Mit der Kammer kann das Familienunternehmen noch flexibler reagieren und bestmöglich auf Kundenwünsche eingehen. © Zauchner
Solide Arbeit, Handschlagqualität und eine ständige Weiterentwicklung: Das sind die Fundamente, auf denen Gerald Zauchner sein Unternehmen Holzbauarbeiten Zauchner, Lendorf, in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich aufgebaut hat. Waren es früher hauptsächlich Dachstühle für Einfamilienhäuser, liegt das Hauptgeschäft heute bei Aufstockungen und Zubauten. „Viele junge Familien kommen zurück ins Elternhaus, da ein Neubau kaum noch leistbar ist. Wir begleiten die Bauherren von der Planung bis zum Einzug und sind in diesem Bereich sehr gut ausgelastet“, zeigt sich Zauchner, zufrieden. Neben ihm und seiner Gattin Andrea sind auch seine beiden Söhne Lukas und Thomas im Familienunternehmen tätig. Insgesamt beschäftigt der Holzbauer 14 Mitarbeiter.
Zum Kundenstamm zählen viele Waldbesitzer und Landwirte, die gerne ihr eigenes Rund- oder Schnittholz bei Bauprojekten einsetzen. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der massiven Schnittholzpreis-Schwankungen während der Coronapandemie investierte der Kärntner vor ein paar Jahren in eine Bandsäge, wobei er betont, dass diese nur für einzelne, spezielle Projekte zum Einsatz kommt: „Den überwiegenden Teil unserer Wertschöpfung erzielen wir nach wie vor aus der Zimmerei.“
Raschere Projektabwicklung
Mit dem Kauf der Bandsäge begann sich Zauchner auch über eine eigene Schnittholztrocknung Gedanken zu machen. „Mit einer eigenen Trockenkammer ließen sich viele Projekte schneller und effizienter abwickeln und die Holzqualität weiter aufwerten“, so die Überlegungen. Mit dieser Idee im Hinterkopf besuchte er 2024 die Internationale Holzmesse in Klagenfurt, wo er Martin Walzl kennenlernte. Walzl mit Sitz in Bad St. Leonhard verkauft bereits seit Jahrzehnten Anlagen des italienischen Herstellers Incoplan. Rasch einigten sich die beiden auf eine Anlage des Typs Superplan mit 32 m3 Kammervolumen. „Nach dem Gespräch mit Martin und seinem Vater haben wir uns gar keine anderen Anbieter mehr angesehen“, freut sich Zauchner über das von Anfang an partnerschaftliche Verhältnis mit Walzl.
Die Installation erfolgte im Sommer 2025, wobei Walzl für die Errichtung einer Kammer lediglich ein Fundament sowie Wasser, Strom und Wärmeanschluss benötigt. „Alles Weitere erledigen dann wir, wobei die Arbeitskraft je nach Wunsch von uns oder vom Kunden zur Verfügung gestellt wird“, informiert der Geschäftsführer, der zudem auf die kurze Montagezeit seiner Kammern hinweist.
Bedient wird die Kammer mithilfe einer modernen Touch-Steuerung. Der Anwender muss lediglich Holzart, Dimension sowie Zielfeuchte eingeben und die Messsonden einschlagen, woraufhin die Steuerung selbstständig ein Programm errechnet.
Die benötigte Wärmeenergie kommt bei Zauchner von einem Heizwerk, dass man gemeinsam mit einem Nachbarn betreibt und mit dem eigenen Restholz versorgt. „Bei uns werden alle Teile des Holzes bestmöglich verwertet. Mit der neuen Trockenkammer können wir jetzt eine weitere wichtige Lücke im Wertschöpfungsprozess schließen“, gibt Zauchner Einblick in die Unternehmensphilosophie.