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Symbolbild © Günther Jauk

Nadelrundholz Deutschland

Preisanstieg hält weiter an

Ein Artikel von Michael Fehrle | 03.07.2025 - 09:13

 Stellenweise liegen die neuen Vorverträge in Rheinland-Pfalz mit knapp unter 130 €/fm ab Waldstraße 10 €/fm über den ausgelaufenen Verträgen. Damit ergibt sich dort nun ein ähnliches Preisniveau wie in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Dort werden die 130 €/fm für Fichte L2b B/C für Langholz und Abschnitte in Nordrhein-Westfalen größtenteils fortgeschrieben. In Niedersachsen sind es je nach Region nun 115 € bis 125 €/fm. Die von einigen mittel- und nordostdeutschen Großsägewerken geforderten Preissenkungen konnten abgewehrt werden.

Forstbetriebe wollen 10 € mehr

In einigen Bundesländern dauern die Gespräche noch an. In diesen Fällen werden von Anbieterseite Aufschläge von 10 €/fm gefordert. Damit würden sich vor allem in ostdeutschen Bundesländern ein Preisniveau von 110 € bis 120 €/fm ab Waldstraße ergeben. Im Nordosten ist infolge von bis zum Jahresende gültigen Jahresverträgen ein deutlich niedrigeres Preisniveau mit rund 100 €/fm zu verzeichnen.

Kiefer bleibt gesucht

Bei den im Verlauf des Junis abgeschlossenen Quartals und Halbjahresverträgen für Kiefern-Abschnitte und -Langholz ist das aus dem 2. Quartal bekannte Preisniveau von größtenteils 80 €/fm bis 86 €/fm weiterhin gültig. Auffallend ist aber, dass die im Mai für Mehrmengen genannten Preisaufschläge von 2 €/fm und Spitzenpreise von bis zu 90 €/fm nun in den Quartalsverträgen durchgesetzt werden konnten.

Abseits der klassischen nord- und ostdeutschen Kiefergebiete haben sich nun auch im Westen Forstbetriebe zum Kieferneinschlag während der Sommermonate bereit erklärt. Dies erfolgt auf Wunsch der dort ansässigen Sägewerke. Die Preisverhandlungen sind zwar in vielen Fällen noch nicht abgeschlossen. Es zeigt sich allerdings bereits, dass vor allem die bislang auf Fichte ausgerichteten und nun Kiefer nachfragenden Sägewerke zu höheren Preisen als die traditionellen Kiefernkunden bereit sind.

Vorverträge mit polnischen Sägewerken

Wenig Änderungen gibt es bei den ohnehin hohen Preisen für Palettenholz mit 2,4 m Länge. In den nahe der Benelux-Staaten gelegenen Einkaufsgebieten werden weiterhin bis zu 50 €/rm ab Waldstraße genannt. Die Zahl der Vorverträge mit diesen hohen Preisen hat zugenommen. Ähnlich wie bei Kiefern-Sägeholz sind die im Mai außerplanmäßig erhöhten Preise nun Bestandteil der in den kommenden Monaten gültigen Vorverträge. Für nord- und ostdeutsche Forstbetriebe gewinnen die Vorverträge mit einem polnischen Paletten-Sägewerk immer mehr an Bedeutung. Das Sägewerk weitet seinen Rundholzeinkauf immer stärker nach Ostdeutschland aus. In der Folge trägt es dort zu höheren Preisen für 2,4 m langes Nadelrundholz bei. Mit einem Preisniveau von 40 €/rm bis 43 €/rm ab Waldstraße gehören nun auch im Osten die stellenweise im April noch bezahlten 38 €/rm der Vergangenheit an.

Niedrige Waldlager

Insgesamt ist das Nadelrundholzangebot in den vergangenen Wochen zurückgegangen. In einigen Bundesländern bleiben die Bereitstellungsmengen infolge des bislang ausgebliebenen Käferholzes hinter der Erwartung zurück. Damit können Forstbetriebe nicht die vertraglich vereinbarten Mengen anbieten. Infolge der Hitzewelle Ende Juni wird aber davon ausgegangen, dass sich der Käferholzangebot doch noch erhöhen wird. Einige Sägewerke wollen auch in der Nordhälfte in den kommenden Wochen den Einschnitt drosseln. Dies soll über verlängerte Ferien erfolgen. Als Grund nennen Sägewerksvertreter die rückläufige Entwicklung auf einigen Schnittholzmärkten.