Klausner

Klausner Nordamerika Beteiligungs GmbH insolvent

Ein Artikel von Martina Nöstler (für holzkurier.com bearbeitet) | 14.04.2020 - 15:07

Heute wurde über das Vermögen der Klausner Nordamerika Beteiligungs GmbH, St. Johann in Tirol, ein Konkursverfahren am Landesgericht Innsbruck eröffnet, meldet der KSV1870. Als Geschäftsführer des Unternehmens wird Leopold Stephan genannt, Alleingesellschafterin ist die Alpha Privatstiftung. Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Stefan Geiler, Rechtsanwalt in Innsbruck, bestellt.

Über die Höhe der Verbindlichkeiten können aktuell keine seriösen Angaben gemacht werden, heißt es. Insbesondere werde in diesem Verfahren zu differenzieren sein, welche Passiva zwischen den Gesellschaften innerhalb der Gruppe aushaften und welche Verbindlichkeiten „fremde“ Gläubiger treffen. Laut Insolvenzeröffnungsantrag soll es Verbindlichkeiten in Höhe von rund 24 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen geben. Daneben dürfte es noch weitere aushaftende Passiva in Höhe von etwa 4 Mio. € geben. Laut der Mitteilung des KSV1870 wird sich im Laufe des Insolvenzverfahrens zeigen, welche werthaltigen Aktiva diesen Verbindlichkeiten gegenüberstehen. Laut dem Insolvenzantrag gibt es enorme Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Inwieweit diese Forderungen letztlich einbringlich gemacht werden können, bleibt abzuwarten.

Die Schuldnerin wurde 2006 gegründet, fungiert hauptsächlich als Holdinggesellschaft und hält 100%-Beteiligungen an zwei Gesellschaften in den USA. Diese beiden in den USA ansässigen Gesellschaften sind wiederum zu 100% an drei beziehungsweise zwei weiteren Gesellschaften in den USA beteiligt. Der Insolvenzeröffnungsantrag wurde von der Schuldnerin selbst eingebracht.

Die Schuldnerin soll die Expansion nach den USA im Holzindustriebereich der Klausner-Gruppe unterstützen. Sie fungiert dabei auch als Geschäftspartner für europäische Unternehmen, welche nicht in direkte Vertragsbeziehungen mit den Tochter- oder Enkelunternehmen der Schuldnerin einsteigen wollen. Ebenso wurden den verbundenen Unternehmen von der Schuldnerin Darlehen zur Verfügung gestellt. Laut dem Insolvenzeröffnungsantrag hatten die verbundenen Unternehmen in den USA Schwierigkeiten, die notwendigen Finanzierungslinien zu erhalten. Die zur Verfügung gestellten Beträge soll die Schuldnerin im Wesentlichen von der Alpha Privatstiftung erhalten haben.

Gespräche über Refinanzierung der US-Werke laut KSV gescheitert

Laut Insolvenzeröffnungsantrag können die Gesellschaften in den USA die erhaltenen Darlehen nicht mehr rückführen. Aus diesem Grund wurde seit Herbst 2019 versucht, eine Refinanzierung in Form eines Verkaufs von Werken, Gesellschaften oder der gesamten US-Gruppe zu erlangen. Letztlich sind die Gespräche mit den Investoren gescheitert.