Die Nadelschnittholz-Produktion der 20 größten europäischen Holzindustrien lag im Vorjahr bei kumulierten 41,9 Mio. m3 (+20 %).
Im laufenden Jahr dürfte die Nadelschnittholzproduktion mit 43,1 Mio. m3 vor allem infolge von zuletzt getätigten Zukäufen deutlich über dem Niveau von 2025 liegen.
Klare Verhältnisse an Spitze
Den ersten Platz des Holzkurier-Rankings festigt sich Binderholz 2026 mit einer Produktionsmenge von über 5 Mio. m3. Während die Tiroler Holzindustrie eine Steigerung von 3 % plant, sind es beim finnischen Konzern Stora Enso sogar schätzungsweise +8 % auf 4,8 Mio. m3.
Künftig könnte sich das Podium der europäischen Sägewerke gravierend verändern. Denn: Wie im November 2025 bekannt wurde, prüft Stora Enso einen möglichen Verkauf seiner zentraleuropäischen Sägewerke (s. Beitrag "Wird Europas Nummer 1 geteilt?"). Alleine letztere Standorte produzieren 3 Mio. m3/J.
Verdoppelung binnen eines Jahres
Nachdem die HS Timber Group im Januar 2025 die beiden lettischen Holzverarbeiter Vika Wood und Kurekss übernahm, folgte im Oktober 2025 die Akquise des im Norden Schwedens ansässigen und zur Setra Group gehörenden Unternehmens Malå Sag. Nach Abschluss des laufenden Investitionsprogramms wird Malå Såg eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 340.000 m3 kammergetrocknetem und weiterverarbeitetem Schnittholz erreichen, informiert die HS Timber Group in einer Pressemitteilung zur Übernahme.
Für 2025 beziffert die Unternehmensgruppe ihre Schnittholzproduktion mit 3 Mio. m3. Innerhalb eines Jahres hat die Gruppe ihren Ausstoß damit verdoppelt (Produktion 2024: 1,7 Mio. m3). Für 2026 ist eine weitere Steigerung der Produktion auf 3,5 Mio. m3 geplant.
Ihre Produktion 2026 steigern wollen auch die Pfeifer Group (3 % auf 3,2 Mio. m3) sowie die zur Cordes-Gruppe gehörende Rettenmeier Holzindustrie (+7 % auf 3,1 Mio. m3). Damit belegen die beiden Holzindustrien im Ranking der größten Schnittholz-Produzenten Europas die Plätze vier und fünf. Im September des Vorjahres hatte Rettenmeier das 120-Mio.-€-Sägewerk in Incukalns/LV offiziell eröffnet.
| Gereiht nach Planproduktion 2026, Werte in 1.000 m³ | ||||||||
| Rang 2025 | → | Rang 2026 | Unternehmen | Firmen-sitz | Säge-werke | Produktion 2025 | Planproduktion 2026 | Diff. in % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ←→ | 1 | Binderholz | AT | 15 | 5.000 | 5.150 | 3 |
| 2 | ←→ | 2 | Stora Enso¹ | FI | 17 | 4.440 | 4.800 | 8 |
| 5 | ↑ | 3 | HS Timber Group² | AT | 8 | 3.000 | 3.500 | 17 |
| 3 | ↓ | 4 | Pfeifer Group | AT | 9 | 3.100 | 3.200 | 3 |
| 6 | ↑ | 5 | Rettenmeier Holzindustrie³ | DE | 6 | 2.900 | 3.100 | 7 |
| 4 | ↓ | 6 | Vida Wood⁴ | SE | 13 | 3.075 | 3.000 | –2 |
| 7 | ←→ | 7 | SCA Timber | SE | 5 | 2.100 | 2.050 | –2 |
| 8 | ←→ | 8 | Moelven Group⁵ | NO | 13 | 1.971 | 2.036 | 3 |
| 10 | ↑ | 9 | Södra Timber | SE | 7 | 1.600 | 1.800 | 13 |
| 12 | ↑ | 9 | Versowood⁶ | FI | 6 | 1.500 | 1.800 | 20 |
| 9 | ↓ | 11 | Mayr-Melnhof Holz⁷ | AT | 4 | 1.730 | 1.740 | 1 |
| 13 | ↑ | 12 | Fruytier Scierie⁸ | BE | 9 | 1.407 | 1.450 | 3 |
| 11 | ↓ | 13 | Setra Group⁹ | SE | 6 | 1.550 | 1.400 | –10 |
| 14 | ↑ | 13 | Metsä Fibre¹ | FI | 4 | 1.400 | 1.400 | 0 |
| 15 | ←→ | 15 | Ilim Timber¹¹ | DE | 2 | 1.400 | 1.300 | –7 |
| 17 | ↑ | 16 | Holmen Wood Products¹² | SE | 5 | 1.285 | 1.280 | ±0 |
| 16 | ↓ | 17 | Mercer Timber¹³ | DE | 2 | 1.350 | 1.238 | –8 |
| 19 | ↑ | 18 | ante-holz¹⁴ | DE | 3 | 1.050 | 1.000 | –5 |
| 20 | ↑ | 19 | Keitele¹⁵ | FI | 3 | 920 | 970 | 5 |
| 18 | ↓ | 20 | UPM Timber¹⁶ | FI | 3 | 1.100 | 880 | –20 |
| Summe | 41.878 | 43.094 | 3 | |||||
Info
1) Stora Enso: 2025 Geschäftsbericht (Verkaufsmengen); durch die Übernahme von Junnikkala im April 2025 kamen drei Sägewerke dazu: +700.000 m3/J Kapazität. Seit November wird geprüft ob Business Department Süd verkauft wird (alleine Süd produziert rund 3 Mio. m3/J); 2026 Holzkurier-Schätzung.
2) HS Timber: Im Januar 2025 Übernahme von zwei lettischen Sägewerken, im November 2025 Übernahme von Malå Såg.
3) Rettenmeier Holzindustrie: Im Januar 2025 Inbetriebnahme Sägewerksausbau im lettischen Inčukalns, im März 2025 wurde die Übernahme des Standorts Plößberg der Ziegler Group durch die Kartellbehörde genehmigt.
4) Vida Wood: 2025 Übernahme von Karl Hedin durch Vida Wood, 2026: Holzkurier-Schätzung, Standorte Urshult und Orrefors werden dauerhaft stillgelegt.
5) Moelven: 2025 Schließung von zwei Standorten in Schweden und Norwegen.
6) Versowood: im Januar 2026 wurde Übernahme des UPM-Sägewerks Korkeakoski durch Wettbewerbsbehörden genehmigt.
7) Mayr-Melnhof Holz: Standort Mora/SE wurde „wegen anhaltende Rohstoffknappheit“ Ende März geschlossen.
8) Fruytier: 2025 unter Plan aufgrund geringerer Rundholzlieferungen aus Deutschland.
9) Setra: Holzkurier-Schätzung, 2025 Verkauf des Standorts Malå Såg an HS Timber.
10) Metsä Fibre: 2026 Holzkurier-Schätzung.
11) Ilim Timber: 2025 Nadelrundholz-Einschnitt an den zwei Standorten: 2,55 Mio. fm, für die Umrechnung wurde der Faktor 0,55 m3 pro fm herangezogen; 2026 Holzkurier-Schätzung.
12) Holmen: 2025 und 2026 Unternehmensangaben; Umbau-Stillstand im 1. Quartal 2025 sowie geplanter Wartungsstillstand im 3. Quartal 2025 im Werk Iggesund; reduzierte Lieferungen im 1. Quartal 2026 infolge niedrigerer Produktionsraten in Südschweden.
13) Mercer: 2025 Produktion in Standorten Saalburg-Ebersdorf und Torgau: 850.000 m3 bzw. 500.000 m3; geplante Produktion 788.000 m3 bzw. 450.000 m3.
14) ante-holz: 2025 Nadelrundholz-Einschnitt an den drei Standorten: 1,9 Mio. fm, für die Umrechnung wurde der Faktor 0,55 m3 pro fm herangezogen; 2026 Holzkurier-Schätzung.
15) Keitele: Kapazität nach der Investition im Sägewerk: 1,1 Mio. m3.
16) UPM Timber: 2025 Jahresbericht; 2026 Holzkurier-Schätzung.
Plus 3 minus 2 macht 13
Ereignisreiche Monate hat auch die zu Canfor, Vancouver/CA, gehörende schwedische Vida-Gruppe hinter sich. Durch die Übernahme der schwedischen Sägewerke von Karl Hedin unterhielt man zwischenzeitlich 15 Produktionsstätten. Vergangene Woche wurde bekannt, dass Vida seine Sägewerke in Urshult/SE und Orrefors/SE (Produktionskapazität: 265.000 m3/J) dauerhaft stilllegt (s. Beitrag "Vida schließt zwei Sägewerke in Schweden"). Begründet wird dieser Schritt seitens Vida mit einem anhaltenden Ungleichgewicht zwischen Produktionskapazität und verfügbarer Rohstoffversorgung in Südschweden.
Damit rutscht Vida in der Liste der größten Sägewerksunternehmen Europas im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze auf Position sechs ab. Nach einer Schnittholzproduktion von 3,075 Mio. m3 2025 dürfte der Ausstoß im laufenden Jahr um 2 % auf 3 Mio. m3 sinken. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Hobelwerks in Bruza, die für das 2. Quartal geplant ist, soll zudem der Weiterverarbeitungsstandort Gransjö/SE geschlossen werden.
Schließungen – trotzdem mehr Output
Von Schließungen waren im Vorjahr auch zwei Standorte innerhalb der norwegischen Moelven Group betroffen. Im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen beschloss das Unternehmen, die Werke in Ransby/SE und Loten/NO stillzulegen. Trotz der reduzierten Anzahl an Sägewerken, teilt die Unternehmensgruppe mit, ihren Ausstoß 2026 um 3 % steigern zu wollen.
Übernahme und Sägewerksschließung
Den neunten Platz im Ranking der europäischen Top-Sägewerke teilen sich Södra und Versowood mit einer Planproduktion 2026 von 1,8 Mio. m3 (+13 % beziehungsweise +20 %).
Während die Platzierung von Södra gegenüber dem Vorjahr unverändert bleibt, schiebt sich Versowood im Ranking um fünf Plätze nach oben. Zum Jahreswechsel hatte Versowood das Sägewerk in Korkeakoski/FI (Produktionskapazität: 350.000 m3/J) von UPM übernommen. Im Rahmen des Eigentümerwechsels vereinbarten die beiden Unternehmen ihre Zusammenarbeit im Sägerest- und Industrieholzbereich zu intensivieren. Zudem werde UPM Versowood mit Sägerundholz aus dem eigenen Holzeinkauf beliefern. Im Zuge der Vereinbarung erhielt UPM zudem eine Minderheitsbeteiligung an der größten privaten Holzindustrie Finnlands.
Ein Standort weniger, aber mehr Output
Eine leichte Produktionssteigerung meldet Mayr-Melnhof Holz für das laufende Jahr (+1 % auf 1,7 Mio. m3). In Schweden unterhält das Unternehmen mittlerweile nur noch zwei Sägewerke. Im November 2025 teilte Mayr-Melnhof Holz mit, das Kiefernsägewerk in Mora/SE „bis März 2026 zu schließen“. Der Einschnitt soll auf die beiden verbleibenden Standorte aufgeteilt werden. Nach den Sturmschäden Anfang des Jahres verkündete Mayr-Melnhof Holz, die Produktion sowie den Kiefernanteil in diesem Jahr in Insjön/SE und Blyberg/SE erhöhen zu wollen.
Mit 1,4 Mio. m3 plant das finnische Unternehmen Metsä, seine Produktion konstant zu halten. Die schwedische Holzindustrie Holmen produziert unverändert knapp 1,3 Mio. m3 Das finnische Unternehmen Keitele wird seine Produktion schätzungsweise um 5 % auf 970.000 m3 steigern.
Minus 20 % nach Verkauf
Den 20. Platz im Holzkurier-Ranking belegt 2026 UPM. Die Konzernproduktion nach dem Verkauf des Sägewerks in Korkeakoski dürfte gegenüber dem Vorjahr um 20 % auf rund 880.000 m3 sinken.