Plößberg war der größte Sägewerks-Einzelstandort Europas. In bestimmten Jahren wurden dort über 2 Mio. fm eingeschnitten. Das dürfte nun vorbei sein. „Ja, Ziegler hat definitiv über 2 Mio. fm geschnitten – aber mit welchem enormen Aufwand …“, eröffnet Dr. Stephan Lang das Interview.
Lang ist CEO der Rettenmeier Holding, dem neuen Eigentümer des Kernbereichs der insolventen Ziegler Group: „Wir müssen in Plößberg mit den Produktionskosten herunterkommen. Da ist bereits viel gelungen. Wir erzielen inzwischen deutlich bessere Werte als der Vorbesitzer und sind damit wettbewerbsfähig.“
Zwei statt fünf Rundholzplätze
Als nächste Schritte nennt Lang eine interne Verschlankung und eine Neuaufstellung der Prozesse. Konkret wird zunächst der Rundholzplatz durch Holtec, Hellenthal/DE, erneuert. „Zwei Langholzplätze werden dafür stillgelegt, ohne dass wir Kapazität verlieren. Wir wollen künftig mit zwei statt vier Plätzen arbeiten“, informiert Lang.
Durch diese Umbaumaßnahmen wird laut Lang „deutlich Fläche frei“. Diese Fläche soll für den Neubau eines Hobelwerks genutzt werden. „Wir wollen auch hier eine Weiterveredelungsstufe erreichen, wie sie bei Rettenmeier üblich ist. Das Hobelwerk in Pressath bleibt bestehen, so dass wir in Summe deutlich mehr selber veredeln.“
2 Mio. fm/J müssen nicht sein
Lang möchte den Standort so ausrichten, dass ein Einschnitt von 2 Mio. fm/J nicht mehr erforderlich ist. Jährlich 1,3 bis 1,5 Mio. fm sollen ausreichen. „Wie alle anderen Säger auch haben wir weitere Investitionen in Planung. Diese werden aber erst in Umsetzung gehen, wenn der Markt sich insgesamt erholt“, schließt Lang das Interview.