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Dr. Hubertus Weber, Geschäftsführer von Team-Timber, Schmallenberg/DE © DI Johannes Plackner

Hoffnung auf Einspruch gegen Klausner-Urteil

Ein Artikel von DI Hannes Plackner | 20.02.2012 - 13:23
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Dr. Hubertus Weber, Geschäftsführer von Team-Timber, Schmallenberg/DE © DI Johannes Plackner
Eine unangenehme Überraschung war das Urteil gegen den Landesforstbetrieb Wald und Holz Nordrheinwestfalen am 17. Februar für Dr. Hubertus Weber. Der Geschäftsführer vom Team-Timber*, Schmallenberg/DE, befürchtet nun akuten Holzmangel im Sauerland. Sollte das Urteil Rechtskraft erlangen, müsste der Landesbetrieb 500.000 fm/J Stammholz für Klausner bereitstellen. Das übersteigt die Möglichkeiten bei Weitem. Laut Weber liegt die Einschlagmenge bei maximal 200.000 fm/J, jetzt da die Kyrill-Mengen aufgearbeitet sind.

Dass der Landesbetrieb nach der Kalamität einen Vertrag über eine halbe Million Festmeter pro Jahr mit einem überregionalen Sägewerk abschloss, sorgt seit Langem für Verbitterung. „Schon bei Vertragsabschluss wusste man vom Klausner-Vertrag in Landsberg und dessen negativen Auswirkungen auf regionale mittelständische Sägewerke. Trotzdem hat das Umweltministerium in der Kyrill-Not dieselben Fehler wieder gemacht. An uns regionale Sägewerke hat niemand gedacht“, moniert Weber.

Die meisten anderen Langfristverträge nach Kyrill sind abgelaufen. Klausners Kontrakt birgt aber Sprengstoff: 500.000 fm/J entsprächen einem Viertel des gesamten Stammholzaufkommens in NRW, meint Weber. Nach dem Abbau des Klausner-Sägewerkes in Adelebsen würden diese Mengen wohl nach Saalburg-Ebersdorf in Thüringen gehen. „Wir haben aber jetzt schon erhebliche Probleme, uns zu versorgen.“

Dass NRW 2007 einen Langfristvertrag (bis 2014) über 500.000 fm/J abschloss, sei „absolut unverständlich“ (Weber). Das erwartete Käferholz blieb aus. Zudem floss das Rundholz wesentlich schneller ab, als die Beamten erwartet hätten. Das könnte dazu führen, dass ein Viertel des nordrhein-westfälischen Rundholzes die Region verlässt. Weber befürchtet nun Auslastungsprobleme, den Verlust von Arbeitsplätzen und vielleicht sogar die Schließung einzelner Sägewerke in Nordrhein-Westfalen.

Noch ist der Ausgang der Causa ungewiss. Weber hofft, dass Wald und Holz NRW gegen das Urteil Berufung einlegen werde. Das zuständige Umweltministerium möchte zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. „Sobald diese vorliegt, wird über weitere Schritte entschieden“, erklärte Ministeriums-Pressesprecher Frank Seidlitz gegenüber Timber-Online. Die zweite Frage ist, was Klausner macht, wenn das Urteil Rechtskraft erlangt. Denkbar ist auch, dass sich NRW aus dem Vertrag „herauskauft“ und das Rundholz im Land verbleibt.

*Team-Timber ist eine Einkaufs-, Produktions- und Verkaufsgemeinschaft folgender sauerländischer Sägewerke: Baust Holzbetrieb, Eslohe; Beckmann Holzwerk, Eslohe; Dickel Holz, Schmallenberg; Gebrüder Geilen, Winterberg-Niedersfeld; Josef Hammecke-Behme, Sundern; Hegener-Hachmann, Schmallenberg; Pieper-Holz, Olsberg; Theodor Schulte, Meschede; Wiese Holz, Meschede

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