„Herr Green, aufgrund der ungewöhnlichen Wettersituation liegt ein Meter Schnee auf meiner Halle, was soll ich tun?“ Aufgeregte Kundenanrufe mit Anfragen dieser Art kennt Marcus Green nur zu gut. Seit 25 Jahren vertritt er das finnische Unternehmen Best-Hall in Österreich und zeichnet damit für über 450 Planenhallen verantwortlich. Für gewöhnlich rät er seinen Kunden dann, einen Kaffee trinken zu gehen und nicht weiter darüber nachzudenken, denn von den seit 1975 weltweit errichteten 5500 Planenhallen sei noch keine zusammengebrochen. „Die Hallen wurden für das raue finnische Klima entwickelt und sind damit auch für alpine Wetterverhältnisse bestens geeignet“, berichtet Green, der in erster Linie die Qualität seiner Hallen unterstreicht.
Ausgewählte Komponenten
Ausgehend vom Kundenwunsch sowie von ortsabhängigen Schnee- und Windlasten, werden die Hallen in Finnland mithilfe moderner 3D-Software individuell geplant. Bei Standardhallen dauert dies drei bis sechs Tage – bei komplizierten Sonderwünschen nimmt die Planung mehrere Wochen in Anspruch.
Für die Rahmenkonstruktionen verwendet Best-Hall ausschließlich hochwertige Stahlprofile der Güteklasse S420. Diese werden – ähnlich der Automobilindustrie – in der betriebseigenen Lackiererei pulverbeschichtet, woraufhin man die Farbe bei 200° C einbrennt. „Dadurch entsteht eine harte, beständige und absolut glatte Oberfläche und somit keine Reibung zwischen PVC-Folie und Stahlträger“, informiert Green. Bei auftretenden Wind- und Schneelasten kann sich die Folie geringfügig bewegen, was bei rauen Stahlträgern zu Schäden führen kann. Darüber hinaus verhindert die harte Beschichtung laut Green auch potenzielle Transport- und Montageschäden.
5000 m2 in einem Stück
In puncto Folie setzt Best-Hall auf eine patentierte PVC-Folie. Bei dieser wird das Gewebe vor Aufbringung der PVC-Schicht nicht nur, wie sonst üblich, in Quer-, sondern auch in Längsrichtung vorgespannt. Durch diese zweidimensionale Spannung ist die aufgetragene PVC-Schicht laut Green dreimal so dick als bei herkömmlichen Folien, was wiederum die Lebensdauer der Hallen deutlich erhöht. In Kombination mit den glatten Stahlrahmenkonstruktionen beziffert Best-Hall die Lebensdauer der Folien mit mindestens 30 Jahren. Für Hallen mit bis zu 100 mal 50 m Grundfläche liefern die Finnen die Plane für Wand und Decke in einem Stück, was neben einer kurzen Montagezeit auch die potenzielle Fehlervermeidung zum Vorteil hat.
Optimales Holzlager
Von den 450 in Österreich gebauten Hallen fallen über 100 Stück auf die Holzindustrie. Um keinen seiner Kunden zu vergessen, nennt Green zwar keine Namen, berichtet aber von zahlreichen erfolgreichen Projekten in Sägewerken, bei Plattenherstellern, Parkettproduzenten und vor allem auch bei Holzhändlern. Alle diese Kunden schätzen laut Green neben der Zuverlässigkeit der Systeme auch das stabile Hallenklima. Zusätzlich zu den standardmäßigen Ventilatoren zur Verhinderung von Kondensat bietet Best-Hall auch abgestimmte Luftbefeuchtungssysteme für empfindliche, hochwertige Waren, wie eben Holzprodukte.
Extreme Bedingungen
Um die Qualität von Best-Hall-Hallen eingehend zu veranschaulichen, berichtet Green von drei, nicht gerade alltäglichen Projekte. Das erste realisierten die Finnen 2004 am New Yorker Flughafen JFK. Dort errichtete man einen Hangar mit 80 m Spannweite und offenen Giebelwänden, welcher bereits drei Hurrikans unbeschadet überstand.
2018 entstand an der Nordwestküste Norwegens eine 186 m lange und 76 m breite Eishalle. Neben den rauen klimatischen Außenbedingungen (Wind, Schnee, Salz) lag die Herausforderung dabei in erster Linie im nasskalten Innenklima, auf welches Best-Hall mit einer noch dickeren Pulverbeschichtung reagierte und somit die Korrosionsklasse C5-M erreichte. Das dritte Vorzeigeprojekt steht im Oman. Dort realisierte man in der Wüste zwei Hallen (320 mal 77 und 199 mal 77 m) für die petrochemische Industrie, welche laut Green dieselben Qualitätskriterien wie Offshore-Ölplattformen im Meer erfüllen müssen: „Kein Wunder also, dass man dabei auf Lösungen von Best-Hall setzte.“