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Ledinek lieferte an Arboreal eine schlüsselfertige kombinierte Leimholzlinie samt einer X-Press-Presse für BSP und einer Maxipress für Standard-BSH. Es ist das erste BSP-Werk des Landes und eines der modernsten Leimholzwerke der südlichen Hemisphäre. © Ledinek

Europäische Technik formt Uruguays erstes Leimholzwerk

Ein Artikel von Günther Jauk | 23.12.2025 - 10:37

Die Geschichte von Arboreal beginnt mit dem Erwerb des größten Kiefern-Sägewerks des Landes in Tacuarembó mit einer Jahreskapazität von rund 280.000 m3 Schnittholz. Gesägt werden die beiden Kiefernarten Pinus taeda und Pinus elliottii aus FSC-zertifiziertem Plantagenholz. Während Uruguay über Jahrzehnte Plantagen für Eukalyptus und Kiefer anlegte, fehlte bislang eine industrielle Basis für die Weiterverarbeitung. „In Uruguay gibt es keine Holzbautradition. Wir mussten Strukturen von Grund auf schaffen – aber immer mit dem Blick auf europäische Standards“, erklärt Carlos Mazzey, Head of Design and Commercial Department im Arboreal-Büro in Montevideo.

Der erste Schritt in diese Richtung war die Einführung einer Sortierlinie auf Basis europäischer Standards. „Wir haben uns bewusst an die europäischen Regeln gehalten, weil sie ein funktionierendes System darstellen. Es war einfacher, sich in eine bestehende Struktur einzufügen, als eigene Standards zu erfinden“, begründet Mazzey das Vorgehen und betont: „Wir arbeiten nicht nur gemäß den europäischen Standards, wir sind nach diesen zertifiziert, genauso wie jedes Werk in Europa. Unser Bauholz, die Keilzinkenproduktion und das BSH sind zertifiziert, das BSP verfügt über die ETA-Zulassung.“ Auf die Sortierlinie folgten ein kombiniertes Leimholzwerk für BSH und BSP mit einem Jahresausstoß von 50.000 m3 (35.000 m3 BSP und 15.000 m3 BSH).

Wir wollten keine Experimente, sondern eine solide Lösung. Ledinek war für uns die klare Wahl – wegen seiner Zuverlässigkeit, und Erfahrung.


Carlos Mazzey , Arboreal

Schlüsselpartner für industriellen Start

Für die technische Umsetzung der Produktionslinien inmitten der Corona-Pandemie fiel die Wahl auf Ledinek, dem europäischen Maschinenhersteller mit der meisten Erfahrung bei der Umsetzung schlüsselfertiger Brettsperrholz-Projekte. „Wir wollten keine Experimente, sondern eine solide Lösung. Ledinek war für uns die klare Wahl – wegen ihrer Zuverlässigkeit, Qualität und Erfahrung“, sagt Mazzey. „Unser Anspruch war es, eine der besten Anlagen Südamerikas zu errichten, und Ledinek hat genau das ermöglicht.“

Ambrož Ahec, der bei Ledinek den südamerikanischen Markt betreut, betont ebenfalls die strategische Bedeutung des Projekts: „Arboreal war von Anfang an ein Partner mit einer klaren Vision. Sie wollten europäische Präzision und Leistungsfähigkeit nach Südamerika bringen – und wir haben sie dabei bestmöglich unterstützt.“

Die von Ledinek gelieferte Linie umfasst den gesamten Produktionsprozess, mit allen Hauptmaschinen, der Mechanisierung und dem übergeordneten Leitrechner X-Lam-Manager. Wesentliche Anlagenkomponenten sind eine Keilzinken-anlage Kontizink 2000, ein Multiplan-4V-S200-Kalibrierhobel, eine X-Press-BSP-Presse für bis zu 12 m lange, 3,5 m breite und 0,35 m dicke Elemente sowie eine Maxipress 1000-12 für Standard-BSH und ein Europlan-600-4V+4F-S60-Finishhobel für maximale BSH-Querschnitte von 600 mal 300 mm. Als Klebstoff kommt ein 1K-PUR-System zum Einsatz.

Aufbau in Rekordzeit

Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der Arboreal das Projekt umsetzte. Während der Corona-Pandemie erfolgte die Anlagenplanung und -bestellung per Videokonferenzen. Montage und Inbetriebnahme verliefen reibungslos. „Unser Team und das von Ledinek haben hervorragend zusammengearbeitet. Das Hochfahren war einfach, weil beide Seiten gut vorbereitet waren“, erinnert sich Mazzey.

Ledinek lieferte nicht nur Maschinen, sondern auch Know-how. „Die Arbeitskultur in Uruguay ist beeindruckend“, sagt Ambrož. „Die Mitarbeiter bleiben langfristig an ihren Maschinen, das Wissen bleibt im Betrieb – das ist eine Stärke, die wir in Europa zunehmend verlieren.“

Arboreal nutzt ausschließlich erneuerbare Energien, bezieht das Holz aus einem Umkreis von 100 km und verfügt über eine EPD (Environmental Product Declaration) für alle Produkte. „Unser CO2-Fußabdruck der Produktion zählt laut externen Prüfungen zu den niedrigsten weltweit im Massivholzsektor. Unsere Transportwege sind kurz, die Energie ist sauber, und das Holz ist nachwachsend – unser Produkt ist nicht nur technisch, sondern auch ökologisch führend“, betont Mazzey.

Überregionale Größe

Seit dem Produktionsstart hat Arboreal eine rasante Entwicklung durchlaufen. Das eigene Ingenieurbüro in Montevideo wuchs binnen drei Jahren von drei auf 20 Fachkräfte – Architekten, Bauingenieure und Designer, die an Holzprojekten für den regionalen und internationalen Markt arbeiten. Während 2023 noch zwei Pilotgebäude entstanden, wurden 2024 bereits 25 Projekte im Inland realisiert. 2025 exportierte Arboreal Massivholzprojekte nach Chile, Brasilien, Mexiko, in die Dominikanische Republik und auf die Malediven. 2026 wird die kommerzielle Expansion fortgesetzt, unterstützt durch die amerikanische Zertifizierung.

„Unser Ziel war von Anfang an, ein Werk zu errichten, das in Qualität und Effizienz mit europäischen Standorten konkurrieren kann“, betont Mazzey und fügt abschließend hinzu, dass dies dank Ledinek auch gelungen sei und heute in Tacuarembó eines der modernsten Leimholzwerke der südlichen Hemisphäre stehe.