der deutsche Parkettmarkt von einem sehr niedrigen Niveau und es ist notwendig, hinsichtlich der Zukunft vorsichtig zu bleiben. Die Kosten steigen, insbesondere für Energie.
Nach einem besseren Frühjahr und Sommer befindet sich der italienische Parkettmarkt wieder auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr: Er stagniert. Dennoch scheint die Talsohle erreicht zu sein, obwohl die italienische Wirtschaft, insbesondere die Bautätigkeit, nur langsam in Gang kommt. Der Renovierungsbereich entwickelt sich besser als der Neubau. Die Inflation liegt bei +/- 2 % und die Erwartungen für das nächste Jahr sind nicht besonders hoch, mit einer prognostizierten BIP-Wachstumsrate von +0,7 %.
Das 1. Halbjahr zeigt einen Anstieg des Verkaufsvolumens auf dem niederländischen Parkettmarkt, seit August sind die Parkettverkäufe jedoch deutlich zurückgegangen. Aufgrund dieser Entwicklung wird für das Gesamtjahr ein leichter Anstieg gegenüber 2024 erwartet.
Der französische Parkettmarkt ist nicht gut, und es gibt keine Prognosen für 2026. Die Kosten für Fichte und Energie sind hoch, die Qualität des Rundholzes nimmt ab. Die Bautätigkeit war bis August/September auf einem guten Niveau, ist aber jetzt rückläufig. Für 2026 wird eine ähnliche Entwicklung erwartet, da die Baugenehmigungen weiterhin zurückgehen. Frankreich ist von politischer Instabilität geprägt. Die Kunden sparen Geld und warten ab. Das DIY-Segment verzeichnet einen Rückgang von 3 bis 5 % in den vergangenen zwölf Monaten.
Der polnische Parkettmarkt, der 2024 verhältnismäßig gut verlief, ist nun durch hohe Kosten für Weich- und Hartholz sowie steigende Mindestlöhne und hohe Zinssätze gekennzeichnet. Die wirtschaftlichen Triebkräfte sind Konsum und Dienstleistungen, nicht jedoch das Bauwesen. Insgesamt ist der polnische Markt für Parkett derzeit flach.
Die skandinavischen Parkettmärkte sehen sich mit steigenden und volatilen Kosten für Rohstoffe aus Weichholz konfrontiert, während die Kosten für Hartholz stabiler sind. Auch die Energie- und Lohnkosten steigen weiter, obwohl Schweden eine stabilere Situation erlebt. Finnland verbessert sich von einem niedrigen Niveau aus. Norwegen hat zwar früher wieder angezogen, seit dem Sommer entwickelt sich der Parkettmarkt aber rückläufig. Allerdings scheint die Talsohle 2024 erreicht zu sein. Es gibt erste leichte Anzeichen für ein Wachstum, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Für 2026 erwartet man ein maximales Wachstum von 5%, obwohl Unsicherheiten hinsichtlich der geopolitischen Lage, der Zinssätze und einiger Steuerabzüge bestehen.
Der spanische Parkettmarkt bleibt trotz politischer Instabilität, hoher Energiekosten und einer im Vergleich zum Vorjahr nachlassenden Konjunktur stabil. Die Binnennachfrage ist der wichtigste Wirtschaftsmotor, obwohl die Bautätigkeit zurückgeht, es zu Verzögerungen bei der Fertigstellung kommt und ein Defizit bei der Wohnungsversorgung besteht.
Der Schweizer Parkettmarkt ist nahezu stabil. Die Baukosten sind leicht gestiegen, aber bei Neubauten ist eine schwache Dynamik mit einem Anstieg von knapp 1 % zu beobachten. Gleiches gilt für den Renovierungsbereich. Es wird von immer mehr Billigimporten aus Europa berichtet. Für die nahe Zukunft wird ein flacher Markt erwartet.
Termin
Die 70. Generalversammlung und der 50. Parkettkongress der FEP finden am 11. und 12. Juni 2026 in Madrid statt.