Heinrich Tepker Holzhandel

Schleifholz-Alternative: OSB-Holz von Bayern nach Ostdeutschland

Ein Artikel von Michael Fehrle | 14.05.2025 - 13:28
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Verladung von Fichtenindustrieholz für ostdeutsches OSB-Werk im niederbayerischen Plattling © Tepker

Die Salzburger Eisenbahn Transport Logistik (SETG) traktioniert einen Ganzzug, mit dem Tepker den Aufbau langfristiger Rundholztransporte von Süd- nach Nord- und Ostdeutschland erprobt.

Nach der Schließung der UPM-Kymmene-Papierfabrik in Plattling (November 2023) besteht in Niederbayern, der Oberpfalz sowie Teilen Oberfrankens und Oberbayerns ein anhaltender Nadelindustrieholzüberhang. Die Fabrik verfügte zwischen 2019 und 2023 über eine Kapazität von rund 1,1 Mio. rm Schleifholz, der tatsächliche Bedarf lag bei knapp 1 Mio. rm/J. Vor der Stilllegung der PM 10 im Jahr 2019 waren es bis zu 1,4 Mio. rm/J. Aus dem Privatwald wurden über Bayernholz bis zu 350.000 rm/Jahr nach Plattling geliefert.

Im ersten Jahr nach der Schließung exportierten Vermarktungsorganisationen des Privatwaldes über österreichische Händler 3,1 m langes Schwachholz an rumänische Sägewerke. Diese Transporte per Ganzzug kamen Ende 2024 aus verschiedenen Gründen zum Erliegen.

Aktuell wird Schwachholz an Großsägewerke im Inland und nach Tschechien geliefert. Diese übernehmen zunehmend Fichtenschwachholz ab 11 cm Zopfmaß auf Raummeterbasis. Ferntransporte nach Norddeutschland könnten eine zusätzliche Vermarktungsoption für Privatwaldbesitzer in Südost- und Ostbayern darstellen – insbesondere angesichts der knappen Industrieholzversorgung in OSB-Werken nördlich einer Küstenentfernung von 150 bis 200 km infolge starker Exporte nach Skandinavien.

Heinrich Tepker vermarktet jährlich rund 100.000 fm Sägerund- und Industrieholz an norddeutsche und dänische Sägewerke sowie Holzwerkstoffhersteller. Zudem beliefert das Unternehmen dänische Heiz- und Kraftwerke mit Energieholz. Neben dem Rundholzhandel betreibt Tepker Kesseldruckimprägnieranlagen und stellt Pfähle für Gartenbau, Landwirtschaft und Küstenschutz her. Zweites Standbein ist der Holzfach- und Baustoffhandel: Neben dem Firmensitz in Hanerau-Hademarschen betreibt Tepker seit 2021 auch das I&M Bauzentrum in Rendsburg. Die Investitionssumme betrug rund 7 Mio. €.

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