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Schadfläche in Südtirol: 1,5 Mio. fm sollen zumindest betroffen sein 

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Südtirol

Eine Nummer zu groß ...

Ein Artikel von Gerd Ebner | 22.11.2018 - 08:12

Pichler Holz liegt im Eggental – also faktisch im Epizentrum des Schadgebietes. Gilli fürchtet, dass allein im Eggental 1 Mio. fm Schadholz angefallen sei. Was die Lage besonders prekär für ihn macht: Betroffen sind Stammlieferanten, Nachbarn und Verwandte. Die Festmetermengen je Hektar liegen dort deutlich über den üblichen 3 bis 400 fm/ha. „Der hohe Hektarvorrat macht die Schätzung der Schadholzmenge enorm schwierig. Ich fürchte, dass die bisherigen Meldungen zu niedrig sind“, so Gilli. Er glaubt, dass es europaweit wenig Waldflächen gebe, auf denen so viel Holz stockt.

Infrastruktur hilft nun

Die vorhandene Forststraßendichte in Südtirol wird die Aufarbeitung erleichtern. Die in der Hochebene gelegenen Gebiete sind teilweise mit Harvestern befahrbar. Für Seilkrane sieht Gilli ebenfalls keine Limitierungen. Ernteangebote gibt es nach seiner Sicht ebenfalls genügend. Gemeinsam mit Binderholz unterbreitete Pichler Holz den Waldbesitzern in Eggental einen für 2019 fixierten Rundholzpreis. Den Waldbesitzern will Gilli die Ernte vorfinanzieren, eine Aufstockung der Nasslager-Kapazität ist ebenfalls geplant.

Nadelöhr Logistik

Der beschränkende Faktor sei jedenfalls die Logistik. 25.000 fm im Monat oder bestenfalls 300.000 fm im Gesamtjahr 2019 glaubt Pichler gemeinsam mit Binderholz, trotzdem abwickeln zu können.

Entsprechend dränge die Zeit. Der Erntefokus soll primär auf den höherwertigen Sortimenten liegen. „Südtirol ist ein Bandsägenland. Extremes Schwachholz soll gar nicht aufgearbeitet werden. Für Cx-Holz sind die vorhandenen Logistikkapazitäten auch zu schade“, so Gilli. Stämme, die noch an der Wurzel hängen, sollen später geerntet werden.

Noch nicht ausmalen will sich Gilli, wie die Versorgung in wenigen Jahren aussehen wird. Es werden dann zwar die Vaia-Folgen beseitigt sein, aber auch viele Wälder in seinem Einzugsgebiet.