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Die Teilnehmer des Bauholzsägertreffen der MH Massivholz-Initiative waren bei EWD zu Besuch © MH Massivholz

MH Massivholz

Bauholzsäger diskutieren Zukunft in Bayern

Ein Artikel von Birgit Fingerlos (für holzkurier.com bearbeitet) | 10.12.2025 - 09:43

Den Auftakt bildete eine eindrucksvolle Werksführung bei EWD in Altötting/DE, bei der deutlich wurde, wie zentral das Gatter für viele familiengeführten Sägewerke ist. Ausfälle oder fehlende Ersatzteile können hier schnell ­gravierende Folgen für kleine und mittlere Betriebe haben. Diese Situation wird durch die sinkende Zahl von Servicetechnikern in Europa noch verschärft. Umso positiver wurde die Botschaft von EWD-Geschäftsführer Urs Affolter von den Besuchern aufgenommen: „Wir planen, den Dienstleistungs- und Servicebereich weiter auszubauen. Die Lagerhaltung von Ersatzteilen ist dabei auch für uns eine große Herausforderung, die wir in enger Abstimmung mit unseren Kunden meistern wollen.“

Anschließend besuchten die knapp 30 Teilnehmer den Bauholzsäger Georg Baumgartner in Polling/DE (s. Holzkurier Heft 47, S. 16). Hier konnten sie einen engagierten KMU-Bauholzsäger hautnah erleben, wie Ferdinand Reisecker, Präsident von MH Massivholz Austria und Obmann der Fachgruppe Holzindustrie in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, betonte: „Wir bemühen uns für alle Bauholzsäger in Österreich und hoffen, dass unser Engagement in der Sägerbranche auch positiv bewertet wird. Jeder Bauholzsäger muss sich angesprochen fühlen, wenn wir Qualität vor Quantität stellen müssen und in den Regionen Mitteleuropas auch mit den regionalen Forstbesitzern, sowie Holzbaumeistern an einem Strang ziehen wollen.“ Die anwesenden Säger waren sich einig, dass Holzwerbung und technische Standards nur gemeinsam mit der gesamten Branche umgesetzt werden können. Ebenso müsse man überzogene ökosoziale Umweltmaßnahmen gemeinsam „entbürokratisieren“. In diesem Zusammenhang ist auch die Politik weiterhin gefordert.

Der Betrieb Baumgartner zeigt, wie ein KMU mit 28 Mitarbeitern Effizienz und Flexibilität vereinen kann. Zudem bietet es ein breites Produktspektrum – von Hobellinie über Kisten- und Palettenfertigung bis hin zu hochwertigem Bau- und Kantholz. Moderne Maschinen und Trocknungsanlagen sichern die Einhaltung der MH-Massivholz-Kriterien. „Wir werden versuchen, das Qualitätslogo für das trocken sortierte Konstruktionsvollholz ohne Leim, MH-Massivholz, bald zu erlangen und freuen uns über so eine wichtige Initiative“, sagte Baumgartner. 

Die Teilnehmer des Bauholzsägertreffens berichteten von einer angespannten Rundholzbeschaffung im Oktober. Für November erwarteten sie jedoch eine Entspannung: „Die Forstwirte und Waldbauern haben verstanden, jetzt in die Endnutzung zu gehen“, so ein Teilnehmer. Ein anderer Betrieb betont, dass Qualität vorhanden sei und die Mengen über Weihnachten gesichert seien. Gleichzeitig wurde erneut auf die Bedeutung eines nachhaltigen Waldumbaus hingewiesen, der den Klimawandel berücksichtigt und der Überalterung heimischer Wälder entgegenwirkt.

Die Säger konnten beim Bauholzsägertreffen in Bayern viel Positives mitnehmen: 2025 verlief insgesamt etwas besser als das schwierige Jahr 2024. Für 2026 erwarten Analysten zwar nur geringe Wachstumszahlen im Baubereich in Deutschland und Österreich, gleichzeitig gilt es, die Chance zu nutzen und mit modernen Holzbauprodukten wie MH Massivholz zu überzeugen.