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Fachwerke zählen zur Königsklasse des modernen Holzbaus und stellen entsprechend hohe Anforderungen an die Planung und Ausführung. Sie fallen in die höchste GSA-Anwendungsklasse C © Gstaad Airport Hangar

GSA

Für Hochleistungen im Holzbau

Ein Artikel von Günther Jauk | 08.04.2026 - 12:43

Der moderne Ingenieurholzbau stößt in Dimensionen vor, die lange Zeit dem Stahl- oder Betonbau vorbehalten waren. Doch die Leistungsfähigkeit eines Tragwerks steht und fällt mit seinen Knotenpunkten. Genau hier setzt eine Technologie aus Lungern/CH an, die seit über zwei Jahrzehnten Maßstäbe setzt: ein System aus eingeklebten Gewindestangen, das Holz, Harz und Stahl zu einer hoch belastbaren Einheit verschmilzt. Das Ziel der Entwickler ist klar: Die Verbindung muss so ausgelegt sein, dass im Extremfall die Stahlstangen duktil versagen, bevor das Holz oder der Klebstoff nachgibt.

Was GSA so besonders macht, ist die Kombination aus statischer Höchstleistung und architektonischer Eleganz. Da die Verbindungsmittel im Inneren des Holzes liegen, bleiben sie für das Auge oft nahezu unsichtbar. Das freut nicht nur Ästheten, sondern verbessert auch den Brandschutz maßgeblich, da die Stahlkomponenten durch die Holzüberdeckung geschützt sind.

„GSA basiert auf einem standardisierten System, das hohe Verfügbarkeit und kurze Reaktionszeiten garantiert“, erklärt Bruno Zumbrunn-Maurer von der GSA Technology AG und ergänzt: „Durch den hohen Vorfertigungsgrad und die präzisen, steckbaren Verbindungselemente wird die Montage auf der Baustelle maßgeblich beschleunigt. Wo mit anderen Anschlüssen komplexe Verschraubungen nötig sind, wird mit unseren Lösungen oft nur gesteckt – effizient, sicher und mit hoher Passgenauigkeit.“

Gemeinsam zum Erfolg

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Für seine Objektpartner übernimmt GSA die statischen Berechnungen und stellt sämtliche Verbindungsmittel sowie die notwendigen Gerätschaften in einem eigens dafür konzipierten GSA-Container zur Verfügung © GSA

Während die klassische Technologiepartnerschaft – eine Art von Lizenzsystem, bei dem Holzbauer das Know-how erwerben und die Technologie eigenständig in ihre Prozesse integrieren – bereits etabliert ist, rückt das Unternehmen jetzt auch die Objektpartnerschaft in den Fokus.

Dieses Modell richtet sich gezielt an Zimmereibetriebe, die ein konkretes, anspruchsvolles Projekt realisieren möchten, ohne sofort das komplette Lizenzsystem zu implementieren. Der Fokus liegt hierbei auf einem „Rundum-Sorglospaket“. Zumbrunn-Maurer betont den Mehrwert: „Der Zimmerer kommt mit seiner Bauaufgabe zu uns, und wir realisieren das Projekt gemeinsam.“

In der Praxis bedeutet das: GSA übernimmt die statischen Berechnungen und stellt sämtliche Verbindungsmittel sowie die notwendigen Gerätschaften in einem eigens dafür konzipierten GSA-Container zur Verfügung. Das Team des Partners wird in einer kompakten Schulung direkt am Objekt fit gemacht. So können laut Zumbrunn-Maurer auch Betriebe komplexe Ingenieurtragwerke realisieren, die bisher vor den statischen Hürden oder der speziellen Fertigungstechnik zurückgeschreckt sind. Es ist ein Türöffner für den Markt der großen Spannweiten und filigranen Tragwerke.

Von der Verstärkung bis zum Fachwerk

Nicht jede Verbindung erfordert den gleichen Aufwand. Um die technische Komplexität greifbar zu machen, wird der Einsatz in drei Anwendungsklassen unterteilt, die den Weg von der einfachen Verstärkung bis zum High-End-Tragwerk beschreiben.

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Einfache Anwendungen, wie diese Querdruckverstärkung, fallen in die 1. Anwendungsklasse A © GSA

A – die Basis für jeden Betrieb: In diese Kategorie fallen Anwendungen mit geringen Anforderungen an die Verarbeitung, wie etwa Verstärkungen quer zur Faser. Ein typisches Beispiel ist die Querdruckverstärkung am Auflager. Hier verhindern die Anker das Eindrücken des Holzes und ermöglichen kurze Auflagerlängen. Solche Lösungen kann praktisch jeder Fachbetrieb mit minimaler Einweisung umsetzen.

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Komplexe Durchbruchverstärkungen ermöglichen Öffnungen bis zu 50 % der Trägerhöhe ohne Schwächung des Schubwiderstandes. Sie fallen in die 2. Anwendungsklasse B © GSA

B – die fortgeschrittene Ingenieurlösung: Hier steigen die Anforderungen an Planung und Ausführung. Typisch sind kleine Gruppen von Stangen (bis zu vier Stück) parallel zur Faser, die reine Normalkräfte aufnehmen, wie zum Beispiel bei Wandverankerungen oder zugfesten Streben. Auch komplexe Durchbruchverstärkungen (ALP-Verfahren), die Öffnungen bis zu 50 % der Trägerhöhe ohne Schwächung des Schubwiderstandes erlauben, gehören in diesen Bereich. Hier ist die Einbindung eines Ingenieurs in die Planung zwingend erforderlich.

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© GSA

C – die Königsklasse des Holzbaus: Wenn es um große Gruppen von Stangen oder Verbindungen unter kombinierter Normalkraft- und Biegebeanspruchung geht, erreicht man das höchste Anforderungsniveau. Rahmenecken, biegesteife Stützenfüße oder weitgespannte Fachwerkträger fallen in diese Kategorie. Besonders bei Fachwerken sind reduzierte Achs- und Randabstände essenziell für die Wirtschaftlichkeit. Diese Detaillierungen erfordern eine hochwertige Bohrtechnologie, welche der GSA-Container mit sich bringt. Die Umsetzung solcher Projekte verlangt eine hohe Präzision in der Fertigung und eine lückenlose Qualitätssicherung.

Ein System für die Zukunft

Ob Bauherr, Architekt oder Holzbauer – die Vorteile von GSA liegen in der Skalierbarkeit. „Dank moderner CAD/CNC-Technologie entstehen ausgeklügelte und montagefreundliche Verbindungen in der geforderten Präzision“, sagt Zumbrunn-Maurer. GSA bietet eine fundierte Bemessungsgrundlage, die die Kriterien Steifigkeit, Tragwiderstand und Duktilität sicher garantiert.

Der Weg zu anspruchsvoller Holzarchitektur ist durch die neuen Partnerschaftsmodelle so kurz wie nie zuvor. Es spielt keine Rolle, wie ungewöhnlich eine Projektidee ist – die Kombination aus Schweizer Ingenieurskunst und handwerklichem Können macht sie realisierbar.