Statt dem Rundholzhandel konzentriert sich der Holzhof Breitbach künftig auf die Eisenbahn-Infrastruktur © Holzlogistik und Güterbahn (HLG)
Im Laufe des kommenden Jahres werden noch bestehende Rundholzlieferverträge erfüllt. Anschließend liegt der Geschäftszweck der Gesellschaft ausschließlich im Betrieb, Bau und Unterhaltung der eigenen sowie langfristig angemieteten Gleisinfrastruktur. Diese umfasst die Anlagen am Firmensitz in Bebra/Hessen, Breitenbach am Herzberg/Hessen und Gießen/Hessen. Die Standorte verfügen über Ladestraßen, die das effiziente Beladen von Ganzzügen und Wagengruppen mit unterschiedlichen Gütern ermöglichen.
Über viele Jahre gehörte der Holzhof Breitenbach zu den bedeutenden Akteuren im europäischen Rundholzgeschäft und bewegte in Spitzenjahren bis zu 350.000 fm Rundholz. Der größte Teil entfiel auf Industrieholz. Zu den Abnehmern zählten Holzwerkstoff- und Zellstoffwerke in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Belgien. Bis zum Umbau der Papiermaschine (PM) 9 im damaligen Burgo-Werk in Verzuolo/IT auf Altpapier-basierte Wellpappenrohpapiere 2019 war der Holzhof Breitenbach auch ein wichtiger Schleifholzlieferant. Bis 2015 wurde in Breitenbach am Herzberg zudem ein eigener Holzhof betrieben, auf dem Rundholz sortiert und für verschiedene Kunden aufbereitet wurde. Vor acht Jahren wurde das zum Holzhof Breitenbach gehörende Forstunternehmen aufgegeben.
Von der Einstellung des Rundholzhandels sind zehn Mitarbeitende betroffen. Für die meisten von ihnen gibt es die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung bei den Schwesterbetrieben Holzlogistik und Güterbahn (HLG) sowie der ULA Bebra Fahrzeuginstandsetzung, beide mit Sitz in Bebra. Das seit 2019 als ECM-, VPI- und TÜV-zertifizierte Instandsetzungswerk erbringt umfangreiche Dienstleistungen an Güterwaggons und seit Kurzem auch an thermisch, elektrisch und hybrid betriebenen Lokomotiven.
Die HLG ist bereits seit 2008 ein fester Bestandteil des Schienengüterverkehrs und betreibt heute eine moderne Fahrzeugflotte von vier Elektro-, sechs Diesel-, sechs Last-Mile- und fünf Hybrid-Lokomotiven. Neben dem Holztransport – der inzwischen nur noch rund 15% des Transportvolumens ausmacht – transportieren die Züge der HLG überwiegend Kali–Erzeugnisse, Kalk sowie verschiedene Baustoffe für den Gleisbau. Die Verkehrsleistungen erstrecken sich über Deutschland hinaus nach Österreich, Ungarn, Rumänien sowie gemeinsam mit Partnern auch in die Schweiz und nach Italien. Insgesamt sind rund 60 Mitarbeitende bei der Unternehmensgruppe beschäftigt.